Allgemeine Berichte | 05.12.2020, 16:57 Uhr

Hauptausschuss der Ortsgemeinde Erpel erteilt Verlängerung des Pachtvertrags eine Absage

Double Brexit in Erpel?

Eine Ablehnung durch den Ortsgemeinderat ist hoch wahrscheinlich

Gary Blackburn vor dem weihnachtlich geschmückten Panzer. Fotos: privat
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Kretzhaus. Fassungslosigkeit steht auf dem Gesicht Gary Blackburns geschrieben, als er berichtete was er kurz zuvor aus erster Hand aus dem Gemeinderat der Ortsgemeinde Erpel gehört hat: Es wird anscheinend keine Ausnahmegenehmigung für den kleinen Freizeitpark des Britens geben, da sich der Ausschuss klar dagegen ausgesprochen hat und diese Empfehlung in die Gemeinderatssitzung am 14, Dezember geben wird. Der Pachtvertrag des Geländes, das der Inhaber des Baumdienstes Siebengebirge zu seinem eigenen Grundstück dazu gepachtet hat, in erster Linie, um seinen Betrieb zu führen, soll ebenfalls nicht verlängert werden.

„Ich lebe seit 25 Jahren hier, habe hier meinen Betrieb aufgebaut, meine Kinder groß gezogen, Wurzeln geschlagen“, fasste er im Gespräch mit Redakteurin Kristin Simos zusammen, „Ich wollte mit Little Britain nur einen Platz schaffen, wo die Menschen miteinander ins Gespräch kommen können. Es sollte ein kleines Gegengewicht zum Brexit entstehen, ein lustiges und ironisches Abbild meines Heimatlandes, das sich ja in wenigen Wochen aus der EU verabschiedet.“ Auch für seine Firma sieht er große Probleme auf sich zukommen: „Ich habe das Gelände ja in erster Linie für meinen Betrieb genutzt, z. B. Fahrzeuge abgestellt oder Material und Werkzeug gelagert. Das war immer okay. Aber mit der Kündigung des Pachtvertrags, die dann zum 31. Dezember eintreten würde, müsste ich bis Ende März für einen großen Teil meiner Betriebsmittel einen anderen Ort finden.“ Es ginge um 35 bis 40 Arbeitsplätze, mindestens ein Teil des Betriebes müsse nun umgesiedelt werden – und das zu Zeiten Coronas und kurz vor Weihnachten: „Das ist im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit“. Insgesamt habe er in den letzten Jahren rund 50 000 Euro investiert, um den Anforderungen der Gemeinde gerecht zu werden – darin inbegriffen Kosten für Anwaltsberatungen und ein Architekturbüro, dem er die Aufgabe übertragen hatte, „Little Britain“ den Vorstellungen der Gemeinde entsprechend angepasst zu planen. „Sie haben mir immer wieder Hoffnung gemacht. Ich fühle mich, als hätte ich mich wie ein Hampelmann abgestrampelt – und am Ende war alles vergebens“, so der Unternehmer enttäuscht.

 

Der 1. Beigeordnete der Gemeinde Erpel äußerte sich ebenfalls zu dem Sachverhalt: „Wie Sie der insoweit ausführlichen Sitzungsvorlage des Hauptausschusses vom 30.11.2020 zu diesem TOP entnehmen können, wurden die angeforderten Unterlagen teilweise unzureichend, teilweise mit negativem Inhalt oder auch gar nicht vorgelegt. Die Voraussetzungen für eine Fortführung des Verfahrens liegen daher nicht vor. In konsequenter Fortführung des Beschlusses aus dem August empfiehlt der Hauptausschuss dem Ortsgemeinderat daher, die angekündigte Einstellung des Verfahrens. Die Fortführung des forstwirtschaftlichen Betriebs bleibt hiervon selbstverständlich unberührt, die Beschlussfassung betrifft alleine die geplanten Ausstellungsflächen.“ Es scheint, als herrsche in dieser Angelegenheit, zumindest, was einen Fortbestand des Baumdienstes Siebengebirge am aktuellen Standort betrifft, noch weiterer Klärungsbedarf.

Wenn man das Gelände mit dem strittigen „Freizeitpark“ – mittlerweile nur noch als Mini-Version auf dem Privatgrundstück der Blackburns betritt, merkt man gleich, wie sehr all diese Figuren, Fahrzeuge und Gegenstände zu Gary und seiner Familie gehören. Auch jetzt, während dieser Vorweihnachtszeit voller Beschränkungen und Ängste, haben sie das Gelände über und über mit Tannenbäumen und bunten Lichtern geschmückt. Ein kleines Weihnachtsparadies für zufällige Spaziergänger – und natürlich für die Familie und ihre Angestellten selbst. Mittendrin der Panzer, Stein des Anstoßes für die Auseinandersetzungen um „Little Britain“ – gekrönt von einer Parade gutgelaunter, leuchtender Schneemänner. „Grade in den letzten Monaten durch Corona und die Lockdowns gehen viele Menschen wieder mehr spazieren oder wandern“, berichtete der weihnachtsbegeisterte Brite, „Und sie freuen sich immer noch, wenn sie hier vorbei kommen. Es ist unglaublich schade, dass die Ortsgemeinde dafür keine Ausnahme machen möchte.“ KBL

Double Brexit in Erpel?

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Gary Blackburn vor dem weihnachtlich geschmückten Panzer. Fotos: privat

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