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Kleinkunstbühne blickt optimistisch in die Zukunft

Viel Solidarität mit den Kulturschaffenden

Kabarettfans spenden für Kulturinitiative – Start der Weltmusikreihe im Westerwaldkreis am 3.5. abgesagt

27.03.2020 - 13:02

Montabaur. „Das ist überwältigend!“ – Gemeint ist das Ergebnis einer „Kartenspendenaktion“, zu der die Kleinkunstbühne Mons Tabor aufgerufen hatte, nachdem sie die zweitägige 27. Westerwälder Kabarettnacht in Oberelbert am vergangenen Wochenende hatte absagen müssen. Neben dem anfänglichen Frust überwiegt nun bei den Verantwortlichen die Hoffnung: Grund dafür ist die Solidarität der vielen Kabarettfans, die fast alle den Kartenpreis oder zumindest einen Teil davon gespendet haben, damit die Bühne in der Nachcoronazeit ihre ehrenamtliche und in der Region fest verwurzelte Kulturarbeit fortsetzen kann. Wie schon seit 33 Jahren!

Auf diese Solidarität in Zeiten, in denen bei zu vielen Mitmenschen offensichtlich das Augenmerk noch eher auf die Deponierung von Klopapier gerichtet ist, sind die „Kleinkünstler“ dringend angewiesen. Denn ihre eigene mobile Ton- und Lichtanlage ist in die Jahre gekommen und muss teilweise ersetzt werden – verbunden mit einem Investitionsbedarf von fast genau 15.000 Euro. Ohne diese kurzfristig anfallenden Anschaffungen kann die Bühne ihre durchweg hochwertigen Konzerte, Festivals und Kabarettveranstaltungen nicht in der gewohnten Qualität fortsetzen. Diese erwarten sicher auch künftig alle regelmäßigen Veranstaltungsbesucher/innen sowie die Werbepartner und Sponsoren. Alle Mitglieder der Kleinkunstbühne sind sich deshalb darin einig: wenn es bei einer Sache keine Kompromisse geben kann, dann bei dem hohen Niveau der Veranstaltungen!

Dies gilt insbesondere auch für die jährliche Weltmusikreihe: seit 25 Jahren bringt „Musik in alten Dorfkirchen“ im KULTURSOMMER Rheinland-Pfalz die Kulturen der Welt musikalisch in den Westerwald! Die diesjährige 25. Jubiläumsreihe war von der Kleinkunstbühne Mons Tabor als Veranstalter als beste Weltmusikreihe angekündigt worden, die es je in der Region gab. Das war nicht zu viel versprochen, sollen doch zwischen Mai und Oktober außergewöhnlich virtuose Folkbands aus Europa, Afrika und Südamerika in den Westerwald kommen. Alle gehören in ihren Herkunftsländern zu den Top-Stars ihres Genres.

Start der Jubiläumsreihe von „Musik in alten Dorfkirchen“ sollte am Sonntag, 3. Mai um 17 Uhr in der Evangelische Kirche in Kirburg bei Bad Marienberg sein. Mit Sharon Shannon & Band wollte ein Superstar der ebenso modernen wie traditionellen irischen Musik auf der Bühne am Altarraum stehen. Doch die gesamte Tour der Akkordeonspielerin von der „Grünen Insel“ im Rahmen ihrer „Celebrating 30 Years Tour“, mit nur einigen wenigen Konzerten in Deutschland, wurde bereits abgesagt. Aber erfreulich für alle Fans des Irish-Folk: es gibt bereits einen neuen Termin – die Band wird zum Auftakt der 26. Weltmusikreihe am Sonntag, 9. Mai in den Westerwald kommen!

Wie es bei Musik in alten Dorfkirchen diesem Jahr weitergeht, wird von Woche zu Woche entscheiden – je nachdem wann Corona aufgibt und sich auch aus unserem Kulturleben weitgehend verabschiedet. Nach jetzigem Stand kommt am 28. Juni mit Habib Koite & Band einer der derzeit größten Musiker Afrikas nach Selters. Nur vier diatonische Akkordeons: das ist sind Dancas Ocultas aus Portugal (siehe beigefügtes Foto). Am 19. Juli soll das inzwischen europaweit bekannte Quartett in Neuhäusel zu erleben sein. Zwei weitere Konzerte am 30. August in Höhr-Grenzhausen (Klezmer) und am 4. Oktober in Westerburg (Südamerika) sind geplant. Die Kleinkunstbühne will versuchen, weitere möglicherweise ausfallende Konzerte in 2021 nachholen zu können. Spätestens mit dem 30. Kleinkunstfestival „Folk & Fools“ am 20. und 21. November in Montabaur soll alles wieder normal laufen.

Die Kleinkunstbühne Mons Tabor hat einen großen Vorteil, der die Hoffnung begründet, dass es nach Corona mit voller Energie weitergehen wird: es fallen bei der rein ehrenamtlichen Bühne keine Personalkosten an – niemand muss davon leben. Dies ist bei hauptamtlich geführten Kulturprojekten und Künstler/innen in der Region und darüber hinaus anders: bei ihnen fallen von heute auf morgen fast alle Einnahmen weg und niemand kann sagen wie lange das dauern wird. Viele von ihnen haben jahrelang Selbstausbeutung betrieben, ohne irgendwelche Rücklagen bilden zu können. Doch die meisten dieser engagierten Kulturschaffenden haben das gerne und aus Überzeugung getan, weil Geld in Kunst und Kultur für sie oft Mittel und nicht Zweck ist.

Nun droht einem Bereich der Kollaps, der mit dazu beigetragen hat, dass der Westerwald lebenswert und weltoffen ist. Die Kleinkunstbühne begrüßt es deshalb sehr, dass Land und Bund schnell gehandelt und auch für Kunst und Kultur geltende Förderbausteine auf den Weg gebracht haben. Vielleicht kann ja auch der Westerwaldkreis mit den Verbandsgemeinden ein Sonder-Kulturprogramm auflegen, dass dabei hilft, dass ab Herbst wieder viele Künstler und Veranstalter dazu beitragen können, die Lebensfreude auf die heimischen Bühnen zurückzubringen!

Aber kann der Stillstand des kulturellen Lebens in der Region auch eine Chance sein? Welches Kulturangebot brauchen wir in der Region? Wie können traditionelle kulturtreibende Musik-, Theater- und Gesangvereine gefördert werden? Die Kleinkunstbühne Mons Tabor ist bereits mit einem Bildungsträger in Kontakt, um Anfang 2021 dazu ein öffentliches Diskussionsforum zu organisieren. Info dazu und zu allen anderen Themen rund um die Kleinkunstbühne gerne bei Uli Schmidt per Email unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de. Dort kann sich gerne auch melden, wer finanziell etwas beitragen will.

Pressemitteilung

Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V.

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Kommentare
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
S. Schmidt:
Das ganze Geschäftsmodell um einen „unnatürlichen“ Klimawandel beruht auf Modellberechnungen und den Verlautbarungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Nun hat die „University of Michigan“ in einer Pressemeldung vom 30.04.2020 die Katze aus dem Sack gelassen: Etliche der IPCC-Klimamodelle prognostizieren eine unrealistisch hohe Erwärmung für die Zukunft! Wie die „Berechnungen“ für die zu erwartenden „Corona-Opfer“ (es wurden bis zu 560.000 Tote prognostiziert), vollkommen falsch!
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
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