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Freundeskreis Tomburg startet sein erstes Projekt

Brunnen auf der Tomburg wird zwei Wochen lang bis auf den Grund erforscht

Zuwendungen mehrerer Förderer und Privatpersonen machten es möglich – Brunnen ist eine Art Zeitkapsel in die Vergangenheit

21.08.2019 - 12:51

Wormersdorf. Von einem Unglücksfall überschattet begannen die Arbeiten zur Untersuchung des Brunnens auf der Tomburg bei Wormersdorf. Schon bevor die eigentliche Arbeit startete, überschlug sich ein kleiner Schaufelbagger beim Versuch, den Serpentinenweg zur Tomburg zu erklimmen, und stürzte in den abschüssigen Wald hinein. Dort blieb er nach 20 Metern an einem Baum hängen. Glück im Unglück, denn Baggerfahrer Marco Glück machte seinem Namen alle Ehre und kam ohne einen einzigen Kratzer mit dem Schrecken davon. Der Bagger war im Einsatz, weil der in Serpentinen angelegte Fußweg zur Burgruine begradigt und stellenweise verbreitet werden sollte, um die benötigten Gerätschaften leichter vom Fuße des Tombergs zur Brunnenbaustelle zu transportieren. Außerdem sollte so auch der Abraum aus dem Brunnenschacht nach unten befördert werden. Dieser Plan wurde nun ad acta gelegt, stattdessen will man mit einer motorgetriebenen Schubkarre arbeiten. Auf die Dauer der Ausgrabungsarbeiten dürfte dies kaum Auswirkungen haben, war man sich einig, denn dafür spare man sich nun die Zeit für das Anlegen eines befahrbaren Weges.


Arbeiten werden mit rund 30.000 Euro veranschlagt


Der Freundeskreis Tomburg e.V. startete jetzt mit der voraussichtlich zweiwöchigen Untersuchung des Tomburg-Brunnens sein erstes eigenes Projekt. Dies sei allerdings nur durch die Zuwendung mehrerer Förderer und Privatpersonen geworden, erläuterte der Vorsitzende Andreas Herrmann. Ausschlaggebend für den Beginn der Arbeiten, für die insgesamt rund 30.000 Euro veranschlagt wurden, war der Zuwendungsbescheid der NRW-Stiftung über 10.000 Euro.

„Es wird so lange gegraben und geforscht, wie Geld da ist“, weist Hermann darauf hin, dass ein Forschungstag rund 2500 Euro kostet. Die Untersuchung wird durchgeführt von der Firma Glück aus Kulmbach, einer ausgewiesenen Fachfirma für Brunnenforschung. Die Experten Marco Glück und Gregor Sauer wollen sich mit Spezialgerät Meter für Meter in die Tiefe vorarbeiten. Funde werden fachmännisch geborgen, Abraum wird sortiert und entsorgt. Vor Ort wird die Maßnahme durch Mitglieder des Vereines unterstützt, aber auch jede tatkräftige Mithilfe ist willkommen.

Ein alter Brunnen ist immer auch eine Art Zeitkapsel. Funde aus Sedimenten und Verfüllmaterial geben Hinweise auf die Geschichte der Tomburg und ihre Bewohner. Oft erlauben die Funde interessante Rückschlüsse auf das alltägliche Leben der Menschen, für die der Brunnen eine unverzichtbare Grundlage war. Deshalb besteht der Zweck der Brunnenausgrabung nicht nur darin, die Funktionsfähigkeit des Brunnens wiederherzustellen. Vielmehr geht es dabei auch um die Sicherung archäologischer Funde und Befunde. „Schließlich hat der Brunnen zuletzt zwei Weltkriege überlebt – wer weiß, was bei seiner Erforschung zutage kommt“, rechnet Hermann mit so ziemlich allem.


Bergung mit technischen Herausforderungen


Allerdings ist die Bergung der Funde aus dem 46 Meter tiefen Schachtbrunnen unterhalb der Tomburg mit einer Reihe technischer Herausforderungen verbunden. Das technische Herzstück der Brunnenausgrabung ist eine leistungsstarke Seilwinde, die eine Gondel über ein Vierbeingestell in den Brunnen hinablässt. Dort wird dann manuell gegraben und beladen. Bei Bedarf kommt eine Laufkatze an einer zwölf Meter langen Gittertraverse zum Einsatz, mit der auch schwierige Geländebedingungen am Brunnen bewältigt werden. Die Laufkatze dient dem horizontalen Transport eines 400 Liter fassenden Förderkorbes, der am Ende der Traverse auf einen Siebtisch entleert wird. Während unten im Brunnen die nächste Ladung in den Korb gefüllt wird, kann der Aushub am Siebtisch durchsortiert und gewaschen werden. Bei einer Lochgröße von sechs Millimetern erlaubt der Siebtisch ein zügiges und doch präzises Arbeiten; auch kleinste Funde werden zuverlässig erkannt und geborgen.

Die Grabungsarbeit selbst wird von den beiden spezialisierten Fachleuten Marco Glück und Gregor Sauer durchgeführt: Während eine Person in den Brunnen fährt und die Grabungsarbeiten ausführt, sorgt die andere Person oben am Brunnenrand für die Sicherheit und erledigt notwendige Handreichungen. Länger als eine halbe Stunde am Stück könne man allerdings kaum im Brunnen arbeiten, weiß Glück aus Erfahrung. In größeren Tiefen herrsche übrigens eine konstante Temperatur von sechs bis acht Grad. Acht bis zehn zusätzliche Helfer werden am Siebtisch benötigt und für den Abtransport des Abraums, wozu sich die Mitglieder des Freundeskreises schon bereit erklärt haben. Aber auch andere „helfende Hände“ sind gerne gesehen, am besten nach Voranmeldung über E-Mail: info@freundeskreis-tomburg.de.


Brunnen als Element der Infrastruktur


„Für die Menschen im Mittelalter war der Brunnen ein lebenswichtiges Element ihrer Infrastruktur“, so Hermann. Um an Grundwasser zu gelangen, nahmen die Burgherren beschwerliche und kostspielige Ausschachtungen auf sich. Heute fasziniert der Brunnen auf der Tomburg die Besucher, und der Blick in die Tiefe regt ihre Phantasie an. Der Sage nach verbirgt er eine „Goldene Wiege“, die nur der zu heben vermag, der auf dem Rückweg an die Oberfläche kein Wort verliert. Bisher hat wohl keiner der Schatzsucher im entscheidenden Moment seinen Mund halten können, sodass die „Goldene Wiege“ immer noch dort unten liegen soll.

Noch älter ist die Sage, nach der Raubritter Sombreff bei seiner Flucht von der Burg 1473 durch den Brunnenschacht in einen Fluchttunnel gelangt sein soll. Einen Fluchttunnel konnte man allerdings bislang noch nicht nachweisen, wohl aber eine hinter der Brunnenwand liegende Kammer in wenigen Metern Tiefe. Am Südhang unterhalb des Brunnens brach Mitte der 1880er Jahr ein Arbeiter der damaligen Steinbruchbetreiber in den Boden ein. Die Einbruchstelle öffnete den Zugang zu einem Gang, der in Richtung des Brunnens verlief und kurz davor in einer Kammer mündete.

2003 haben Steffen Beisse, Peter Hain und andere Mitglieder des Tomburg-Ritter mehr als zehn Säcke Müll aus dem Schacht geborgen. Bei dieser Aktion stießen sie auf einen Zwischenboden, der knapp unterhalb eines Durchbruches in eine dahinter liegende Kammer eingebaut worden war. Er bestand aus Holzdielen, die schon damals unter der Last einer Person deutlich nachgaben. Dennoch ist ein Zwischenboden in dieser Tiefenlage eines von mehreren Rätseln, die in diesem Projekt gelöst werden sollen. Ausführliche Informationen im Internet: www.tomburg-forschung.de.

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Kommentare
Antje Schulz:
Wie wäre es, wenn die AfD Rheinland-Pfalz Herrn Bleck mal zu einem Kurs in Organisation, sowie Anstand und Benehmen schickt?
Stefan Knoll :
Angesichts der Tatsache, daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck seine Teilnahme an der Schulveranstaltung noch nicht einmal abgesagt hat, stellen sich folgende Fragen: 1. Hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck ein Organisationsproblem? 2. Hat es der AfD-Abgeordnete Bleck nicht nötig eine Veranstaltung in einer Schule zu besuchen? 3. Hat der AfD-Abgeordnete Bleck keine Lust auf eine Schulveranstaltung wie "70 Jahre Grundgesetz"?
Patrick Baum:
Die AfD Rheinland-Pfalz blamiert sich nahezu täglich aufs Neue. Daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck aus Altenkirchen die Veranstaltung in der Schule noch nicht einmal abgesagt hat, ist ein No-Go. Und dieser Herr Bleck wollte einmal Lehrer werden. Nach fast 20 Semestern Lehramtsstudium hat Herr Bleck die Universität ohne Abschluß verlassen. Zudem hätte Blecks Mitarbeiter Jan Strohe aus Nordhofen bei Selters die Veranstaltung absagen können. Strohe ist Kreisvorsitzender der AfD Westerwald und hat enge Kontakte zum extrem rechten Justin Cedric Salka aus Hachenburg.
Uwe Klasen:
Wenn Physik auf Wunschdenken trifft, gewinnt die Realität. So haben die Stromnetzbetreiber aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz bekannt gegeben, dass sie ab 2021 den Ladestrom an privaten Ladestationen beschränken (möchten), damit es zu Spitzenzeiten nicht zur Überlastung der Verteilernetze kommt.
Uwe Klasen:
Dazu Peter Adel:"Apologeten der Energiewende wollen noch viel mehr Windräder. Doch je dichter die übers Land verteilt sind, desto mehr bremsen sie sich selbst aus. Der Wind wird regelrecht verbraucht. Das hat auch Folgen fürs Klima, weil bei weniger Wind die Niederschläge abnehmen. Erzeugt die Windkraft womöglich die Dürren, die sie eigentlich verhindern soll? Trotz der weitreichenden Folgen hat das offenbar niemand richtig erforscht."
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