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Die Restaurierung des linken Seitenaltars der Pfarrkirche St. Marien in Bad Breisig steht vor dem Abschluss

Warmer Holzton und güldener Glanz

12.12.2017 - 10:54

Bad Breisig. Im Altarbereich bietet die Pfarrkirche St. Marien derzeit ein ungewohntes Bild: Der linke Seitenaltar des barocken Hochaltar-Trios ist eingerüstet. Wo sonst Gemälde prangen ( im Zentrum die Immaculata, Maria, die der alles Böse verkörpernden Schlange den Kopf zertritt, oben der heilige Nikolaus und unten der heilige Rochus), da klaffen nun Öffnungen.

So können sich die Diplomrestauratoren aus Koblenz (Katrin Etringer, Daniela Jacek und Valerio Di Finizio) ganz auf die aktuelle Restaurierung konzentrieren. „Die Maßnahme umfasst die drei Eichenholz-Altäre mit Schnitzereien und Profilen, die vergoldet sind, aber ohne die Gemälde. Sie sind bereits früher überholt worden“, sagt Etringer.

Seit Mitte Oktober arbeiten die Spezialisten an der Freilegung und Vergoldung des Altars. Wie das ganze Ensemble stammt er aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Lauf der Zeit nahmen die Altäre mit ihren prächtigen Architekturaufbauten ein immer düsteres Aussehen an. Holzrestauratorin Jacek kennt den Grund: „Die Oberfläche ist oft bearbeitet worden, darauf fanden sich Lacke, Ruß, Wachs, Vergilbung.“ Regelrechte „Schmutzlasuren“ von der Restaurierung 1924/1925 sollten den Anschein hohen Alters erzeugen. „Eine schwarz-braune Soße war das“, so Etringer. „Da wurde missverstanden, was Patina ist“, urteilt Jacek, die die Fassungen mit dem Skalpell freilegte.

Nicht nur die holzansichtigen Partien haben gelitten. „Wir haben vier Fassungen Vergoldung abgenommen“, berichtet Etringer: Bronze und gemalte Ölvergoldung waren darunter. Die Erstfassung - „sie ist die qualitätvolle“ - wird erhalten, gereinigt und retuschiert, wenn die Fehlstellen aufgefüllt sind. Dazu schneidet die Gemälde- und Vergoldungsrestauratorin mit einem Vergoldermesser auf dem Vergolderkissen Blattgold zu und bringt es an der Oberfläche auf. Di Finizio poliert das Gold mit einem Achatstein. Gereinigt und ergänzt werden ebenso die mit Blattsilber belegten Säulentrios beidseitig der Immaculata.

Ziel ist es, Originales zu konservieren, Zutaten und Überarbeitungen zu entfernen und die Oberflächen auf einen Stand zu bringen. Stetig lernen die Akteure vom Objekt. „Du findest bei der Arbeit immer mehr Erkenntnisse, das macht sie so spannend“, sind sich die Erhaltungsprofis einig. Sie stellten etwa fest, „dass die Profile, auch an der Kanzel, einmal himmelblau waren“ und die Kassetten der Seitenaltäre zeitweilig entweder farbig gefasst, gelüstert oder marmoriert. Genaues ist nicht bekannt, so fällt die Entscheidung zugunsten einer holzfarbenen Fassung. Was geschieht mit den „Ohren“, wie die Restauratorinnen die später ergänzten geschnitzten und vergoldeten Altar-Wangen scherzhaft nennen?

Kreisarchivar Leonhard Janta nimmt als deren Urheber einen Breisiger Schreiner an. „Es könnte mein Urgroßvater Anton Josef Kindler gewesen sein“, sagt Stephan Kindler, Inhaber der Schreinerei Karl Kindler und Verwaltungsratsmitglied der Pfarrgemeinde. Vielleicht auch Ururgroßvater Anton Alois Kindler, der die Firma 1875 gründete und einen ganzen Altar gefertigt hat. Alte Auftragsbücher, die Auskunft geben könnten, sind in der Familie, die Generationen von Schreinern hervorgebracht hat, nicht vorhanden. Jedenfalls dürfen die „Ohren“ bleiben, „als gewachsener Bestand“, so Jacek. „Die haben ein Gewohnheitsrecht“, bestätigt auch Etringer.


Ein „Tiefenlicht“


Durch die Restaurierung wirkt der Seitenaltar lebendiger und zeigt ein helleres anheimelndes Braun. Abschließend mit Schellack überzogen, „tritt die Maserung mit Brillanz hervor und erhält einen satteren warmen Holzton“. Etringer spricht von einem „Tiefenlicht“. Jacek weist überdies darauf hin, dass die wiederbelebte Farbe des Holzes, das übrigens von erstaunlich guter Qualität sei, nun „eher harmoniert mit den Holztönen der Bänke und Orgel“. Auch das Gold, das stellenweise stumpf und uneinheitlich war, glänzt zu Weihnachten wieder makellos. In wenigen Tagen sind die Arbeiten abgeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass neben dem Zuschuss des Bistums genug Spenden zur Kostendeckung - für die Seitenaltäre zusammen 90.000 und für den Hochaltar 85.000 Euro - eingehen. Geht es nach den Restauratoren, kann die Restaurierung nach Karneval an den übrigen Altären fortgesetzt werden. Sie freuen sich übrigens über Fotos, die den Zustand der Altäre vor 1920 zeigen, weil sie daraus womöglich spätere Ergänzungen und bauliche Veränderungen ableiten können. HG

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S. Schmidt:
Ohne eine minimale Disziplin der Staatsbürger gerät diese Spaß- und Null-Risiko-Gesellschaft nun an den Rand des Scheiterns. Über die Jahre hat sich diese höchst fragwürdige Einstellung gegenüber Recht und Ordnung, Disziplin und Sorgfalt ausgebildet, ja sogar Menschen dies danach lebten und verlangten wurden in die „rechte“ Ecke phantasiert. Nun ist „Not am Mann“ und wir können in Teilen unserer Gesellschaft nicht auf ebendiese Tugenden zurückgreifen, die aktuell zum Schutz der Risikogruppen gebraucht werden.
juergen mueller:
Ja - Frau Dreyer, wissen WIR. Und da müssen WIR durch - auch ohne die andauernden Ermahnungen der Politik, auch wenn diese aufgrund der Uneinsichtigkeit eines Teiles der Bevölkerung man als notwendig erachtet. Sieht man sich die Medien an, dann geht alles an u.für sich normal weiter. Da ist ein Xavier Naidoo tagtäglich präsent in den Medien - dessen rechtspopulistische Gesinnung jedem bekannt sein müsste,der sich seine Texte einmal näher verinnerlicht,der jahrelang hofiert wird,dem seine Alben aus den Händen gerissen werden,ohne sich Gedanken darüber zu machen,was hinter seinen Texten wirklich steckt,einer,der mit der Blödheit u.auf Kosten seiner Fan`s zum Millionär geworden ist, einer, der mit seinen vermeintlich geistreichen Texten nur eines im Sinne hat, von seiner eigentlichen Gesinnung abzulenken, die er zu gegebener Zeit offen zur Schau tragen kann.
Jean Seligmann:
Ja, die gute alte SPD, auch sie hat sich verändert. So biedert sich Frau Esken bei den Linken an indem sie jetzt, wo viele Menschen vieles verlieren und gigantische Vermögenswerte vernichtet werden, eine Vermögensabgabe zur "Abmilderung der Coronafolgen" fordert. Gehts noch?

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juergen mueller:
Man sollte sich auch einmal in Krisenzeiten darüber im Klaren sein, dass man nicht auf die Kommunalpolitik angewiesen ist zu wissen, was falsch oder richtig ist, sondern einzig u.alleine der gesunde Menschenverstand zählt,den nicht jeder besitzt,was die Ausnahme sein dürfte.Politiker sind auch nur Menschen,die zwar meinen,etwas besser zu wissen u.für unser Wohl zu entscheiden,aber eben nur Menschen,die letzten Endes genauso Fehler in ihrem (ich-bezogenen) Denken machen,wie wir ebenso. Sich alleine auf das Denken anderer zu verlassen,vor allem politisches,damit macht man es sich zu einfach,beraubt sich seiner eigenen Selbstständigkeit u.liefert sich den Fehlern anderer aus.
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