Lokalsport | 05.10.2021

SV Rot-Weiß Queckenberg: Von rot-weißen Halunken und Spitzbuben, Ganoven und Schelmen

Eine Ode an die Freunde

Erschöpfte rot-weiße Spitzbuben am Spielfeldrand.Foto: privat

Queckenberg. Liest man die nackten Zahlen, dann möchte man meinen, dass Trübsal und Enttäuschung im Lager der zweiten Garde des SV Rot-Weiß Queckenberg vorherrschen: in 42 Punktspielen erkämpften sich die Jungs bisher zwei Siege und fünf Unentschieden. Dabei fing das Märchen von einer Reserve auf dem Mount Queck am 24. Februar 2019 mit einem 0:0 gegen den 1. FC Südstadt Bonn II noch so wunderbar an. Bis zu diesem mit Hochspannung herbeigesehnten Tage waren es vor allem Uwe Müller und Andrè Fahl, die sich regelrecht reingebissen hatten in diese Mammutherausforderung. Schließlich wurde die Truppe quasi aus dem Nichts aus dem Boden gestampft. Kämpfer der allerersten Stunde waren u.a. Leon Meurer, Lasse Schütt, Niklas und Sascha Winkel sowie Marc Schäfer und Dominik Fahl. Damit verfügte man über sieben waschechte Queckenberger Jungs, die allesamt seit 2011 auch im Junggesellenverein Eintracht Queckenberg Schulter an Schulter durch so manches Höllenfeuer gegangen sind! Dazu gesellten sich ebenfalls von Anfang an die wackeren und in der Schlacht äußerst streitbaren Marco Stura, Dominik Knieps, Alex Frank, Martin Zurek und Emil Themel. Während die drei letztgenannten seit 2011 immer mal wieder auch in der heutigen Ersten ins Feld zogen, haben die Ersteren über den Umweg JGV zu ihrer großen Fußballliebe gefunden. Bis auf wenige Ausnahmen prägt das Antlitz eines jeden dieser rot-weißen Halunken bis heute sämtliche Steckbriefe, ähm Spielberichte im Fußballkreis Bonn.

Um diesen harten Kern haben sich weitere Seelenverwandte gescharrt. Hier seien so klangvolle Namen erwähnt wie Christoph Kolvenbach, Dennis Knopp, Andreas Kreuker, die Gebrüder Oliver und Daniel Letizia, Patrick Neff, Maurice Rademaker, Andreas Höhner, Marc Hocke und Kevin Texeira da Silva. Und schließlich verfügt die ohnehin schon recht kunterbunt anmutende Truppe sogar über drei schillernde Perlen in ihren Reihen: wenn Souleymane Diallo, Omar Ibrahim Abdirahman oder Mohammed Ahmed Hassan elegant und galant dem Bällchen Streicheleinheiten verpassen, dann weht tatsächlich ein ganz feiner Hauch von Tiki-Taka, von Spielkunst und Ästhetik über die Etappenorte des RWQ II in der Kreisliga. Dann staunt nur allzu oft das von Fußballkunst nicht allzu sehr verwöhnte Auge Bauklötze in die Luft, dann hört man hier ein wohlwollendes aaaaahhhhh und dort ein bewunderndes oooooohhhh, dann schnalzt bei nicht wenigen Schaulustigen das Züngelchen vor Begeisterung. Ohne Frage stellen die drei Farbtupfer nur allzu oft den Hingucker dar und werden mit Szenenapplaus bedacht.

Dieser sympathischen Truppe von Schelmen und Schlitzohren sprüht der Schabernack nur allzu oft aus den funkelnden Augen. Wer erinnert sich nicht an den grandiosen Einlauf der Döring-Bures-Buben im Derby daheim gegen den SC Rheinbach III. Da wurde auf der Gegengerade ein rot-weißes Feuerwerk entfacht, bei dem nicht wenigen der von solchen Aktionen entwöhnten Gästefans das Herzelein in die Unterhose rutschte. Oder es sei an die Aufstiegssaison der Ersten Garde 2018/19 erinnert. Da pilgerte zu jedem Auswärtsspiel eine gefühlte Hundertschaft und verwandelte unter Anstimmung der Fahl, Stura, Kolvenbach und Co jede Gästetribüne in eine singende und feiernde Kurve, fest in Queckenberger Hand. In dieser Zeit verdienten sich die Kerle ihren Titel als Aufstiegsmob in jeder Partie aufs Neue. Einen weiteren Meilenstein stellte vor ca. zwei Monaten die Pokalnacht von Lessenich dar, als bereits nach 30 Minuten die Bierreserven am Büdchen nahezu aufgebraucht waren und dringend notwendiger Nachschub an der nächste Tankstelle organisiert werden musste. Respektvoll muss man allen Jungs bescheinigen, dass sie neben dem Platz beinahe in jeder Disziplin mühelos auf Champions League Niveau agieren. Egal, ob am Tresen oder in diversen Kirmeszelten, ob vor dem TV als Fußballexperten oder als Charmeure gegenüber der holden Weiblichkeit können sie nicht nur mit den ganz Großen mithalten, nein, sie geben hier eindeutig die Schlagzahl vor und schwingen rhythmisch stampfend den Taktstock. Auf diesen Gebieten sind sie den hoch gezüchteten, bunt lackierten und durchgestylten Fußballmillionarios in Real, Manchester City, Turin oder Paris uneinholbar um Lichtjahre enteilt.

Ihre Lockerheit, aber auch ihre Ehrlichkeit und Bescheidenheit sowie ihr Fleiß und ihre Einsatzbereitschaft in jedem Spiel und in jeder Trainingseinheit machen die sympathischen Chaos-Bengels so beliebt. Während andere Mannschaften, die ähnlich erfolglos durch die Bonner Fußballlande ziehen, in den Fairplay-Wertungen meist ein mittleres Desaster darstellen, gefallen die Mannen um Knopp, Zurek, Schütt und alle anderen durch Disziplin und tadelloses Auftreten. Erst in der dritten Halbzeit mutieren sie dann wieder zu Feierbiestern, knapp am Abgrund des Wahnsinns tanzend, und werden ihrem Ruf als zwar junggesellige jedoch jederzeit unwiderstehlich positive Unholde mehr als gerecht.

Kurz vor Saisonbeginn wurde mannschaftsintern entschieden, den nächsten Schritt ohne ihren Lehrmeister und Ziehvater, Uwe Müller, zu gehen. In die Verantwortung um Trainings- und Spielbetrieb teilen sich vor allem Sascha Winkel, Dominik Fahl und Andreas Kreuker. Doch insgesamt bildet die ganze Truppe eine Einheit, um die nicht gerade einfachen Gehversuche ohne den bisherigen Coach zu meistern. Doch eines darf sich die Reserve des RWQ immer gewiss sein: sowohl im Dorf als auch im Verein ist man stolz auf seine Zweite. Man weiß hier, dass die Jungs aus gutem Eifeler Holz geschnitzt sind, dass diese glorreichen Schurken immer fest geerdet mit beiden Beinen auf dem Boden stehen werden, selbst wenn manches Mal zu vorgerückter Stunde beide Füße bereits in großen Schlenkerstiefeln stecken. Sie sind jedenfalls der eindeutige Beweis, dass Fußball auch in nicht ganz so erfolgreichen Zeiten Spaß machen und Spaß vermitteln kann! In diesem Sinne: Viva RWQ – für immer!

Für den

SV Rot-Weiß Queckenberg

Daniel Kunze

Erschöpfte rot-weiße Spitzbuben am Spielfeldrand.Foto: privat

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