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Weinmanufaktur Dagernova nahm Abschied

Geschäftsführer Friedhelm Nelles geht nach 38 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand

Weggefährten sagten ihm im Dernauer Culinarium Lebewohl – Nelles hat die Dagernova zu einer der besten Winzergenossenschaften Deutschlands gemacht

02.05.2017 - 09:14

Dernau. „Mit ihrer Verabschiedung endet eine Ära in der Geschichte der Weinmanufaktur Dagernova“, kommentierte Landrat Dr. Jürgen Pföhler die Tatsache, dass Friedhelm Nelles, der langjährige Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer der Dagernova Ahrwinzer eG, nach 38 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geht. Im Dernauer Culinarium sagten ihm 85 Weggefährten jetzt Lebewohl.

Der Dagernova-Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Marner zog zu Beginn seiner Laudatio eine Parallele: „Es ist ein langer, steiler und steiniger Weg, bis ein Wein in der Flasche ist, aber der Weg lohnt sich, denn am Ende steht etwas Einzigartiges.“ Auch Nelles Aufgabe als Geschäftsführer der Dagernova sei nicht immer leicht gewesen, doch sein Werk sei mehr als gelungen. Nun beginne der Reifeprozess, und je besser der Wein, desto länger die Reifezeit. Auch Nelles sei engagiert seinen Weg gegangen und habe sich nun eine sehr lange Reifezeit im Ruhestand verdient. Schließlich sei es ihm gelungen, die Dagernova zu einer der besten und angesehensten Winzergenossenschaften in ganz Deutschland zu machen. „Darauf können wir aufbauen und wollen den Weg auch in Zukunft fortsetzen“, versprach er.


Vom Weingummi zur Winzergenossenschaft


Nach seiner Ausbildung bei Haribo in Bonn sei Nelles 1979 zurück zu seinen Wurzeln in die Winzergenossenschaft Dernau gekommen, wo er sich schnell und strebsam nach vorne gearbeitet habe. Zunächst in der kaufmännischen Verwaltung eingesetzt, sei er 1989 Vertriebsleiter und Vorstandsmitglied geworden, 2005 habe er die Geschäftsführung übernommen und sei 2011 Sprecher des Vorstands und Vorstandsvorsitzender geworden. Zwischen Vorstand und Aufsichtsrat habe stets die Chemie gestimmt, bestätigte Marner.

„Nach 38 Jahren verlassen sie eine Winzergenossenschaft, die wirtschaftlich sehr gesund ist und dabei mit die höchsten Traubenpreise in ganz Deutschland an seine Mitglieder bezahlt“, wies der Aufsichtsratsvorsitzende auch darauf hin, dass Nelles die Belange der Mitglieder immer sehr wichtig gewesen seien. Er habe die Winzergenossenschaft in jahrzehntelanger Arbeit und in verschiedenen Funktionen nach vorne gebracht und damit zugleich die Attraktivität der Ahrtal-Region gesteigert. Als Kapitän habe er stets auf Offensive gesetzt und dabei vor allem die Qualitätsoffensive konsequent durchgezogen. Damit sei die Winzergenossenschaft den ständig steigenden Ansprüchen der Kundschaft nicht nur gefolgt, sondern ihnen stets ein Stück voraus gewesen.


Den Blick über den Kirchturm gewagt


Nelles habe sich stets den Herausforderungen und der Dynamik des Marktes gestellt, dabei den Blick über den Dernauer Kirchturm gewagt und sich dennoch zur Region bekannt. „Sie hinterlassen ein hervorragend bestelltes Feld für ihre Nachfolger Thomas Monreal und Günter Schüller.“ Künftig werde Nelles wohl öfter selbst im Weinberg seiner Frau Eleonore stehen und seine eigenen Trauben der Winzergenossenschaft zuliefern. Die Winzergenossenschaft sei im zu großem Dank verpflichtet.

Pföhler wies darauf hin, dass Nelles von den 144 Jahren, die die Winzergenossenschaft mittlerweile bestehe, rund vier Jahrzehnte aktiv mitgearbeitet habe. Seit 2005 stehe er als Geschäftsführer an der Spitze der Ahrwinzer, „in dieser Zeit haben Sie maßgeblich dazu beigetragen, dass der Name Dagernova den hohen Stellenwert hat, den er heute in der Fachwelt und bei Weinkennern genießt.“ Mittlerweile zähle die Dagernova zu den Zugpferden der heimischen Weinwirtschaft, und sowohl nationale wie auch internationale Erfolge bezeugten das hohe Qualitätsbewusstsein und Können der Mitarbeiter und Mitglieder.

Eine ganz besondere Auszeichnung sei 2013 die Prämierung des 2011er Heimersheimer Kapellenberg bei den „Decanter World Wine Awards“ in London als bester Spätburgunder der Welt gewesen.


Dickes Ausrufezeichen am Wirtschaftsstandort gesetzt


Die Dagernova setze mit ihren Erfolgen auch ein dickes Ausrufezeichen am Wirtschaftsstandort Kreis Ahrweiler. Als größte Winzergenossenschaft der Ahr mit rund 8 Millionen Euro Jahresumsatz sei sie ein wichtiges Standbein der Weinregion. „Daran hat Friedhelm Nelles als Geschäftsführer maßgeblichen Anteil“, so der Landrat. Die Genossenschaft bewirtschafte ein Drittel der gesamten Weinanbaufläche der Ahr, beschäftige 35 Mitarbeiter und zähle über 600 Mitglieder. „Damit ist das Unternehmen als traditionsreiche Weinmanufaktur ein unverzichtbarer Bestandteil der Firmenlandschaft in unserem Kreis Ahrweiler und auch ein wichtiger Arbeitgeber. Wir brauchen solche Unternehmen, die unsere Wirtschaft stärken und das Rückgrat unseres Arbeitsmarktes bilden.“

Ein mittelständisches Unternehmen dürfe jedoch nicht allein auf seinen guten Ruf und die Geschäftslage vertrauen, sondern müsse sich aktiv mit den veränderten Rahmenbedingungen des Marktes auseinandersetzen, wusste Pföhler. Es müsse sich den Herausforderungen der Globalisierung und den rasanten Entwicklungen in Wirtschaft und Technologie stellen. Nelles habe als Geschäftsführer stets erkannt, dass Stillstand Rückschritt bedeute und daher viel Herzblut und natürlich auch Geld in der Weiterentwicklung des Betriebes investiert. Allein in den vergangenen Jahren habe die Winzergenossenschaft mehr als 5 Millionen Euro investiert.


Millionen in die Modernisierung gesteckt


1,8 Millionen Euro seien allein in die umfangreiche Renovierung und Erweiterung des Culinariums und der Vinothek geflossen. Zu den weiteren Großinvestitionen gehörte die Modernisierung der Traubenannahme und der Dagernova Eventhalle im Ortskern. Auch der zuletzt aufwändig umgestaltete Weinkeller hinter der Eventhalle sei eine wichtige Maßnahme, die von den Besuchergruppen gerne angenommen werde. „Nicht zu vergessen ist darüber hinaus die Beteiligung der Dagernova an der ehemaligen Domäne Kloster Marienthal.“ Diese Investitionen seien zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle angesetzt worden. „Sie haben mit Weitsicht und verantwortungsvollem Handeln vieles zum Wohle der Dagernova bewegt. Kurzum: Sie können stolz auf das von Ihnen Geleistete sein“, lobte der Landrat den scheidenden Geschäftsführer.

Bürgermeister Achim Haag wusste, dass Nelles bei der Dagernova seine Berufung gefunden hatte. Der ganze Mensch habe der Dagernova gedient und ihr jahrzehntelang ein Gesicht gegeben. Erfolg lasse sich aber nicht nur an einem positiven Jahresergebnis ablesen, sondern auch daran, dass sich die Menschen bei ihm wohl gefühlt hätten und es ihm immer wieder gelungen sei, sie zu motivieren. „Fürsorge ist heute etwas Seltenes geworden, doch ihnen ist es gelungen, dass sich die Mitarbeiter immer gut und sicher gefühlt haben.“


Gut bestelltes Haus übernommen und übergeben


Friedhelm Nelles dankte allen für die Unterstützung in den vergangenen Jahrzehnten und war überzeugt: „Viel Neues kommt auf mich zu.“ In all den Jahren habe er gemeinsam mit seinen Mitstreitern viel erreicht und zum Wohle aller Mitglieder gewirkt. Er dankte allen Mitarbeiter für ihr Engagement und war sich sicher, den gemeinsamen Alltag schon bald zu vermissen. Er habe von seinem Vorgänger Ernst Bender ein gut bestelltes Haus übernommen und glaube auch, ein gut bestelltes Haus an seinen Nachfolger Thomas Montreal zu übergeben, schloss er seine Abschiedsrede unter dem Beifall seiner Weggefährten.

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Der 9 -jähriger Malte Thome aus Montabaur-Bladernheim lief 10 km untrainiert unter 1 Stunde. Warum wird das nicht erwähnt?

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Uwe Klasen:
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