Besuch des Partnerschaftsvereins bei Partnergemeinde in Ungarn
25 Jahre Partnerschaft Altenahr- Mártély

Nach 3-jähriger Abstinenz konnte der Partnerschaftsverein wieder seine Partnergemeinde in Ungarn besuchen. Foto: privat
Altenahr/Mártély. Endlich war es wieder soweit! Nach 3-jähriger Abstinenz durfte bzw. konnte der Partnerschaftsverein wieder Martely, seine Partnergemeinde in Ungarn, besuchen. Einen Anlass benötigt man dazu eigentlich nicht, da man Freunde schließlich immer gerne besucht. Aber der Partnerschaftsverein hatte einen: 25 Jahre deutsch – ungarische Freundschaft!
Wer Martely übrigens nicht kennt, hat etwas verpasst. Es liegt in Süd-Ungarn am Rande der Puszta. Das alte malerische Fischerdorf verfügt über ein Kultur- und Begegnungszentrum, ein Strandbad an der Theiß, einen Naturlehrpfad und einen traumhaften Fahrradweg, um nur einen Bruchteil zu nennen. Es ging am 31. Juli gegen 15 Uhr von Kalenborn mit zehn Jugendlichen unter Betreuung des Jugendbüros Altenahr und zehn Mitgliedern des Partnerschaftsvereins ab nach Ungarn.
Nach einer angenehmen und lustigen Busfahrt wurde die Reisenden dann an ihrer Unterkunft, der Waldschule in Martely, in Empfang genommen. Als die Zimmer verteilt und bezogen waren, konnte noch fünf weitere Teilnehmer begrüßt werden, die mit dem Flugzeug angereist waren. Am Abend gab es dann mit vielen Dorfbewohnern ein schönes Grillfest zur offiziellen Begrüßung durch die Bürgermeisterin Dr. Anita Putz und der Leiterin des Fördervereins Kata Sathi. Am folgenden Tag gab es dann einen entspannten Tag am Strandbad: Schwimmen, Volleyball, Eisschlecken und faul in der Sonne liegen. Bei der Hitze genau das Richtige für alle. Mittwochs und donnerstags folgte dann ein straffes, aber lustiges und lohnenswertes Programm. Es wurde gemeinsam mit den Jugendlichen und Kindern von Martely der Zoo in Szeged, ein Waldkletterpark und ein Thermal/Schwimmbad besucht.
Höhepunkt für Jung und Alt war an diesen beiden Tagen aber wohl das Freizeitbad. Dieses besitzt viele tolle verschiedene Rutschen und ist immer wieder ein Erlebnis wert. Einige der Erwachsenen Teilnehmer kapselte sich ab und besuchte die Altstadt von Szeged, die zweitgrößte Stadt Ungarns. Nachmittags besuchten sich die deutschen und ungarischen Jugendlichen gegenseitig, bis abends dann gemeinsam gegessen, getrunken, gesungen und getanzt wurde, bis alle müde ins Bett fielen.
Am Freitag wurde es offiziell. Die Ortsbürgermeister der Ortsgemeinden Altenahr, Berg und Kirchsahr kamen gemeinsam mit dem 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Altenahr Georg Knieps, dem Büroleitenden Beamten der Verbandsgemeindeverwaltung Wolfgang Stodden und der Kulturvereinsvorsitzenden Angelika Furth nachgereist. Mittags wurde eine kleine Delegation im Garten der ehemaligen Bürgermeisterin Judit Balogh begrüßt, die extra dafür aus den Staaten anreiste. Judit Balogh und der damalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr Achim Haag hatten die Partnerschaft vor 25 Jahren gegründet.
Am Nachmittag waren dann alle zur offiziellen Geschenkübergabe eingeladen. Der Partnerschaftsvereinsvorsitzende Stefan Reitler übergab zusammen mit Georg Knieps eine Panoramabank aus Holz, die von den Freunden des Sahrbachtals gespendet wurde. Von den Ungarn gab es kunstverzierte Holztafeln mit Segensspruch und natürlich Palinka, das Nationalgetränk Ungarns.
Für die offizielle Delegation gab es abends dann eine Einladung zur Verabschiedung von Kata Sathi, die ihren Posten als Leiterin des Fördervereins aufgab. Nachfolgerin möchte gerne Irene Vasci werden, die bereits als Jugendliche stark aktiv bei der Partnerschaft dabei ist. Die Jugendlichen amüsierten sich derweil auf dem Dorffestival, welches das Abschlusswochenende unterstreichen sollte. Die Rückreise traten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins dann am 7. August nach einer kleinen Verabschiedung an. Dabei hatten sie auch eine Ungarin, Agnes Farkas, die für zwei Wochen als Praktikantin des Jugendbüros Altenahr mitkam. In den sieben Tagen Ungarn sind alte Freundschaften gefestigt, neue Freundschaften geschlossen und die Partnerschaft um viele neue Gesichter erweitert worden. Ebenso wiedermal ein großer Gewinn ist die Erweiterung des Bewusstseins der verschiedenen Kulturen, die sich trotz aller Unterschiede so gut verstehen.
Die Tatsache, dass die Menschen in Ungarn deutlich „weniger zum Leben haben“ und dennoch – oder gerade deshalb – eine immense Lebensfreude empfinden und diese auch weiterzugeben verstehen, berührt Jung und Alt gleichermaßen und öffnet oftmals die Augen für Dinge, die hier in Deutschland gerne als selbstverständlich angesehen werden. Um mit den sinngemäßen Worten der Bürgermeisterin Anita Putz zu Enden: Es ist schön, in einer sich stetig verändernden Welt zu erleben, dass es etwas gibt, das gleich bleibt. Dies ist in unserer Partnerschaft das freundliche Verhältnis, wie Martely und Altenahr miteinander in Beziehung treten und die Liebe und Hingabe der Organisatoren und Teilnehmer untereinander. Und das immer noch, nach einem viertel Jahrhundert. Auf die nächsten 25 Jahre!