Schauspielerin mit Mayener Wurzeln begeisterte im Rahmen der FrauenKulturWoche

Zuschauer wurden Zeugen einer Emanzipationsgeschichte

Schauspielerin mit Mayener Wurzeln
begeisterte im Rahmen der FrauenKulturWoche

Schauspielerin Judith Hoersch konnte das Publikum im Alten Rathaus für sich gewinnen. Foto: Paul Eisenbürger

20.04.2018 - 13:42

Man stelle sich eine ungeliebte Hausfrau vor, deren Kinder aus dem Haus sind und deren Ehemann sich höchstens dafür interessiert, was er abends zu essen vorgesetzt bekommt. Mit wem soll die Frau reden, wem soll sie sich zuwenden, mit wem ihre Erfahrungen, Gedanken und Emotionen teilen? In Willy Russels mehr als erfolgreichem Stück „Shirley Valentine oder Die Heilige Johanna der Einbauküche“ scheint die Protagonistin, nämlich die schon genannte Shirley, zu Beginn ihre ganz eigene Antwort auf diese Fragen gefunden zu haben: Die Küchenwand.

Da sich sonst so gut wie niemand ernsthaft für sie zu interessieren scheint, resümiert die enttäuschte, jedoch in ihrer Situation gefangene Shirley ihr Leben von Zeit zu Zeit (man könnte auch sagen täglich) bei einem Glas Wein im Zwiegespräch mit eben dieser Wand. Ein Zwiegespräch, das in Wahrheit keines ist und das Publikum dennoch am Denken und Fühlen der Protagonistin teilhaben lässt.

Im Rahmen der FrauenKulturWoche war es niemand anderes als die Schauspielerin Judith Hoersch, die auf Einladung ihrer Großtante Käthe Eisenbürger, nach Mayen gekommen war und das Stück in Form einer szenischen Lesung im ausverkauften Alten Rathaus zum Besten gab. Mit Mayener Wurzeln 1981 in Köln geboren, erhielt sie dort auch ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Schauspiel „Das Zentrum“. Mit „Shirley Valentine“ konnte Judith Hoersch nicht nur mit ihrem Können überzeugen. Sie traf mit dem Inhalt des Stücks auch den inhaltlichen Kerngedanken der FrauenKulturWoche: Frauen können was. Und dazu, sich nicht zu verstecken, sondern sich auszuprobieren, zu entfalten und zu emanzipieren, sollen sie ermutigt werden.

So befreit sich auch Shirley Valentine vom erdrückenden Rollenbild, in dem sie einfach nur unglücklich ist und begibt sich im Urlaub mit ihrer Freundin, in dem sie sich auch auf diese nicht verlassen kann, auf eine innere Reise. Frei von den Erwartungshaltungen, dem Zwang und den Vorwürfen ihrer Umwelt findet sie hierbei endlich wieder zu Liebe, Leben, Glück und vor allem – zu sich selbst. Zu guter Letzt erlebten die Zuschauer dann auch eine ganz andere Shirley als noch zu Beginn: Aus dem unsicheren, unglücklichen Persönchen, die mit niemandem als ihrer Wand kommunizieren kann, war eine selbstbewusste, glückliche und emanzipierte Frau geworden.

Für diese eindrucksvolle Verwandlung gab es für Judith Hoersch Dank und Anerkennung in Form von Worten durch die kommunale Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mayen Marion Falterbaum sowie in Form von lang anhaltendem Beifall durch das begeisterte Publikum.

Pressemitteilung der

Stadtverwaltung Mayen

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juergen mueller:
Warum immer so kompliziert - 30 Grad Differenz - wen interessiert`s. Steingärten sind optisch monoton und ökologisch = 0. Die NACHTEILE - Teuer in Anschaffung und Pflege, Insekten,Vögel u.andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum, Schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs, Regelmäßiges Reinigen nötig - Einsatz von Laubbläsern, Hochdruckreiniger kostet Energie und schädigt Kleinlebewesen, Einsatz von Pestiziden tötet Lebewesen, Schotter heizt sich im Sommer auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, Staubbelastung steigt, Lärm wird verstärkt, Boden wird verdichtet u.zerstört, später aufwendige Renaturierung nötig, Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern. Das muss reichen, um dagegen zu sein, oder?
juergen mueller:
Was für Träumereien - ein Neubau, etwas was der ein oder andere in diesem Leben eh nicht mehr erleben wird, Hauptsache,darüber geredet - wie lange schon?. Und die Frage ist - WOFÜR? Vor Jahrzehnten ABENDSPORTFEST ... ade FUSSBALL ... ade Also - WOFÜR eine neue Tribüne, Herr NAUMANN?
juergen mueller:
Seit wann setzen vor allem CDU und SPD auf Transparenz?Dieses Wort gibt es nicht in deren Wortschatz.Die leben ihre undurchsichtige Politik nach wie vor nach dem Motto aus:"Bürger*innen dürfen zwar alles essen, aber nicht alles wissen".Politik lässt sich nicht in die Karten schauen.Da wird vertuscht,getäuscht,gelogen und verarscht und das auf einem sprachlichen und gestikreichen absolut unterem Niveau - man schaue sich auf FACEBOOK den Senf der SPD-Fraktion einmal näher an.Ein Herr Biebricher/CDU zerreißt sich das Maul immer nur dann,wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist - inhaltlos,verständnislos,absolut desorientiert,uninformiert,selbstgefällig,von seiner eigenen unwichtigen Wichtigkeit überzeugt,das Bild eines Möchtegern-Politikers,der seine Abwahl als Landtagsabgeordneter immer noch nicht verkraftet hat,weil ihm vom Wähler aufgezeigt wurde,dass es dafür dann doch nicht reicht - die SPD mit eingeschlossen. BÜRGERBETEILIGUNG - BÜRGERNÄHE = eine verlogene POLITIK.
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