Trauernde fanden Gemeinschaft und Verständnis auf gemeinsamer Reise des Hospizvereins

Teilnehmerin berichtet über ihre Erfahrungen und möchte anderen Mut machen

Trauernde fanden Gemeinschaft
und Verständnis auf gemeinsamer Reise des Hospizvereins

Gabi Mayer fand im Rahmen einer Auszeitreise für Trauernde nicht nur viel Hilfe und Unterstützung, sondern auch neue Freundschaften. Foto: Beate Christ

08.05.2024 - 16:26

Neuwied. „Wenn ich diese Fahrt nicht gemacht hätte, wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin“, sagt Gabi Mayer. Nach dem Tod ihres Mannes im Juli 2023 wurde ihr der Boden unter den Füßen weggerissen. „Wir waren fast 50 Jahre zusammen. Nun stand ich alleine da und musste auf einmal mein ganzes Leben alleine hinbekommen“, erinnert sie sich. Und sie weiß noch genau, dass sie fest entschlossen war, sich Hilfe zu holen. Um mit dem schmerzlichen Verlust klar zu kommen und um dem Leben wieder etwas abgewinnen zu können.

Eine Auszeitreise des Neuwieder Hospizvereins nach Winterberg, die im Februar stattgefunden hatte, beschreibt sie für sich als äußerst hilfreich und effektiv. „Ich habe alles aufgesogen, weil ich Hilfe haben und ich nicht alleine mit meiner Trauerarbeit sein wollte“, sagt sie rückblickend. Während einer Reha wurde ihr der Tipp gegeben, sich beim örtlichen Hospizverein nach Trauerbegleitung zu erkundigen. Noch in der Reha meldete sie sich zur Auszeitreise an. „Ich wollte auf jeden Fall einen Platz haben. Ich hoffte auf den Austausch mit anderen Trauernden und die Erfahrung und Hilfe der Trauerbegleiterinnen“, sagt Gabi Mayer. Das Ziel der Reise war ihr egal, die Hauptsache war ihr die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten. Und diese Gemeinschaft entstand schon beim Kennenlerntreffen und setzt sich heute, einige Monate nach der Reise immer noch fort. Denn Gabi Mayer hat während dieser Zeit Freundinnen gefunden, mit denen sie nun sogar eine Urlaubsreise nach Bayern machen möchte. Dass sie wieder nach vorne blicken kann, sei auch der Trauerarbeit während der Auszeitreise zu verdanken. Die Gruppenangebote, Arbeitseinheiten und die Gewissheit, immer eine Ansprechpartnerin zu finden, haben Gabi Mayer viel gegeben, wie sie sagt. Viele kleine Anregungen, auf die sie selbst in ihrer Situation gar nicht gekommen wären, haben ihr Kraft gegeben und Mut gemacht. Und auch die gemeinsamen Freizeitangebote, die auch einige lustige und unterhaltsame Momente der Gruppe bescherten, haben der 65-Jährigen gutgetan. „Ich hatte so viel Traurigkeit und Weinen hinter mir, da hat es einfach nur gutgetan, zwischendurch mal den Kopf frei zu bekommen.“ Mal den traurigen Alltag vergessen konnte sie beispielsweise beim Besuch der Salzgrotte, im Rahmen einer Stadtführung durch Winterberg oder gar bei einem „Mini-Tanzkurs“ zu der eigens ein Tanzlehrer in die Unterkunft der Reisegruppe gekommen war. Und jeden Tag aufs Neue wartete sie gespannt darauf, welche Programmpunkte sich die beiden Trauerbegleiterinnen Heidi Hahnemann und Beate Christ für die 12 Teilnehmenden hatten einfallen lassen. „Ich habe mich gerne auf alles eingelassen. Was hatte ich denn zu verlieren?“, sagt Gabi Mayer. Eine Reise für Trauernde würde sie auf jeden Fall weiterempfehlen. „Diese Hilfe sollte man sich holen. Da muss man nicht alleine durch.“

Auch im nächsten Jahr bietet der Neuwieder Hospizverein wieder eine Auszeitreise für Trauernde an. Darüber hinaus gibt es viele andere Angebote für Trauernde. Mehr Infos dazu finden sich auf der Homepage des Vereins unter www.neuwieder-hospiz.de oder über die App des Vereins, die bei Google Play oder im App Store kostenlos heruntergeladen werden kann.

Pressemitteilung des

Neuwieder Hospiz e.V.

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21.05.2024 19:09 Uhr
Inge Wania

Ich finde den Bericht einfach großartig von Gaby Mayer und ich habe das genau so empfunden.
Ich bin sehr froh und dankbar dass es Hospiz gibt, ob es die Sterbebegleitung bei meinem Mann, die Einzelgespräche bei Frau Hahnemann und auch der Trauer Kaffee, es tut einfach gut!



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