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Mit Resignation ist der Mensch auch in Sachen „Klima“ nicht gut beraten

Klimafreundliches Mobilitätskonzept soll sich breiter Zustimmung erfreuen

Bürger-Workshop am 25. November im Historischen Rathaus

28.10.2019 - 11:53

Andernach. Kohlendioxid (CO2) zählt mit einem Anteil von 22 Prozent heute zu den wichtigsten, auf der Erde für den Treibhauseffekt verantwortlichen Treibhausgasen. Der motorisierte Verkehr zählt zu den Sektoren die CO2 emittieren. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Mobilität klimaverträglich, sozial, zukunftsweisend, bezahlbar und ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu gestalten. Die Stadt Andernach will ihren Teil dazu beitragen, dass das internationale Klimaabkommen zur Wirkung kommt


Bürgerworkshop soll Einwohner "mitnehmen"


Im Rahmen eines Bürger-Workshops, zu dem die Stadtverwaltung am 25. November um 17 Uhr, die Bürgerinnen und Bürger ins Historische Rathaus einlädt, möchte sie die Einwohner „mitnehmen“.

Die von Verkehrsplanungs-Ingenieuren in Zusammenarbeit mit einer internen Arbeitsgruppe erarbeiteten Maßnahmenvorschläge, „Klimafreundliches Mobilitätskonzept“, stehen dann zur öffentlichen Diskussion. Die Presse wurde im Vorfeld über die denkbaren Veränderungen informiert.


689.000 Kilometer am Tag – und das in Andernach!


Im November 2016 beschloss der Haupt- und Finanzausschuss, Mittel für die Erstellung eines klimafreundlichen Mobilitätskonzepts in den Haushalt für 2017 einzustellen und einen Förderantrag beim Bund zu stellen. Gefördert wird das Projekt als Teil der nationalen Klimaschutz-Initiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Stadt Andernach beauftragte das Darmstädter Fachplanungsbüro R-T Ingenieure mit der Erstellung einer Bestandsaufnahme, Analyse und der Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen. Dieses Verkehrsplanungsbüro hat bereits Städte wie Freiburg, Trier und Tübingen begleitet, die nun eifrig dabei sind, Vorschläge in die Tat umzusetzen. Die hiesige Erhebung der Darmstädter Verkehrsplanungsingenieure überraschte: Auf täglich 689.000 Fahrzeugkilometern summierte sich im Analysejahr 2018 der innerstädtische Verkehr im beschaulichen Andernach. Dies führte im Ergebnis im vergangene Jahr zu einer Treibhausemission (CO2) von über 52300 Tonnen. Ziel der jetzt vorliegenden Maßnahmenvorschläge ist es, bis zum Jahr 2030 die täglich gefahrenen Innenstadtkilometer auf 666000 und die jährliche CO2-Emission um 17,2 Prozent zurückzuführen. Oberbürgermeister Achim Hütten:


„Das ist nicht ohne ein Umdenken möglich!“


Nur durch eine Umorientierung von den, mit fossilen Brennstoffen betriebenen, Kraftfahrzeugen auf den ÖPNV, auf das Fahrrad oder die zu-Fuß-Bewegung sei das Ziel zu erreichen, so der Stadt-Chef.


Der Weg zur klimafreundlichen und noch attraktiveren Stadt


Dr. Ing. Ralf Huber-Erler (Geschäftsführer R+T Ingenieure): „Wir wollen es attraktiver machen, mit anderen Verkehrsmitteln, als mit dem eigenen Auto zu fahren, möchten jedoch das Autofahren nicht unnötig erschweren oder gar verhindern.“ Nach intensiver Bestandsanalyse des Auto-, Rad-, fußläufigen und öffentlichen Verkehrs konnte er zusammen mit seiner Mitarbeiterin Christina Kugel ein Verbesserungspotenzial ermitteln und daraus Maßnahmenvorschläge ableiten. Für Radfahrer könnten z.B. die Fußgängerzone geöffnet oder die Gegenrichtung von Einbahnstraßen freigegeben werden. Ganz konkret wurden auch der Umbau von Straßen zugunsten von Radwegen und die Sanierung vorhandener Wege vorgeschlagen. Würde man an verschiedenen Stellen in der Stadt fehlende Querungs-Möglichkeiten und Barrierefreiheit herstellen sowie Gehweg-Engstellen beseitigen, sei es zudem attraktiver, die Innenstadt als Fußgänger aufzusuchen. Unterstützt würde das Fortbewegungsbegehren als Fußgänger, Radfahrer oder Bus-Fahrgast durch Änderungen bei der Parkraum-Bewirtschaftung (Parkgebühren erhöhen bzw. kostenfreies Parkangebot abbauen, Benutzervorteile für Bahnkunden einräumen, Bewohnerparkzonen schaffen). Außerdem soll der hohen Auslastung einiger Straßen mit geeigneten Maßnahmen entgegengewirkt werden.


Bürgerinnen und Bürger wirken mit


Im November vergangenen Jahres hatten die Einwohner bei einem Bürgerworkshop bereits die Gelegenheit, ihre Wünsche und Anregungen in das Konzept einzubringen. Nun sind sie erneut aufgerufen am Montag, 25. November um 17 Uhr, im Historischen Rathaus über die vorliegenden Vorschläge und denkbaren kurz- und mittelfristigen Veränderungen mit den Verantwortlichen und Experten zu diskutieren. Eine Anmeldung ist dazu nicht erforderlich.

Oberbürgermeister Achim Hütten und Bürgermeister Claus Peitz hoffen auf die Zustimmung der Bevölkerung, denn Resignation könne sich Andernach vor dem Hintergrund der zu erwartenden und beunruhigenden Klimaveränderungen nicht leisten. Im ersten Schritt wird in der Stadt in den Ausbau des Radwegenetzes investiert. Alle weiteren noch zu beschließenden Maßnahmen kommen dann mehrstufig in einem Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren zur Umsetzung.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Was machen eigentlich die Politikdarsteller und die sogenannten Aktivisten, wenn der aktuelle Klimawandel doch nicht menschengemacht ist? Die Beweislage dahingehend verdichtet sich zusehends!
Antje Schulz:
Wie wäre es, wenn die AfD Rheinland-Pfalz Herrn Bleck mal zu einem Kurs in Organisation, sowie Anstand und Benehmen schickt?
Stefan Knoll :
Angesichts der Tatsache, daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck seine Teilnahme an der Schulveranstaltung noch nicht einmal abgesagt hat, stellen sich folgende Fragen: 1. Hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck ein Organisationsproblem? 2. Hat es der AfD-Abgeordnete Bleck nicht nötig eine Veranstaltung in einer Schule zu besuchen? 3. Hat der AfD-Abgeordnete Bleck keine Lust auf eine Schulveranstaltung wie "70 Jahre Grundgesetz"?
Patrick Baum:
Die AfD Rheinland-Pfalz blamiert sich nahezu täglich aufs Neue. Daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck aus Altenkirchen die Veranstaltung in der Schule noch nicht einmal abgesagt hat, ist ein No-Go. Und dieser Herr Bleck wollte einmal Lehrer werden. Nach fast 20 Semestern Lehramtsstudium hat Herr Bleck die Universität ohne Abschluß verlassen. Zudem hätte Blecks Mitarbeiter Jan Strohe aus Nordhofen bei Selters die Veranstaltung absagen können. Strohe ist Kreisvorsitzender der AfD Westerwald und hat enge Kontakte zum extrem rechten Justin Cedric Salka aus Hachenburg.
Uwe Klasen:
Wenn Physik auf Wunschdenken trifft, gewinnt die Realität. So haben die Stromnetzbetreiber aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz bekannt gegeben, dass sie ab 2021 den Ladestrom an privaten Ladestationen beschränken (möchten), damit es zu Spitzenzeiten nicht zur Überlastung der Verteilernetze kommt.
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