Politik | 10.06.2021

Ortsring Bubenheim

Wird Bubenheim von der Stadt Koblenz vergessen?

Großer Protest zum Vorgehen der Stadt Koblenz

Bubenheim. Vor Kurzem hat sich eine große Anzahl Bubenheimer Bürger auf dem Grundstück in der Joseph-Funken-Straße eingefunden, um sich den Standort einer Mehrzweckhalle anzuschauen, die der Stadtteil dringend benötigt. In der letzten Stadtratssitzung wurde eine Beschlussvorlage zu Räumlichkeiten für Koblenzer Vereine einstimmig verabschiedet, in dem Bubenheim mit keinem einzigen Wort erwähnt wurde. In der zu Grunde gelegten Analyse zum Bedarf an Räumen stand sinngemäß, es gäbe für Bubenheim keinen aktuellen Bedarf für Räumlichkeiten für Vereinsarbeit. Nur durch den Protest des stellvertretenden Ortsvorstehers Walter Baum wurde dieser Passus gestrichen. Außerdem wurde im Protokoll festgehalten, dass ein Grundstück in der Joseph-Funken-Straße mit einer Größe von ca. 3200qm für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses oder einer Mehrzweckhalle weiterhin von der Stadt Koblenz und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft reserviert werden soll.

OB David Langner warf jedoch ein, dass geprüft werden solle, ob nicht der Vorschlag, ein Dorfgemeinschaftshaus für gleich drei Stadtteile (Metternich, Rübenach und Bubenheim) auf Metternicher Gemarkung die bessere Lösung sei und eine ergebnisoffene Prüfung die Vorhaltung des Grundstückes nicht garantiert werden könne. Das stößt auf heftigen Protest der Bubenheimer Bevölkerung. Die Räume müssen unbedingt im Stadtteil geschaffen werden.

Bereits seit über dreißig Jahren versucht der Stadtteil, Räume für die Vereins-und Stadtteilarbeit zu schaffen, ein Förderverein ist seit dieser Zeit tätig und hat schon eine große Summe dafür angespart. Immer wieder ist man seitens der Verwaltung vertröstet worden. Die in den frühen 80er Jahren umgebaute Obsthalle dient mehr schlecht als recht dem Sportverein als Bleibe, andere Veranstaltungen sind dort aus baurechtlicher Sicht nicht möglich. Die Auslastung der Halle reicht noch nicht einmal für alle Gruppen des Sportvereins, allein acht Gruppen müssen auf andere Lokalitäten in den verschiedensten Stadtteilen ausweichen, für einige gibt es überhaupt keinen Platz.

Der ortsansässige, erfolgreiche Frauenchor Bubenheim muss aufwendig in de Nachbarort Rübenach ausweichen, etliche Mitglieder haben aus diesem Grund schon ihre aktiven Tätigkeiten abgebrochen. Für den Karnevalsverein Boomer Ritter war für zwei Jahre die Rübenacher Schützenhalle eine Ausweichstätte für ihre Sitzungen, viele Bubenheimer haben den Weg zum Nachbarort nicht auf sich genommen.

Die Kirmesgesellschaft hat außer der Festwiese keine Möglichkeit mehr, das traditionelle Fest der Kirchweih auch mal im Saal zu feiern. Die Katholische Frauengemeinschaft kfd, die wichtige Arbeit in der Seniorenbetreuung und in anderen sozialen Bereichen vollbringt, hat außer dem kleinen Raum der Gastwirtschaft keinen Platz für ihre Aktivitäten, zu der auch über viele Jahre die erfolgreiche Frauensitzung am Dienstag vor Karneval gehörte.

Die gesamte Jugendarbeit, sei es offene oder die von kirchlicher Seite hat keinen Platz in Bubenheim. Gerade für Jugend und Senioren ist es enorm wichtig, fußläufig eine Bleibe im Ort zu erreichen. Betroffen ist auch die KiTa Bubenheim, die durch die Betreuung der unter Dreijährigen auch keinen Sportraum in der Kindertagesstätte mehr hat. Durch die extreme Auslastung der Gymnastikhalle in der Glismouthstraße müssen die Kleinsten des Stadtteils auf ihre wichtigen Bewegungseinheiten verzichten.

Das ist nur ein Bruchteil dessen, was an Aktivitäten der Bubenheimer Bevölkerung geschieht, dies alles aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Das Grundstück muss auf jeden Fall weiterhin für die Bubenheimer reserviert werden, sagte der Ortsvorsteher Mike Karen während des Treffens, bei dem auch die Vereinsvorstände der Bubenheimer Vereine anwesend waren. Walter Baum, stellvertretender Ortsvorsteher und Vorsitzender des Fördervereins Gemeindezentrum Bubenheim, wandelte ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry um und sagte „Wenn Du eine Mehrzweckhalle bauen willst, dann trommle nicht Männer und Frauen zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen. Sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem unschätzbaren Wert der Gemeinschaft!“

Bubenheim ist der in den letzten Jahrzehnten am meisten gebeutelte und veränderte Stadtteil von Koblenz. Seit der Eingemeindung vor fünfzig Jahren ist Bubenheim von der Stadt nur ausgebeutet worden, beschrieb Baum den Ist-Zustand. Durch riesige Gewerbegebiete ist die prägende, Jahrhunderte alte Kulturlandschaft unwiederbringbar zerstört worden. Ein belastender Straßenverkehr zog und zieht Straßenbauprojekte nach sich. Dadurch entstand eine wahre Insellage des Stadtteils, selbst Fußgänger-und Fahrradwege wurden bei Planungen schlichtweg vergessen.

Die Bubenheimer Bevölkerung ist jetzt „stinksauer“, dass Bubenheim nur geben soll, aber nichts von Seiten der Stadt zurückkommt. Baum hat es auf den Punkt gebracht: „Wir Bubenheimer kommen uns echt verarscht vor“ Aus diesem Grund haben über fünfzig Bürger am Samstag „ihren Claim“abgesteckt, Pflöcke in den Grund und Boden eingeschlagen und damit gezeigt, dass Bubenheim lebt und Willens ist, selbst Hand anzulegen und eine Bleibe zu schaffen. Ein Plakat macht diesen Willen deutlich: „Hier könnte die Mehrzweckhalle von Bubenheim stehen!“

Als einzige Vertreterin der Politik war die Fraktionsvorsitzende der CDU im Stadtrat bei der Veranstaltung. Sie machte den Bubenheimerinnen und Bubenheimern Mut und versprach ihre vollste Unterstützung des Anliegens.

Als Resumee des Treffens stellten der anwesende Ortsbeirat, der Ortsring und alle Anwesenden die Forderung an die Stadtverwaltung, das Grundstück schon jetzt der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen und damit ein Zeichen der Solidarität mit dem kleinen Stadtteil zu zeigen.

Pressemitteilung des

Ortsrings Bubenheim

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Kommentare
10.06.202123:43 Uhr
juergen mueller

Langer, zu langer Artikel.
Wann begreift man, dass die Stadtteile für KOBLENZ nur ein politisches u. wirtschaftliches Mittel zum Zweck waren - nämlich um Koblenz zu einer Großstadt werden zu lassen.
Der Mohr bzw. die Mohre haben mit ihrer Zwangseingemeindung ihre Schuldigkeit getan.
Sich jetzt, nach Jahrzehnten über etwas aufzuregen, was man selbst nicht frühzeitig erkannt hat - Verständnis dafür zu erwarten ist mehr als dümmlich.
Übrigens ist Bubenheim nicht der einzige Stadtteil, der unter einer notorisch, politischen Demenz zu leiden hat.
Man hat einfach gewollt vergessen, dass die Stadtteile die Stützpfeiler, das Korsett für den Erhalt von KOBLENZ als Großstadt sind.
Die Koblenzer Politik ist letzten Endes nur ein Mückenschiss, der ohne die Stadtteile nichts ist.
Nur begreifen muss man das und da hapert es gewaltig.

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