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Ehrenamtliche Mitarbeiter sind eine wichtige Säule für den Bunten Kreis Rheinland e.V.

Eine Bereicherung fürs ganze Leben!

03.12.2018 - 09:17

„Genugtuung liegt im Einsatz“, sagte einst Mahatma Gandhi. Genau diese Weisheit spiegelt das freiwillige Engagement vieler Menschen für den Bunten Kreis Rheinland. Ein gemeinnütziger Verein, der sich für Familien mit schwerkranken und behinderten Kindern einsetzt und der diese wichtige Arbeit ohne die Hilfe von Freiwilligen nicht leisten könnte.

Ehrenamtliches Engagement bedeutet, Zeit zu verschenken. Ein wichtiges Gut, von dem wir gefühlt so wenig haben. Viel zu dicht sind die Kalender, viel zu zahlreich die Angebote, viel zu lang die To-do-Listen. Doch Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich. Zum Beispiel für Aufgaben, die einem wichtig erscheinen, hinter denen man steht und die einen erfüllen, ohne dass man dafür einen monetären Ausgleich auf dem Konto braucht.

Andrea Roth fährt seit sechs Jahren jeden Donnerstag nach der Arbeit zur Universitätskinderklinik Bonn. Dort betreut sie ehrenamtlich das Familiencafé des Bunten Kreis. Einen Nachmittag in der Woche ist sie für Eltern und Kinder da, bietet ihnen einen Ort, der nicht nach Krankenhaus riecht, sondern nach Kaffee und Plätzchen, in dem sie für einige Zeit abschalten oder sich einfach mal aussprechen können. Auch für die Kinder ist Andrea da, spielt und bastelt mit ihnen oder liest Geschichten vor.

„Es macht mir Freude, für Menschen, die es gerade nicht leicht haben, einen schönen Nachmittag zu bereiten. Die Zimmer in der Klinik sind recht klein und es tut allen gut, einfach mal ein bisschen rauszukommen.“ Auch kann sie hier Familien mit an Diabetes erkrankten Kindern zur Seite stehen, denn auch ihre eigene Tochter hat seit vielen Jahren Diabetes. „Vor Kuzem kamen Eltern mit ihrem zweijährigen Sohn extra aus der Eifel nach Bonn ins Familiencafé“, erzählt Andrea. Ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu teilen, empfindet sie als bereichernd.

An zwei Nachmittagen in der Woche ist das Café derzeit geöffnet. Auch alte Stammgäste, die zur Kontrolle in der Ambulanz sind, kommen regelmäßig wieder. „Wir würden uns über weitere Ehrenamtliche für unser Team freuen. Im Moment sind wir nur zu zweit, das heißt das Café ist auch nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet.“ Manchmal unterstützen Praktikanten des Bunten Kreis, dann öffnen sie auch schon mal von Montag bis Donnerstag. „Natürlich muss man sich bewusst sein, dass wir es hier mit teils schwer erkrankten Kindern zu tun haben. Das macht die Arbeit nicht unbedingt immer leicht, aber sie gibt mir wirklich viel.“


Eine wertvolle Arbeit


Auch Ramona Bögeholz aus Remagen hat vom Bunten Kreis schon viel Unterstützung erfahren. Sohn Maxime kam mit einem schweren Herzfehler zur Welt, musste immer wieder operiert werden. Der Bunte Kreis begleitete sie durch schwere Zeiten und kümmert sich heute noch im Rahmen des Geschwisterprojekts um Maximes Brüder. Nun, wo es Maxime besser geht, möchte Ramona durch ehrenamtliches Engagement etwas zurückgeben. „Wir sind so froh, dass es den Bunten Kreis gibt. Die Arbeit ist so wertvoll und wir wissen, dass sie ohne Freiwillige nicht möglich wäre. Deshalb ist es uns ein Anliegen zu helfen.“ Zum Beispiel beim Taschenlampenkonzert in Köln, wo Ramona Bögeholz die Luftballonausgabe betreute und sich um Besucher kümmerte. Auch viele junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Aber auch ihre Zeit ist knapp bemessen. Prüfungsstress in der Schule, Geige, Leichtathletik und Kunst-AG, dann noch ein Job, um das Taschengeld aufzubessern – da bleibt nicht viel Raum für regelmäßiges Engagement. Umso lieber setzen sich junge Menschen für zeitlich begrenzte Projekte ein. Ein leuchtendes Beispiel sind die Schüler des Hilda Gymnasiums in Koblenz, die rund um das Taschenlampenkonzert am Deutschen Eck im Einsatz sind.

„In diesem Sommer waren die Ältesten bis halb zwei nachts noch mit dem Abbau beschäftigt und die ganze Zeit mit großer Begeisterung dabei“, erzählt Matthias Brixius anerkennend. Der Mathe- und Sportlehrer leitet die Technik-AG an der Koblenzer Schule und war gleich Feuer und Flamme, als der Bunte Kreis ihn fragte, ob seine Schüler bei dem großen Open-Air-Konzert helfen würden. Als Musiker hat er selbst Erfahrung mit Bühnentechnik und seine AG ist bei Schulveranstaltungen für Licht und Beschallung zuständig.

„Beim Taschenlampenkonzert mit der Band Rumpelstil war das dann natürlich eine ganz andere Größenordnung“, sagt er. An der Seite der professionellen Techniker packten die Jungen zwischen 14 und 18 Jahren einfach überall dort an, wo sie gebraucht wurden. „Die einen halfen beim Aufstellen der Zelte, Bierbänke und Absperrzäune. Andere gingen den Bühnenarbeitern zur Hand, bauten das Podest für das Mischpult auf, zogen Leitungen oder richteten das Licht aus.“ Auch viele Schülerinnen waren in diesem Jahr wieder dabei. „Ich hatte meinen Gymnastik-Kurs gefragt und die Hälfte hat spontan zugesagt“, erzählt Matthias. Und so unterstützten 16 Mädchen beim Luftballon-Aufblasen, beim Kinderschminken oder am Glücksradstand. Noémie Maurer war in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal dabei und für die Luftballons zuständig. Die Achtzehnjährige arbeitet gerne mit Kindern und war direkt begeistert von der Idee beim Taschenlampenkonzert mitzumachen.


„Helfen macht Spaß“


„In der Gemeinschaft mit anderen zu helfen, neue Leute kennenzulernen und etwas für den guten Zweck zu tun, macht einfach Spaß“, sagt sie. Jetzt beim zweiten Mal habe sich schon eine gewisse Routine bei den Abläufen entwickelt. „Es war auch schön, viele Gesichter vom letzten Jahr wiederzusehen. Sogar einige Besucher haben mich wiedererkannt. Zum Beispiel ein Mädchen, das auch Noémie heißt.“ Nach dem Abitur will Noémie Maurer als Au-pair ins Ausland gehen und kann dann schon gute Erfahrungen vorweisen.

„Die Jugendlichen sind wirklich mit dem Herzen dabei“, ist der Eindruck von Matthias Brixius. „Natürlich kommt zuerst die Frage, was kriege ich dafür? Wenn ich dann erzähle, was der Bunte Kreis macht, ist das ganz schnell kein Thema mehr.“ Es gebe zwar kein Geld, aber ein gutes Gefühl, anderen zu helfen, viele neue Erfahrungen und Anerkennung. „Frau Orth vom Bunten Kreis kommt nach dem Konzert nach Koblenz, um persönlich Urkunden zu verteilen. Wir gehen dann auch Pizzaessen und bowlen.“ Diese persönliche Geste sei viel wertvoller, als wenn die Zertifikate nur per Post kämen.

„Ehrenamt ist heutzutage wichtiger denn je. Deswegen sollte es auch entsprechend gewürdigt werden“, sagt Inka Orth, Vorstandsvorsitzende des Bunten Kreis. Sie freut sich, den Jugendlichen mit dem Zertifikat etwas an die Hand geben zu können. „Solche Bescheinigungen machen sich gut in der Bewerbungsmappe“, ist ihre Erfahrung. Für das Jahr 2019 sucht der Bunte Kreis wieder engagierte Helfer, die sich ehrenamtlich einbringen. „Wer freiwillig seine Zeit verschenkt, bekommt so viel zurück. Man trifft besondere Menschen und sammelt Erlebnisse, die man nicht mehr missen will.“


Nachahmer gesucht


Wer sich im Jahr 2019 beim Bunten Kreis Rheinland ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich melden unter: info@bunterkreis.de oder (0 26 41) 80 977 33.

Von Janina Mogendorf

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Kommentare
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
S. Schmidt:
Das ganze Geschäftsmodell um einen „unnatürlichen“ Klimawandel beruht auf Modellberechnungen und den Verlautbarungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Nun hat die „University of Michigan“ in einer Pressemeldung vom 30.04.2020 die Katze aus dem Sack gelassen: Etliche der IPCC-Klimamodelle prognostizieren eine unrealistisch hohe Erwärmung für die Zukunft! Wie die „Berechnungen“ für die zu erwartenden „Corona-Opfer“ (es wurden bis zu 560.000 Tote prognostiziert), vollkommen falsch!
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
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