Städtepartnerschaft Adenau-Sillery

Ein Meilenstein der deutsch- französischen Freundschaft

Adenauer Delegation gedenkt dem Ende des Ersten Weltkrieges zusammen mit französischen Freunden der Partnergemeinde

Ein Meilenstein der deutsch-
französischen Freundschaft

Die Adenauer Bürgermeister Guido Nisius und Arnold Hoffmann mit ihrem französischen Kollegen Thomas Dubois. Foto: Stadt Adenau

21.11.2018 - 12:13

Adenau/Sillery. Am 15. November 1918 wurde im französischen Campiègne der Waffenstillstand unterzeichnet und damit der Erste Weltkrieg faktisch beendet. 17 Millionen Opfer mussten in diesem Krieg ihr Leben lassen. Unzählige Menschen wurden verletzt, traumatisiert oder litten für den Rest ihres Lebens an den körperlichen und seelischen Folgen des Geschehens. Ganze Landstriche - vor allem in Frankreich - wurden zerbombt, mit Giftgas verseucht und unbewohnbar gemacht. Darunter auch das französische Dorf Sillery.


Kranzniederlegung in der Partnerstadt


Sillery, malerisch im Tal des Flüsschens la Vesle gelegen und von Champagner-Weinbergen umgeben, ist seit 1985 Partnergemeinde Adenaus. 1917 war Sillery, unmittelbar zwischen der deutschen und französischen Kampflinie gelegen, vollständig zerstört und unbewohnbar geworden, sodass die französische Armee die Evakuierung der letzten verblieben 13 Einwohner anordnete. Obwohl die unrühmliche Geschichte der deutschen und der französischen Nation gerade in Sillery eine schwere Hypothek für den Aufbau einer partnerschaftlichen Zukunft war, konnte in der Folge eine lebendige Städtepartnerschaft entwickelt werden.

Daher empfand man es in Adenau als eine große Geste der Freundschaft und der Versöhnung, als die Einladung aus Frankreich eintraf, den Waffenstillstand von vor 100 Jahren gemeinsam in Sillery zu begehen. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof Berru, auf dem rund 17.600 deutsche Gefallene die letzte Ruhe fanden, legten Deutsche und Franzosen gemeinsam einen Kranz und Blumengebinde nieder und gedachten der Opfer von Kriegen und Gewalt weltweit. Die Feier wurde vom Chor „Cantate“ unter der Leitung von Almuth Nikolayczik musikalisch gestaltet.

Eine Wanderung durch die damaligen deutschen Stellungen zum Fort Pompelle auf der französischen Seite der damaligen Front und weiter nach Sillery vermittelte den deutschen Besuchern einen unmittelbaren Eindruck des damaligen Geschehens.


Im Zeichen der Versöhnung


Der Abend stand ganz im Zeichen der Freundschaft und Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. Ein gemeinsamer Versöhnungsgottesdienst in deutscher und französischer Sprache machte den Auftakt. In der Kirche aus dem elften Jahrhundert, die im Krieg ebenfalls schwer beschädigt wurde, konnte der Chor „Cantate“ seine musikalischen Qualitäten voll zur Geltung bringen und beeindruckte mit seinen Darbietungen wie dem „Ave Verum“ von Mozart.


Martinstradition gefeiert


Anschließend wurde gemeinsam gefeiert, wobei die deutsche Delegation anhand eines kleinen Lichterzuges mit Martinsliedern die deutsche Martinstradition aufzeigte, die auf den französischen Bischof Martin von Tours zurückgeht. Dabei sorgte auch der in Sillery obligatorische Champagner für eine vorzügliche Stimmung.

Am 11. November, dem eigentlichen Festtag, gab es eine Zeremonie am Denkmal für die Opfer der Kriege, anlässlich derer auch eine Botschaft des französischen Staatspräsidenten an das französische Volk verlesen wurde. Monika Weber vom Partnerschaftskomitee der Stadt Adenau trug hierzu parallel die deutsche Übersetzung vor, sodass auch die nicht sprachkundigen Mitglieder der deutschen Delegation den Aufruf Macrons gegen Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit und seinen Appell an alle Europäer vernahmen, nicht nachzulassen im Einsatz für Frieden und Freiheit in ihren Ländern und im Europäischen Haus.

Nach einer kleinen Stärkung im Gemeindesaal trat dann der größte Teil der deutschen Gäste den Heimweg an. Alle die dabei waren werden vor dem Hintergrund der schweren Belastungen aus der deutsch-französischen Geschichte dieses Wochenende als einen Meilenstein der deutsch-französischen Freundschaft in Erinnerung halten.

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juergen mueller:
Warum immer so kompliziert - 30 Grad Differenz - wen interessiert`s. Steingärten sind optisch monoton und ökologisch = 0. Die NACHTEILE - Teuer in Anschaffung und Pflege, Insekten,Vögel u.andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum, Schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs, Regelmäßiges Reinigen nötig - Einsatz von Laubbläsern, Hochdruckreiniger kostet Energie und schädigt Kleinlebewesen, Einsatz von Pestiziden tötet Lebewesen, Schotter heizt sich im Sommer auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, Staubbelastung steigt, Lärm wird verstärkt, Boden wird verdichtet u.zerstört, später aufwendige Renaturierung nötig, Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern. Das muss reichen, um dagegen zu sein, oder?
juergen mueller:
Was für Träumereien - ein Neubau, etwas was der ein oder andere in diesem Leben eh nicht mehr erleben wird, Hauptsache,darüber geredet - wie lange schon?. Und die Frage ist - WOFÜR? Vor Jahrzehnten ABENDSPORTFEST ... ade FUSSBALL ... ade Also - WOFÜR eine neue Tribüne, Herr NAUMANN?
juergen mueller:
Seit wann setzen vor allem CDU und SPD auf Transparenz?Dieses Wort gibt es nicht in deren Wortschatz.Die leben ihre undurchsichtige Politik nach wie vor nach dem Motto aus:"Bürger*innen dürfen zwar alles essen, aber nicht alles wissen".Politik lässt sich nicht in die Karten schauen.Da wird vertuscht,getäuscht,gelogen und verarscht und das auf einem sprachlichen und gestikreichen absolut unterem Niveau - man schaue sich auf FACEBOOK den Senf der SPD-Fraktion einmal näher an.Ein Herr Biebricher/CDU zerreißt sich das Maul immer nur dann,wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist - inhaltlos,verständnislos,absolut desorientiert,uninformiert,selbstgefällig,von seiner eigenen unwichtigen Wichtigkeit überzeugt,das Bild eines Möchtegern-Politikers,der seine Abwahl als Landtagsabgeordneter immer noch nicht verkraftet hat,weil ihm vom Wähler aufgezeigt wurde,dass es dafür dann doch nicht reicht - die SPD mit eingeschlossen. BÜRGERBETEILIGUNG - BÜRGERNÄHE = eine verlogene POLITIK.
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