Allgemeine Berichte | 16.01.2017

Kurtscheider Wehr veranstaltet seit 21 Jahren mit großem Erfolg Country-Abende

Feuerwehr mit Faible für Western-Musik

„Lunchbox“ aus dem Saarland kam mit Sängerin Murielle und Hündin Sheila

An beleuchteten Gitterboxen konnten sich die Cowboys und -girls Geschichten von ihren spannenden Abenteuern erzählen. KER

Kurtscheid. Vielleicht ist der Unterschied gar nicht so groß zwischen einem coolen Cowboy in Westernstiefeln und einem mutigen Feuerwehrmann in seiner Einsatzkleidung. Vielleicht war das auch der Grund, warum sich die Mitglieder der Kurtscheider Feuerwehr vor 21 Jahren sagten: „Wir machen keinen traditionellen Feuerwehrball mehr, sondern veranstalten einen Westernabend mit Country-Musik.“ Die Entscheidung jedenfalls war goldrichtig, denn seit 21 Jahren trifft der Country-Abend der Freiwilligen Feuerwehr Kurtscheid auf große Gegenliebe und zieht Fans der amerikanischen Freiheitskultur von Weite und Abenteuer aus weiten Teilen des Landes in die Wiedhöhen-Halle in der Westerwaldgemeinde. Kontinuität ist das eine, dachten sich die Kurtscheider Feuerwehrkameraden, ein bisschen Abwechslung passt da aber trotzdem rein. So präsentierte sich die 21. Auflage des Kurtscheider Feuerwehr-Countryabends gleich mit zwei Premieren: Zum ersten Mal nach acht Jahren mit der Formation „Cady Country Rock“ stand nun die Band „Lunchbox“ aus Dillingen im Saarland auf der Kurtscheider Bühne. Und für die Bewirtung der vielen hungrigen Cowboys und Cowgirls im Publikum zeichnete zum ersten Mal das Team der Gutsschänke Birkenhof der nahe gelegenen Reitanlage verantwortlich.

Michael Wilbert ist der Wehrführer der Kurtscheider Feuerwehr und steht auch beim Country-Abend an vorderster Front. Über seine Truppe sagt er: „Wir haben 36 Aktive und einen Förderverein, der den heutigen Abend auch mit unterstützt. Der hat noch einmal 14 zusätzliche Mitglieder. Die Feuerwehr hier im Ort wurde 1871 gegründet und 1934 nach dem Ersten Weltkrieg wiedergegründet. Im Schnitt haben wir 30 Einsätze im Jahr, zum Glück ist es bisher nie zu ganz großen Unglücken gekommen. Wir sind ein Dorf mit 1.000 Einwohnern, dazu kommt noch das für unsere Verhältnisse recht große Gewerbegebiet. Außerdem sind wir auch mit zuständig für die neu gebaute Umgehung Rengsdorf. Wir sind schon froh für jeden Einsatz, den wir nicht haben.“

Einen solchen Einsatz gab es zum Glück auch nicht am Samstagabend während der Veranstaltung. Aber selbst wenn, wären die Kurtscheider Feuerwehrleute einsatzbereit gewesen, „wenn auch nicht in ganz voller Stärke“, schmunzelt Michael Wilbert. Vor drei Jahren ist seine Wehr aus dem alten Standort neben der Wiedhöhenhalle umgezogen ins Industriegebiet. Echte Country- und Westernfans gibt es unter den Kurtscheider Feuerwehrleuten keine, gesteht Michael Wilbert. Alle haben sich auf andere Stilrichtungen festgelegt. Trotzdem haben er und seine Kameraden Spaß an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung, sorgt sie doch auch für einen guten Ruf der Kurtscheider Feuerwehr und bringt Geld in die Kassen der Wehr. Mit diesen Einnahmen werden Gerätschaften angeschafft, die aus dem normalen Etat der Wehr nicht zu finanzieren wären. Aktuell steht aber nicht unbedingt etwas Dringendes an, was gekauft werden müsste. Die Besucher des Kurtscheider Country-Abends nehmen zum Teil weite Anfahrten in Kauf, wie zum Beispiel die Gruppe „Dizzy Dance“ aus Mayen, die schon zu den Stammgästen der Veranstaltung gehören.

Deren Tanztrainerin Sabine Funke bietet im Verlauf des Abends zwei Crash-Kurse im Line Dance an, der einfach aussieht, aber bei dem es für Anfänger doch schon mal zu leichten Verknotungen der Beine kommen kann. Andere Besucher kommen aus dem Hunsrück, aus dem Siegerland und anderen Regionen des Landes. Nicht nur die Musik und die Tanzkurse sind es, die den Country-Abend interessant machen, sondern auch die über 100 Preise der Tombola, an erster Stelle ein wertvoller Weber-Grill, mit dem man sich am Lagerfeuer in der Prärie beim Sonnenuntergang saftige T-Bone-Steaks grillen kann. Zu den Wehrleuten in Kurtscheid gehören seit einigen Jahren auch drei Frauen. Sie gingen aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst über, berichtet Wehrführer Michael Wilbert. Deswegen hält er die Jugendfeuerwehr für besonders wichtig, es gibt dank ihr auch keine Nachwuchssorgen in der Wehr. Einmal im Jahr treffen sich alle - ohne Country-Musik - zu einem gemütlichen gemeinsamen Abend, sie veranstalten eine Vatertagswanderung und richten alle paar Jahre einen Tag der offenen Tür aus.

Den einzigen vierbeinigen Besucher beim Kurtscheider Country-Abend hatte die Frontfrau von „Lunchbox“, Murielle Merz, mitgebracht, ihre Australian Sheperd-Hündin Sheila. Zur Band sagt sie: „Uns gibt es seit neun Jahren. Wir haben Auftritte im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Luxemburg und Frankreich. Manchmal sind es Stadtfeste, manchmal Hallenveranstaltungen - eigentlich sehr unterschiedlich. Alle von uns haben schon vor Lunchbox Countrymusik in verschiedenen Bands gespielt. Ich bin die Einzige in der Band, die auch Westernreiterei betreibt, früher sogar in Wettbewerben. Unser nächster Auftritt hier in der Region ist an Pfingstsonntag beim großen Westernfestival in Güllesheim.“

Feuerwehr mit Faible für Western-Musik

Feuerwehr mit Faible für Western-Musik

Feuerwehr mit Faible für Western-Musik

An beleuchteten Gitterboxen konnten sich die Cowboys und -girls Geschichten von ihren spannenden Abenteuern erzählen. Fotos: KER

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