- Anzeige - Die Reisebüro-Branche im Blick - wie hart hat die Corona-Krise sie erwischt?

„Corona verursacht einen noch nicht absehbaren Schaden in der Branche“

„Corona verursacht einen noch nicht
absehbaren Schaden in der Branche“

Kai Franzke, Geschäftsführer der Reisebüro Kai Franzke GmbH. Foto: privat

21.10.2020 - 07:56

Andernach. Die Reisebüro-Branche hat die Corona-Krise hart getroffen. BLICK aktuell sprach mit mehreren Andernacher Reisebüros über das Reiseverhalten ihrer Kundinnen und Kunden in den letzten Monaten, den Status Quo sowie Zukunftsaussichten. Im zweiten Teil kommt Kai Franzke, Geschäftsführer der Reisebüro Kai Franzke GmbH zu Wort.

BLICK aktuell: Wie sieht die Situation in Ihrem Reisebüro zurzeit aus?

Kai Franzke: Wir haben zwar Kurzarbeit, sind aber weiterhin täglich von 10 - 18 Uhr und samstags von 10 -14 Uhr für unsere Kunden da. Bis auf die Tage, an welchen völliger Lockdown herrschte, und wir keine Kunden ins Büro lassen durften, hatten wir keinen Tag geschlossen. Auch da waren wir per Mail oder telefonisch immer erreichbar. Das wäre auch anders nicht möglich gewesen, um die Vielzahl von Annullierungen, Stornierungen, Rückerstattungsanfragen und Umbuchungen zu bewältigen.

BLICK aktuell: Welche Reiseziele wählten Ihre Kundinnen und Kunden im Sommer? Vermehrt Deutschland, oder wurde auch das Ausland oft gebucht?

Kai Franzke: Was bei uns im Sommer ordentlich gelaufen ist, sind die Griechische Inseln, daneben Portugal und Deutschland. Holland lief auch ganz gut, bis es hier auch wieder für verschiedene Gebiete zu Reisewarnungen kam. Gleiches galt für Mallorca und die Kanaren. Aber ich sage extra „ordentlich gelaufen“, von „gut“ und „sehr gut“ sind wir zu weit zu 2019 entfernt.

BLICK aktuell: Gibt es schon vermehrt Buchungen für das kommende Jahr?

Kai Franzke: Wir konnten Buchungen retten, die jetzt in 2021 stattfinden, die aber natürlich in 2020 fehlen. Ferner gehen jetzt eine Reihe von Veranstaltern hin, um die Angst zu nehmen, und bieten unter anderem bis zu 14 Tage vorher kostenlose Stornierungen/Umbuchungen an. Und garantieren innerhalb von 14 Tagen eine Geldzurück-Garantie. Wir geben hier ganz klar die Empfehlung, pauschal zu buchen, solange Vieles noch nicht sicher ist. Wer individuell bucht, muss damit rechnen, am Ende irgendwo sitzen zu bleiben , sich selbst um die Rückreise kümmern zu müssen oder Geld in den Sand zu setzen.

BLICK aktuell: Hätten Sie sich das vorstellen können, dass so eine Situation mal eintritt?

Kai Franzke: Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft und habe viele Einschläge in der Branche erlebt wie die Pleite von „Thomas Cook“ oder „Air Berlin“ sowie einer Vielzahl weiterer Unternehmen. Dazu Naturkatastrophen wie die Aschewolke 2010 oder Terroranschläge wie den 11. September 2001. Aber das hier übertrifft alles und verursacht einen noch nicht absehbaren Schaden in der Branche mit allen seinen angeschlossenen Leistungsträgern wie Hotels, Airlines, Incoming Agenturen und Reisebüros.

BLICK aktuell: Welche Vorteile hat es, den Urlaub im Reisebüro des Vertrauens zu buchen?

Kai Franzke: Wir hatten Anfragen von Leuten, die im Internet gebucht hatten und keinen erreichen konnten, das sagt eigentlich alles aus. Viele Internet-Reiseanbieter schalten ihren Service, wenn sie überhaupt einen hatten, einfach ab. Das sind Buchungsmaschinen, die ganz einfach nach „Friss oder stirb“-Methode verfahren.

- DS -

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Christa Spreemann:
Hallo und adventliche Grüße. Ich bin neu zu gezogen , habe aber schon von den wunderschönen Burgfestspielen gehört und würde mich freuen über den Gutschein um mir eine Meinung zu bilden in einer bis dahin hoffentlich coronafreien Spielzeit.Bleiben Sie gesund...
Gabriele Friedrich:
So kann man natürlich auch die Leute ausfragen. Ich glaube kaum das jemand hier schreibt, wie er Weihnachten feiert. Wenn 3 Geschichten hier stehen, schließe ich mich an....
Wally Karl:
Ich glaube nicht das die Politik es darauf anlegt vom Bürger verstanden zu werden. Abgehobene Gespräche werden in Politkreise als adelnd empfunden....
Gabriele Friedrich:
So ein geschwurbelter Text, nur um 100.000 Euro zu verbrennen. Bürgerinformationen sehen anders aus! WO soll WAS gemacht werden? ...
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