Politik | 09.03.2015

Engagierte Arbeit des Freundeskreises Neuwied-Matara stärkt Schulen und Schüler

Zehn Jahre Projektarbeit in Sri Lanka

Edeltrud Pinger beim Deutschunterricht im vom Freundeskreis erbauten Klassenraum. privat

Neuwied. Am 26. Dezember 2014 jährte sich der Tag der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean zum zehnten Mal - und damit jetzt im Februar 2015 auch das Zustandekommen des Aktionsbündnisses „Neuwied hilft helfen“ , das unter Oberbürgermeister Nikolaus Roth, dem schon lange in Altenkirchen lebenden Singhalesen Sagara Abegunewardene und Unterstützern aus Schulen und Wirtschaft geschlossen wurde. Dass daraus ein Freundeskreis, ein eingetragener Verein, entstand, der im kommenden Herbst sein zehnjähriges Bestehen feiern kann, war damals nicht abzusehen. Und es kommt auch weniger auf die langjährige Existenz eines Vereins an, als auf die vielfältige, engagierte und erstaunliche Arbeit, die in dieser Zeit kontinuierlich für Kinder in Matara, einer Stadt an der Südküste der Insel geleistet wurde: Zwei Internate (eines für 80 Jungen und eines für 50 Mädchen), mehrere Schulteilgebäude, eine Aula, naturwissenschaftliche, musische, handwerkliche und hauswirtschaftliche Fachräume an drei Colleges und einer Schule für Behinderte, eine kleine Bibliothek - das waren die materiellen Trümpfe und Highlights, die durch großzügige Spenden unter anderem aus Industrie und Wirtschaft, von Banken, Schulen, Vereinen, aber auch vom Land Rheinland-Pfalz und unzähligen Privatpersonen möglich wurden. Über hundert Mitglieder zählt der Freundeskreis heute, von denen schon viele, vor allem solche mit Aufgaben im Vorstand, bereits mehrmals, doch immer auf eigene Kosten vor Ort in Matara waren, Projekte begonnen, begleitet und übergeben haben, persönliche Freundschaften geknüpft und das Land und die Leute ins Herz geschlossen haben. Die Brisanz der einstigen Katastrophe ist nicht mehr gegeben, doch die Armut der Bevölkerung im Einzugsgebiet des Anura College, an dem der Freundeskreis nun seit fast fünf Jahren seine Hilfe konzentriert und intensiviert hat, lässt eine Beendigung des Engagements nicht zu.

Persönliche Patenschaften sind zum neuen Schwerpunkt der Unterstützungsarbeit geworden. Bereits fünfzehn Kinder und damit auch ihre Familien profitieren von der monatlichen Hilfe in Höhe von 25 Euro, wodurch Schulbildung, medizinische Versorgung, kleine bescheidene Extras (ein Bücherregal, eine Matratze, eine Kerosinlampe) erleichtert bzw. erst möglich werden. Gerade war der erste Vorsitzende Bernd Mertgen in Sri Lanka unterwegs und kümmerte sich beispielsweise um das neueste kleine Bauvorhaben, die Erweiterung der Bibliothek um ein Stockwerk, sodass durch mehr Schulraum die beengten Verhältnisse abgemildert werden können. Edeltrud Pinger, als seine Vertreterin, war noch im Januar mit der Patenschaftsbeauftragten Sabine Wirges drei Wochen lang vor Ort, unterrichtete bereits im vierten Jahr Deutsch am Anura College und versammelte alle Patenkinder und ihre Familien zu einem großen Treffen.

Im Bewusstsein, dass es andere und zurzeit brisantere Krisenherde auf der Welt gibt, aber auch dass nur Nachhaltigkeit und Kontinuität der Projektarbeit Sinn geben, wird der Freundschaftskreis Neuwied-Matara seine Arbeit fortsetzen, informieren und um weitere Unterstützung werben und bitten. Die besseren Chancen, die in diesem Projekt eröffnet werden und die die ehrgeizigen, lernwilligen Schüler mit großer Dankbarkeit und fleißigem Einsatz annehmen, werden ihnen den Weg in eine Zukunft ebnen, in der sie ihr Leben und das ihrer Familien selbstbestimmter, selbstbewusster und wirtschaftlich sicherer gestalten können. Der Verein bittet um weitere Spenden. Wer die Arbeit des Freundeskreises Neuwied-Matara unterstützen möchte und an einer Mitgliedschaft oder Patenschaft interessiert ist, die authentisch, nachvollziehbar und transparent begleitet wird, findet mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf der Homepage www.tsunami-kinder-matara.de.

Edeltrud Pinger beim Deutschunterricht im vom Freundeskreis erbauten Klassenraum. Foto: privat

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