Zusammenlegung von Einwohnermeldeamt und Kfz-Zulassungsstelle hat sich bewährt

25 Jahre Bürgerbüro : Die Urlaubsretter vom Dienst

29.02.2024 - 08:50

Neuwied. Anfangs revolutionär, heute etabliert, aber noch lange nicht Standard in allen Verwaltungen des Landes: Das Neuwieder Bürgerbüro feiert sein 25-jähriges Bestehen. Und das Zwischenfazit nach einem Vierteljahrhundert fällt leicht: Die Idee hat sich bewährt. Meckerer gibt es überall und manchmal ist eine Beschwerde auch berechtigt. Aber ganz überwiegend verlassen die Besucher das Verwaltungshochhaus sehr zufrieden.

Und es war, wie es so oft ist: Die Idee, die sich da bewährt hat, war eine ganz simple. „Lasst uns den Bürgern eine zentrale Anlaufstelle bei der Stadtverwaltung anbieten“, hatte der damalige Verwaltungsdirektor Karl-Heinz Gladeck überlegt und eine Zusammenlegung von Einwohnermeldeamt und Kfz-Zulassungsstelle angeordnet. Vorher waren die noch in verschiedenen Gebäuden untergebracht und so kam es nicht selten vor, dass Menschen durch die Stadt irrten und an der falschen Stelle landeten. Deshalb entstand das bis dahin in Rheinland-Pfalz einzigartige Bürgerbüro an der Engerser Landstraße. Heute bietet es den Bürgern genau 100 unterschiedliche Dienstleistungen an einer zentralen Stelle an.

Ganz im Sinne des Servicegedankens war mit der Einführung eine Ausweitung der Öffnungszeiten auf mehr als 40 Stunden in der Woche verbunden. Und doch: Anfangs gab es im neuen Bürgerbüro noch lange Schlangen, auch weil die Computersysteme damals von der doppelten Belastung durch Melde- und Kfz-Wesen teilweise überlastet waren. „Da konnte es schon mal zu Wartezeiten von ein bis zwei Stunden kommen“, erinnert sich mit Anke Schneider, die seit der Gründung im „BB“ arbeitet.

Relativ schnell konnten diese Zeiten dann aber deutlich gedrosselt werden. Die IT läuft, Backoffice-Arbeitsplätze sorgen dafür, dass sich keine Aktenstapel bilden, und ein eigener „Händlerschalter“ für Kfz-Anmeldungen hat sich bewährt. Außerdem ist das System auf eine verpflichtende Terminvergabe umgestellt worden. In der Folge muss vor Ort kaum noch gewartet werden. „Und anders als in manchen anderen Städten bekommt man bei uns auch innerhalb weniger Tage einen Termin“, macht Frank Bremer als Abteilungsleiter des Bürgerbüros deutlich.


Viele schöne Geschichten


Der Servicegedanke, der vor 25 Jahren Pate stand, ist ihm auch heute noch wichtig. „Natürlich können wir leider nicht jeden Wunsch erfüllen, weil die Erwartungshaltung manchmal auch nicht stimmt. Aber was geht, wollen wir immer möglich machen“, betont er und erinnert sich an „viele schöne Geschichten“. Der Klassiker dabei: Wenn kurz vor Abflug auffällt, dass der Reisepass abgelaufen ist. „Da haben wir schon öfter Papiere weit nach Dienstschluss noch durchs Fenster gereicht, damit die Leute ihre Reise antreten konnten“, erzählt er.

„Viele schöne Geschichten“ hat auch Anke Schneider in ihren 25 Jahren Bürgerbüro erlebt. „Vor allem die älteren Leute sind immer sehr dankbar, wenn man ihnen geholfen hat“, sagt sie und erzählt dann von dem Autohändler, der fürs Team immer „Werthers Echte“ mitbrachte – bis sie ihm eines Tages gestand, die gar nicht zu mögen. Fortan bekamen dann nur noch die Kolleginnen den den „Karamell Genuss“ – und sie ein anderes Bonbon.

Viele andere angebotene „Dankeschöns“ – vor allem monetäre – musste sie allerdings ablehnen. „Wir dürfen ja nichts annehmen“, unterstreicht sie, freut sich dafür aber, dass der Umgangston am Schalter insgesamt sehr freundlich ist. „Natürlich gibt es immer mal eine Beschwerde, aber die gab es früher auch.“ Nur nach Corona sei der Ton in der Tat etwas rauer geworden. Da waren teilweise schon zehn Minuten Warten zu viel. Aber auch das habe sich wieder relativiert.

Und so bleibt der Job im Bürgerbüro für Anke Schneider eine Arbeit, die ihr auch nach 25 Jahren immer noch Spaß macht. Schließlich seien die Aufgabenbereiche völlig unterschiedlich und man müsse sich immer wieder in neue Gesetze einarbeiten. „Das ist vielfältig und macht es interessant. Man rostet im Kopf nicht ein. Aber am wichtigsten: Wir haben den direkten Kontakt zu unseren Bürgern und können ihnen helfen“, freut sie sich.

Termine für das Bürgerbüro können vereinbart werden unter: www.neuwied.de.

Pressemitteilung

der Stadt Neuwied

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Stellenmarkt
Weitere Berichte

Angeklagte sollen Frau schwer misshandelt, zur Prostitution gezwungen und getötet haben

Nach Mord im Koblenzer Rotlichtmilieu: Anklage gegen zwei Personen erhoben

Koblenz. Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilt, wurde nach dem Tötungsdelikt im Koblenzer Rotlichtmilieu vergangenen November nun Anklage gegen eine 40-jährige Frau und einen 48 Jahre alten Mann (beide bulgarischer Nationalität) erhoben. Den beiden Beschuldigten wird zur Last gelegt, eine mit ihnen zusammenlebende 31-jährige Bulgarin grausam und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben.... mehr...

Der Unfallverursacher war alkoholisiert auf der A 48 unterwegs

Lkw-Fahrer schwer verletzt in Führerhaus eingeklemmt

Kehig. Ein 37 Jahre alter LKW-Fahrer befuhr am 22.04.2024 gegen 05:00 Uhr die A 8 in Fahrtrichtung Dreieck Vulkaneifel, kommend aus Richtung Koblenz. Zwischen der Anschlussstelle Polch und Mayen kam der Fahrer von der Fahrbahn ab und kollidierte mit der Mittelschutzplanke. Anschließend verließ er die Autobahn an der Raststätte Elztal-Nord, wo er gegen einen am rechten Fahrbahnrand geparkten Sattelzug stieß und diesen auf einen weiteren vor ihm geparkten Sattelzug schob. mehr...

Regional+
 

Fassungslosigkeit und Entsetzen bei Angehörigen und Beobachtern

Ex-Landrat wird nicht angeklagt: Einstellung des Verfahrens schlägt hohe Wellen

Kreis Ahrweiler. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat am 17. April 2024 das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Landrat des Landkreises Ahrweiler und den Leiter der Technischen Einsatzleitung (TEL) während der Flutkatastrophe an der Ahr 2021 eingestellt. Die umfangreichen Ermittlungen ergaben keinen ausreichenden Tatverdacht, der eine strafrechtliche Verurteilung ermöglichen würde. Dem Leitenden... mehr...

Remagener Campus-Gespräche

Remagen. Die „Remagener Campus Gespräche“ finden in diesem Semester bereits zum sechsten Mal statt. Am Freitag, den 26.04., lädt der RheinAhrCampus von 13:30 bis 15:00 Uhr alle Interessierten ein, mehr über die Digitalisierung im ambulanten Gesundheitswesen an der Hochschule zu erfahren. mehr...

Anzeige
 
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
Kommentare
juergen mueller:
@Amir Samed - Lol. Diese Infos hätten sie auch von mir bekommen können. Aber, danke für Ihre Mühe. Es freut mich immer wieder, dass Sie offenbar zu denen gehören, die zumindest Interesse aufzeigen, was diesen Themenbereich angeht, auch wenn Ihre Meinung hierzu sich in nichts von der unterscheidet, die...
Amir Samed:
Zum Stand der Forschung: Akasofu, Syun Ichi & Tanaka, Hiroshi L. (2021) zeigen in ihrer Arbeit, dass der Temperaturanstieg, der angeblich von Menschen verursacht wurde, tatsächlich auf PDO (Pazifische Dekaden-Oszillation) und AMO (Atlantische Multi-Dekaden Oszillation) zurückzuführen ist. - In diesem...
juergen mueller:
Die KLIMAKRISE ist kein neues Phänomen. Sie gibt es tatsächlich, ist real u. ist ein Begriff für die ökologische, politische u. gesellschaftliche Krise im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung. Seit dem vergangenen Jahrhundert erwärmt sich das Klima. Das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur...
Hansen:
Korrektur: Das war grausanste Folter und ein Femizid. Benennt es als das, was es ist. Wir schreiben das Jahr 2024 und nicht 1980....
Amir Samed:
Aufgepast ihr Omas, nicht das sich die "stabile Brandmauer" in ein (geistiges) Gefängnis ohne Entkommen verwandelt....
Haftnotiz+
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Service