Allgemeine Berichte | 02.08.2019

Bundesverband „Herzkranke Kinder e. V.“ organisierte Reiterwoche für Betroffene in Gackenbach

Das Glück liegt auf dem Rücken der Pferde

Sechzehn herzkranke Kinder durften eine wunderbare Zeit verleben.

Die Teilnehmer und das Betreuerteam hatten miteinanderund mit den Pferden eine wunderbare Zeit. Foto: WR

Gackenbach. Der „Bundesverband Herzkranke Kinder e. V.“ (BVHK) führte in Gackenbach eine Veranstaltung durch, die im Sinne des Wortes zu Herzen ging: Eine „Reiterwoche“ für herzkranke Kinder, auf dem dafür besonders prädestinierten Gelände des „Lindenhofs“. Alle 16 Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren, davon waren 13 Mädchen und drei Jungen, sind mit angeborenen Herzfehlern zur Welt gekommen. Bis zum heutigen Tage haben sie in einigen Fällen bereits mehrere Operationen am Herzen durchstehen müssen, umso wichtiger ist es, ihnen die Gelegenheit zu geben, dem Alltag mit all seinen Sorgen und Problemen, aber auch Ängsten, mal für eine kurze Zeit zu entfliehen. Das ausgegebene Ziel der „Reiterwoche“ ist es, den Kindern Ruhe und Geborgenheit zu vermitteln. Vor Beginn der „Reiterwoche“ wurden mit dem Einverständnis der Eltern einige Regeln aufgestellt, die tatsächlich den „normalen“ Tagesablauf der Kinder und Jugendlichen total auf den Kopf stellten.

„Digital Detox“ für Entspannung und Konzentration

So wurde der Kontakt zu den Eltern auf ein Minimum reduziert, ein absolutes Handyverbot ausgesprochen und es waren keinerlei elektronische Spiele erlaubt. Natürlich erhielten die Eltern die Gelegenheit, sich nach dem Wohlbefinden ihrer Kinder zu erkundigen, das waren aber eher Ausnahmen. In den Fällen, wo Kinder großes Heimweh hatten, durften sie natürlich auch mal zuhause anrufen. Für die 16 Kinder standen rund um die Uhr insgesamt zwölf ehrenamtliche Betreuer/innen zur Verfügung, je nach Schwere der Herzerkrankung sogar im 1:1-Verhältnis, bei dem sich ein einziger Betreuer/in alleine um ein Kind kümmerte. Zudem war die ärztliche und medizinische Versorgung bestens gewährleistet, da mit Pamela Becker eine versierte Ärztin rund um die Uhr anwesend war. Die pädagogische Leitung der „Reiterwoche“ lag in den Händen von Petra Tubach und Mukta Fischer, beide ausgewiesene Expertinnen auf dem Gebiet von Traumalösung und Krisenbewältigung.

Auf dem „Lindenhof“ werden die Pferde nach der „Parelli-Horse-Man-Ship“-Methode (PNH) ausgebildet und unterrichtet. Das Programm basiert auf dem natürlichen Verhalten der Pferde, und versucht, das Vertrauen und den Respekt der Pferde in der Pferd-Mensch-Beziehung zu gewinnen. Ziel der PNH-Methode ist es, dass Menschen sich wie Pferde verhalten können und sich emotional und physisch in ihre Art zu denken versetzen können. Der Ausdruck „Pferdeflüsterer“ ist in diesem Zusammenhang wohl zutreffend. Demzufolge sind die auf dem „Lindenhof“ lebenden Pferde von einer fast stoischen Ruhe und Gelassenheit, genau richtig, um den Kindern ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten. Die erste Angst und Verunsicherung verflogen schnell: Als die Kinder auf den Pferden saßen, machte sich Stolz und Selbstsicherheit breit, etwas zuvor fast Undenkbares geschafft zu haben. Die Betreuer/innen führten die Pferde mit den Kindern in den Sätteln, langsam durch die große Reithalle. Dabei übten die Kinder verschiedene Griffe und Handhabungen, zum Beispiel wie man die Zügel ganz unterschiedlich einsetzen kann. In der Reithalle herrschte eine unglaublich ruhige, positive, jedoch sehr konzentrierte Stimmung, Hektik hatte hier keine Chance, den Kindern leuchtete das pure Glück aus den Augen, weil sie für sich ein schönes Erfolgserlebnis verbuchen konnten.

Elena Bader ist Teil der Besitzerfamilie des „Lindenhofs“ und führte praktisch die Regie, sobald die Kinder mit Pferden in Kontakt kamen. Sie ist lizenzierte Parelli Instruktorin, nebenbei auch studierte Tierpsychologin, sie hat in den USA studiert, mehrere Kurse und Weiterbildungen besucht, und ihr Diplom erhalten.

Eine unvergessliche Zeit für Luca während der „Reiterwoche“

Luca, ein herzkrankes Mädchen aus dem Taunus, nahm bereits zum dritten Mal an einer „Reiterwoche“ in Gackenbach teil. Ihr Pferd heißt „Isabella“, zwischen beiden hat sich bereits eine große Vertrautheit entwickelt. Luca hatte von ihren Eltern die Erlaubnis erhalten, sich bei der Veranstaltung fotografieren zu lassen, aber auch auf Fragen zu ihrer Lebenssituation und ihrer Motivation zu antworten. Es ist erstaunlich, wie entspannt Luca ihre eigene Situation sieht, dabei aber nicht die Probleme vergisst, die andere Kinder mit ihrer Herzerkrankung zu bewältigen haben. Sie strahlte eine unglaubliche Ruhe und Besonnenheit aus, wenn sie zu den Fragen Stellung bezog. Luca schilderte frei und unbefangen, wie sie mit ihrer Krankheit umgeht, auch von den Einschränkungen, die damit verbunden sind. Ihre ganze Liebe gehört allen Tieren, natürlich insbesondere den Pferden, es macht sie sehr traurig, wenn sie sieht, wie schlecht häufig Tiere von Menschen behandelt werden.

Neben dem Reiten standen auch noch andere Unternehmungen auf dem Programm, Ausflüge und gemeinsame Spiele- und Bastelabende. In der Gruppe der Kinder herrschte ein starkes Gemeinschaftsgefühl, welches selbst von Fremden, wie zum Beispiel dem Berichterstatter, sofort feststellbar war. Insofern bleibt zu hoffen, dass den Kindern auf ihrem weiteren Lebensweg alle nur erdenkliche Unterstützung gewährt wird, und sie sich auf die Liebe und Geborgenheit ihrer Angehörigen und Freunde verlassen können.

Im Gespräch mit Petra Tubach konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die „Reiterwoche“ für die herzkranken Kinder mit rund 12.000 EURO zu Buche schlägt. Die Veranstaltung wird ausschließlich durch Spenden finanziert, die über den BVHK laufen. Um diese gute Sache zu unterstützen, und da jeder noch so kleine Betrag hilft, wird hier die Kontonummer des Spendenkontos veröffentlicht, Spendenquittungen werden selbstverständlich ausgestellt: Sparkasse Aachen IBAN: DE93 3905 0000 0046 0106 66.

Luca mit ihrer Isabell.

Luca mit ihrer Isabell.

Der Umgang mit den Zügelnwar zunächst gar nicht so einfach.

Der Umgang mit den Zügeln war zunächst gar nicht so einfach.

Die Teilnehmer und das Betreuerteam hatten miteinander und mit den Pferden eine wunderbare Zeit. Foto: WR

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