Der Fackellauf des DRK bringt „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ in die Eifelstadt

„Fiaccolata“ macht Station in Mayen

09.05.2022 - 12:33

Mayen. Seit 30 Jahren erinnert der Fackellauf des „Internationalen Komitee vom Roten Kreuz“, also der übergeordneten Organisation des hiesigen Deutschen Roten Kreuz, an deren Gründung im Jahre 1863 im schweizerischen Genf. Aber auch an die Schlacht von Solferino, der Entscheidungsschlacht des „zweiten Italienischen Unabhängigkeitskrieg“ zwischen dem damaligen Kaiserreich Österreich, angeführt von Kaiserin Sisi´s Ehemann Kaiser Franz-Josef I. aus dem Hause Habsburg und dem durch Kaiser Louis-Napoléon Bonaparte (Napoleon III.) und Frankreich unterstützten König-reich Sardinien im Jahr 1859. Dem ursprünglichen Auslöser für die Gründung der international tätigen Hilfs- und Rettungsorganisation.


Hintergrund war eine Geschäftsreise des Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant, welcher in den Orten Solferino und San Martino della Battaglia nahe des Gardasee, zufällig Zeuge wurde, wie rund 6.000 Soldaten getötet und etwa 25.000 verletzt wurden. Die teils schwerverwundeten Soldaten aus beiden Lagern, fanden sich ohne jegliche medizinische Hilfe auf dem Feld liegend, auf den Tod wartend, wieder. Der sehr religiöse Banker unterbrach sehr erschüttert dieser Eindrücke seine Reise und organisierte spontan mit Hilfe der Zivilbevölkerung eine Notfallversorgung. Ebenso schuf er in der großen Kirche „Chiesa Maggiore“ ein Behelfshospital. Auch wenn vielen Soldaten damit nicht geholfen werden konnte, rettete diese neutrale, bedingungslose und unterschiedslose Aktion durchaus trotzdem vielen, ob Freund oder Feind, das Leben.

Letztlich bewegte eben genau jene Kriegserfahrung Dunant dazu, mit vier aktiven Mitstreitern, 1863 den Vorläufer des Roten Kreuz zu begründen.

Um diese wichtige Errungenschaft der Humanität vor 163 Jahren zu würdigen, gibt es seit 1992 in Italien, rund um den 24. Juni einen Fackelzug. Dann wird eine Fiaccol (italianisch für Fackel) von Solferino, ins nur acht Kilometer entfernte Castiglione delle Stiviere gebracht. Um auch mit einer „deutschen“ Fackel pünktlich dabei zu sein, startete am 16. Februar 2022 in Berlin beim DRK-Generalsekretariat, zum erst zweiten Mal überhaupt, auch eine nationale Version, die nach Stationen in ganz Deutschland, den Flambeau des DRK in die Lombardei verbringen soll. Auslöser hinter dieser nationalen Fackelreise war Corona. So wollte man allen 19 DRK-Landesverbänden mit ihren vielen Ortsvereinen die Chance geben, auch am Fackellauf teilzunehmen.

Einer der unzähligen Zwischenstationen auf der Reise quer durch die Bundesrepublik nach Norditalien war auch Mayen. Nachdem die Flamme in Berlin gestartet war, ging es über diverse Kreisclubs mit unterschiedlichsten Aktionen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern via Schleswig-Holstein nach Hamburg. Von dort über Bremen quer durch Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen nach Thüringen. Vom Thüringen aus, führte der Weg nach Hessen und von dort schließlich nach Nordrhein-Westfalen, wo die Flamme u.a. auch in der berühmten dortigen Schwebebahn transportiert wurde. So erreichte man schließlich am 6. Mai auch den Kreis Ahrweiler. Hier nutzte man die Gelegenheit ,um nochmals auf die große Not im Ahrtal, nach der schlimmen Flutkatastrophe im letzten Jahr hinzuweisen. Der dortige Kreisverband übergab schließlich am 7. Mai in Sinzig die Fackel Wieder-rum an Vertreter des DRK-Kreisverbandes Mayen-Koblenz e.V.

Nachdem der Kreisverband seine Aktion im letzten Jahr in Koblenz durchgeführt hat, nahm man 2022 die Autoschau in Mayen zum Anlass und verbrachte durch Vertreter des Ortsverbandes Andernach den Feuerträger auf den Goloturm der dortigen Genovevaburg. Hier sorgte ein erfahrener Höhenretter der DRK-Bergwacht aus Ettringen dafür, dass die Flamme über ein Seil, welches hoch über den In-nenhof der Burg gespannt war, „spektakulär“ auf die Tribüne der Burgfestspiele verbracht wurde, wo sie der DRK-Kreisgeschäftsführer Bernhard Schneider, in Anwesenheit von Mayens Oberbürgermeister Dirk Meid (SPD) und Kreis-Vize-Präsident Hans Imo entgegennahm. „Wir freuen uns sehr, ein Teil dieser wunderbaren Bewegung zu sein und wünschen der Fiaccolata einen guten Verlauf auf ihrem langen Weg nach Solferino“, sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Bernhard Schneider in einem Statement.

Auf der Bühne der Burgfestspiele im historischen Burghof, übergab man wiederum die Flamme, unter Beisein der Kreisbeigeordneten Judith Lehnigk-Emden (FDP Andernach) an Ann-Katrin Stein, von der Mendiger Jugendorganisation des DRK-Kreisverbandes. Diese überführte das „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ nach Mendig. Anschließend ging die Fackel an den DRK-Ortsverein Mülheim-Kärlich über, welcher das Licht zum DRK-Ortsverein Waldesch begleitete. Dort endete die Reise durch den Kreis Mayen- Koblenz. Letztlich wurde das Feuer an den DRK-Kreisverband Mainz-Bingen abgegeben.

Roland Schäfges

- www.myfoto24.eu

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