Politik | 17.09.2021

CDU-Konferenz befasst sich mit aktuellen Ausbildungsmarkt

Man muss nicht studieren, um erfolgreich zu sein

Westerwaldkreis. „Die CDU befindet sich seit weit über einem Jahr in einem aktiven Online-Austausch mit regionalen Akteuren, um Lösungen für die Folgen der Corona Pandemie im Westerwaldkreis zu finden.“ So eröffnete der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dr. Stephan Krempel die Videokonferenz der Reihe „Impulse digital“. Insofern liege es nahe, sich auch mit dem aktuellen Thema der Ausbildungsplätze in den Zeiten der Pandemie zu befassen.

Unter dem Motto „Corona-Krise trifft Ausbildungsmarkt!“ konnten die Christdemokraten mit Dr. Holger Bentz (Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Koblenz und bildungspolitischer Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz) von Seiten des Handwerks Elisabeth Schubert (Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald) und Rolf Wanja (Kreishandwerksmeister) sowie Gesprächspartnern der Arbeitsagentur echte Experten begrüßen.

Krempel untermauerte mit aktuellen Zahlen die Brisanz des Themas: „Bundesweit sind im Moment 15 Prozent weniger Ausbildungsstellen ausgeschrieben. Auf der Bewerberseite ist ebenfalls ein Rückgang von 20 Prozent festzustellen“. Doch der Fraktionsvorsitzende ermahnte vor dem Trugschluss, hier von einer „Bereinigung des Marktes“ zu sprechen: „Jede Fachkraft, die wir heute nicht ausbilden, wird uns morgen fehlen“. Insbesondere die mittelständisch geprägte Wirtschaft im Westerwald sei auch in Zukunft auf die Zuführung von Fachkräften angewiesen.

Dr. Holger Bentz konnte die Teilnehmer des Impulses beruhigen und erklärte: „die Region setzt sich vom Bundestrend ab“. Für den Bereich des Westerwaldkreises wird laut Bentz in den vergangenen 20 Jahren langfristig eine stabile Anzahl von geschlossenen Ausbildungsverträgen beobachtet. An dieser Grundaussage habe sich auch in Zeiten von Corona nichts geändert.

Trotzdem sind im Kammerbezirk der IHK Koblenz ganz aktuell die Folgen der Pandemie ebenfalls zu spüren. Denn hier wurden zumindest im Jahr 2020 knapp 10 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als in den Vorjahren. Hier schlage sich nieder, dass der unmittelbare Kontakt der Betriebe zu den jungen Leuten schwieriger geworden sei. Auch habe mancher aus Unsicherheit die Schullaufbahn fortgesetzt, statt sich für einen Lehrberuf zu entscheiden. Verstärkt wird dieser Effekt durch eine steigende Akademisierung, denn immer mehr Schulabsolventen schreiben sich in den Universitäten und Hochschulen ein.

Ein ähnliches Bild, so Elisabeth Schubert und Rolf Wanja, zeichnet sich im regionalen Handwerk ab.

Schubert machte deutlich, dass vor allem die Eltern in der Pflicht sind, wenn es darum geht den Jugendlichen aufzuzeigen, „man muss nicht unbedingt studieren gehen, um erfolgreich zu sein“. Diese Aussage traf auf die volle Zustimmung der Teilnehmer.

Bentz merkte an, dass zudem die Anzahl der Studienabbrecher steigt, welche im Regelfall doch eine berufliche Ausbildung beginnen. Dies sei einer der Gründe, warum das durchschnittliche Alter zum Ausbildungsbeginn inzwischen bei 20 Jahren liegt.

Die drei waren sich einig, dass durch den Wegfall der Berufsmessen seit Beginn der Pandemie eine wichtige Plattform für den persönlichen Austausch zwischen Schülern und Unternehmen fehlt. Durch digitale Varianten und Werbung in den sozialen Medien könne man das individuelle Gespräch allerdings nicht vollständig ersetzen.

Vor allem die Gewinnung von Auszubildenden in handwerklichen sowie gewerblich-technischen Berufen lebt vom Ausprobieren und Anpacken. Hier war in der Vergangenheit das klassische Praktikum stets das beste Mittel, um die jungen Menschen direkt anzusprechen. „Die Schüler können im Moment gar nicht erfahren, in welchen Bereichen ihre Stärken und Schwächen liegen“, machte Wanja deutlich. Denn Praktika werden im Moment nur stark vermindert, stellenweise sogar gar nicht angeboten.

Auch die Vertreter der Arbeitsagentur berichteten über ähnliche Erfahrungen. Vor allem im ersten Lockdown habe sich der gesamte Prozess der „Azubi-Gewinnung“ massiv verschoben, was auch zu einem verspäteten Ausbildungsbeginn führte. Auch hier sieht man aber Grund zum vorsichtigen Optimismus. Die wirtschaftliche Lage habe sich wieder etwas verbessert und die Arbeitslosenquote im Kreis befinde sich bei niedrigen 2,9 Prozent. Insofern seien, so die Vertreter der Arbeitsagentur, die Betriebe in der Region weiterhin auf der Suche nach den passenden Auszubildenden. Selbst für dieses Jahr könnten noch Stellen vergeben werden.

Dr. Stephan Krempel bedankte sich für den guten und konstruktiven Austausch und sicherte zu: „Die CDU-Kreistagsfraktion setzt sich weiterhin dafür ein, dass wir bei dem Thema alle an einem Strang ziehen“. Dabei nahm er vor allem die Politik, die Schulen, die Unternehmen, die regionalen Akteure und besonders die Eltern mit in die Pflicht. Denn eins sei sicher: „Eine gute Ausbildung ist immer noch ein echtes Erfolgsmodell für eine berufliche Karriere“. Insofern stehe fest, dass das Werben um Auszubildende und Ausbildungsplätze ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung im Westerwaldkreis sei. Aus den Auszubildenden von heute würden die Fachkräfte für morgen, so Krempel abschließend, und diese „habe unsere Region bitter nötig, wenn es im Westerwald weiter aufwärts gehen soll.“

Pressemitteilung

CDU-Kreistagsfraktion Westerwald

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