RKK-Präsident Hans Mayer sieht in den neuen Winterferien eine Gefahr für den Karneval

„Tradition macht keine Ferien“

Die RKK fordert die Politik zum Umdenken auf!

„Tradition macht keine Ferien“

„Die Änderung der Schulferienregelung u. a. in Rheinland-Pfalz ab dem kommenden Schuljahr gefährdet die Existenz des karnevals“, betont RKK-Präsident Hans Mayer. Foto: RKK

17.04.2018 - 10:01

Koblenz/Region. „Es ist eigentlich immer dieselbe Leier“, stellt Hans Mayer fest., „Die Politik wird nicht müde die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft und die Tradition zu betonen, aber im Handeln kann man dies nur schwer erkennen.“


Hans Mayer ist der Präsident des karnevalistischen Bundesverbandes RKK und in dieser Eigenschaft auch Sprecher für die mehr als 1.400 Mitgliedsvereine.

Was dem überzeugten Karnevalisten gerade so zusetzt, ist die Änderung der Schulferienregelung u. a. in Rheinland-Pfalz ab dem kommenden Schuljahr.

Erstmals wird es im kommenden Jahr vor Fastnacht eine Woche Winterferien geben, eine Regelung, die auch für die Schuljahre 2019/2020 und 2021/2022 schon beschlossen ist.

„Auf den ersten Blick könnte man nun vielleicht denken, dass diese Regelung sogar hilfreich sein könnte, da nun an den tollen Tagen frei ist, aber das wird nicht aufgehen“, sagt Mayer, der in dieser Regelung eher einen Kniefall vor der Tourismusbranche sieht. Vielmehr ist Mayer fest davon überzeugt, dass es in der Natur der Sache liege, dass eine Ferienzeit auch für Urlaubsfahrten genutzt werde.

Diese Regelung gefährde die närrische Tradition in erheblichem Maße, denn dies hätte zur Folge, dass zu Zeiten des Straßenkarnevals, der Umzüge und der Möhnensitzungen der Nachwuchs im Urlaub weile. „Warum sollen Kinder denn noch in karnevalistischen Vereinen das runde Jahr über tätig sein, für Auftritte üben, wenn sie dann in der kurzen Phase der fünften Jahreszeit ihr Kostüm oder den eingeübten Tanz nicht präsentieren können?“ Fragt Hans Mayer und spricht damit die Sorgen und Nöte der Karnevalisten aus.


RKK fordert: Maßnahme zurücknehmen!


Aus Sicht der Schulbehörde mag diese Entscheidung sogar nachvollziehbar sein, schließlich kam der Unterricht an den tollen Tagen meist zu kurz und auch die Berichte über Probleme mit Alkohol an Schulen wird man nun nicht lesen. Damit verschiebt sich die Thematik aus Sicht von Mayer aber nur, da sie Schülerinnen und Schüler, die von einer solchen Thematik betroffen waren, nun überhaupt keine schulische Lenkung in diesen Tagen erfahren.

Die RKK fordert an dieser Stelle, diese Maßnahmen zurückzunehmen, da sie den Karneval dadurch in seiner Existenz gefährdet sieht.

„Gerade blühen alle Gärten, daher bemühe ich auch diesen Vergleich. Ein Obstbauer schneidet bei der Pflege seines Bestandes am Geäst, um neue Triebe hervorzubringen und den Bestand zu erhalten. Die Politik fräst gerade an den Wurzeln des Karnevals. Würde der Obstbauer so vorgehen, wäre das Ergebnis für die Zukunft klar, der Ertrag bliebe aus.“

Und so kommt Mayer auf einen weiteren Punkt zu sprechen, der ihm bei dieser Vorgehensweise unklar ist. „Selbst wenn das Bildungsministerium mit dieser Regelung die Schulen aus der Verantwortung nimmt, was sagt das Wirtschaftsministerium dazu?

Der Karneval hat alleine in der Region Koblenz einen jährlichen Umsatz von etwa 70 Millionen. Viele dieser Millionen fließen zu heimischen Betrieben wie beispielsweise in die Gastronomie und auch viele Musikvereine können auf die Einnahmen aus den Umzügen nicht verzichten“, klärt Mayer auf und verweist darauf, dass viele dieser Gelder bei Urlaubsfahrten von der heimischen Wirtschaft ins Ausland abfließen werden.

„Tradition macht keine Ferien“, so das Motto der RKK, welches die Politik zu einem Umdenken bewegen soll, da es nicht nur um den Erhalt einer Tradition als Selbstzweck geht, sondern damit auch Jugendarbeit und wirtschaftliche Aspekte in Frage gestellt werden.

Pressemitteilung des

karnevalistischen Verbandes RKK (

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Gabriele Friedrich:
Was regen sich die Leute auf ? Alles was gehackt werden kann, ist nicht sicher. Strengt euch halt mehr an. Vielleicht sagt euch der 14jährige, wo es dran gelegen hat. Kinder haben heute keine Interessen mehr, keine Luft, keine Freundschaften und vor allem keine Eltern daheim- also keine Ansprechpartner. Mir...
juergen mueller:
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Wir kommen aus dem "Unterstützen" gar nicht mehr raus. Jede Stadt sollte sei Tierheim unterstützen- vor Ort. Die Tierärzte finde ich auch viel zu teuer. Das kann sich ein alter Mensch gar nicht mehr leisten. ...
juergen mueller:
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Gabriele Friedrich:
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