Therapie-Hühner als Begleiter für Menschen mit Behinderung

Hühner als Lern- und Lebenshilfe

Tiergestützte Pädagogik im Projekt der Mayener Lebenshilfe

17.08.2020 - 11:26

Mayen. Pünktlich zum Osterfest waren sie in das große Hühnergehege am Heckenberg eingezogen: Die vier Zwerg-Cochin Junghühner Leo, Brownie, Susi und Hanni. Mit großer Vorfreude wurden sie bereits von den Beschäftigten und Mitarbeiter der Tagesförderstätte erwartet.


Im Vorfeld musste das Projekt gut vorbereitet werden. Genehmigungen, Haltungsvoraussetzungen und Gesundheitsfragen waren zu klären. Dazu wurde gleich zu Beginn der Planungsphase eine Dozentin vom „Institut für soziales Lernen mit Tieren“ eingeladen. Sie brachte drei ausgebildete Therapiehühner mit. So konnte bereits gemeinsam mit den Beschäftigten und dem Lebenshilfe Team ein wenig geübt werden.

„Das Thema tiergestützte Pädagogik ist vielen schon ein Begriff. Bei uns in der Lebenshilfe Mayen arbeiten wir bereits seit vielen Jahren mit therapeutischem Reiten und haben auch einige Projekte mit Therapiehunden. Dass man für diese Therapieform aber auch sehr gut zahme Hühner einsetzten kann, wissen die meisten Menschen nicht. Dank ihrer hohen Intelligenz und ihrem sanften Wesen, werden Hühner immer häufiger auch zu pädagogischen oder therapeutischen Zwecken genutzt,“ weiß Veruschka Lang, Heilerziehungspflegerin und tiergestützte Pädagogin. Mit viel Herzblut hat sie das Projekt organisiert und mit ihren Kollegen durchgeführt. Das Projekt der Tagesförderstätte für Menschen mit Behinderung hat wichtige therapeutische Schwerpunkte. „Im Vordergrund steht für uns die Steigerung des Selbstwertgefühls der Betreuten durch sinnvolle, arbeitsweltorientierte Angebote. Die Arbeit mit den Tieren fördert meist nebenbei motorische sowie soziale Fähigkeiten, ohne dass es von den betroffenen Menschen direkt als Arbeit oder Anstrengung empfunden wird. Es wird nicht wie bei vielen therapeutischen Maßnahmen offensichtlich an Defiziten gearbeitet, sondern in entspannter Atmosphäre und ressourcenorientiert“, erklärt Veruschka Lang ihr Projekt. Die Beschäftigten und Mitarbeiter der Tagesförderstätte versorgen die Hühner selber. Am Wochenende übernehmen die Bewohner und Betreuer der ambulanten Wohngruppe die Pflege. Mittlerweile sind die Hühner schon richtig zahm und kommen auf Zuruf. „Neben dem pädagogischen und therapeutischen Schwerpunkt macht es unseren Beschäftigten aber auch einfach Freude, den Hühnern zuzusehen und sie zu beobachten. Hühner sind sehr soziale Tiere und können weitaus mehr als Eierlegen“, so die engagierte Pädagogin und erklärt, dass sich auch die Sinneserfahrung durch das Fühlen und Streicheln der Hühner positiv auf die Psyche und damit auch auf die Stimmung auswirkt. „Die ersten Projektmonate haben uns gezeigt, dass sich die Mühe gelohnt hat. Alleine das Lächeln, das die Hühner unseren Beschäftigten täglich ins Gesicht zaubern, macht uns richtig froh“, freut sich Veruschka Lang.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Betrugsversuche am Telefon

Vermehrte Anrufe durch „Falsche Polizeibeamte“

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Aktuell kommt es im Bereich Bad Neuenahr-Ahrweiler zu vermehrten Betrugsversuchen „falsche Polizeibeamte“ per Telefon. Bei dieser Masche behaupten angebliche Polizeibeamte, dass am Vortag mehrere Personen von der Polizei festgenommen worden seien, die zu einer Einbrecherbande gehören würden. Die Angerufenen könnten nun möglicherweise Opfer dieser Einbrecherbande werden. Zum Schutz ihrer Gegenstände sollten sie diese an die vermeintliche Polizei übergeben. mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Der Frühling kommt: Wo befinden sich Eure Lieblingsausflugsziele im BLICK aktuell-Land?

Eifel
Ahr
Mittelrhein
Mosel
Westerwald
Andere
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 
Kommentare

Erste Tagung per Videokonferenz

Gabriele Friedrich:
Ü60 und 70Plus sind die Gelackmeierten, egal wo. Da werden Millionen für Berater ausgegeben, aber um kleine und praktische Seniorenwohnungen zu bauen fehlt es nicht nur am Geld, sondern auch am Geiste. Statt einmal die Hausbesitzer der vielen leerstehenden Häuser in den Citys am Kragen zu packen, Geschäftsräume...
Margarete Spieker:
Mich beschäftigt besonders die Verkehrsführung Mainzer Straße. Durch die Fahrradwege sind so viele Parkplätze weggefallen, dass ich als Seniorin, die nur noch begrenzt Rad fahren kann, wohl wegziehen muss!...
Gabriele Friedrich:
Mitunter denke ich, das die Mehrheit der Deutschen gar nicht weiß, was Demokratie bedeutet und die Politiker im BUND wenden diese auch nicht an mit ihrer Basta-Politik. Keinerlei Mut haben die Leute, Eigenverantwortung NULL. Gemeinschaftssinn: NULL !!! Sich für etwas einsetzen und Menschen überzeugen...
S. Schmidt:
Die Zahl der linksextremen Gewalttaten in Deutschland ist viel stärker angestiegen als die der rechtsextremen und ist auch deutlich höher, jüngstes, trauriges, Beispiel waren die Krawalle zum ersten Mai in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main und anderen Städten....
Gabriele Friedrich:
Das sind keine Unbekannten, das sind frustrierte Jugendliche, die ihre Wut und ihren Frust da ablassen, auch natürlich durch Corona, weil sie nirgendwo hinkönnen um ihre Kräfte zu messen. Man muss wissen, wo diese Bäume sind, das geht nur, wenn da einer "heimisch" ist. Heutzutage kann man nicht mal...
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen