SKFM – Katholischer Verein für Soziale Dienste für den Landkreis Ahrweiler e.V.

Unterstützung statt Entmündigung

Motto: „Nur so viel Betreuung wie nötig“

16.11.2017 - 11:56

Ahrweiler. Unterstützung statt Entmündigung, Selbstbestimmtheit, auch für den, der aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht mehr für sich sorgen kann. Das garantiert das neue Betreuungsrecht seit 25 Jahren. Mit dem Gesetz, das 1992 in Kraft trat und das bis dahin gültige Vormundschafts- und Pflegschaftsrecht ablöste, wurden zahlreiche Betreuungsvereine im Bistum Trier gegründet, unter ihnen auch der SKFM – Katholischer Verein für Soziale Dienste für den Landkreis Ahrweiler e.V., der sich damals Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer nannte.

Es waren unter anderen Elisabeth Raths † und Toni Schnöger †, die den Verein ins Leben riefen. „Eigentlich sind es bereits 26 Jahre“, weiß Eva-Maria Schnöger, heute Kassiererin des SKFM, die die Gründung des Vereines am 27. August 1991 an der Seite ihres Mannes miterlebt hat. Toni Schnöger, der bereits mehrere Vormundschaften führte, war gebeten worden, den katholischen Betreuungsverein ins Leben zu rufen. Eva-Maria Schnöger: „Die Möbel haben wir auf unsere Kosten gekauft und einen Raum im eigenen Haus zur Verfügung gestellt.“ Bis zum Umzug in die Kölner Straße waren es vor allem Betreuer, die von Toni Schnöger beraten wurden. „Damals wurde alles auf ehrenamtlicher Basis von zwölf Damen und Herren geleistet. Zu dieser Zeit war man verpflichtet, so ein Amt anzunehmen. Denke mal, das waren Leute, die schon eine Vormundschaft hatten“, so Eva-Maria Schnöger. Bis 1995 war Toni Schnöger Erster Vorsitzender und danach bis 1998 Schatzmeister des SKFM. „Später wurde dann ein hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt und heute ist es eine kleine Firma“, zeichnet Eva-Maria Schnöger die beeindruckende Entwicklung des von Elisabeth Raths und Toni Schnöger gegründeten SKFM.

Der SKFM-Ahrweiler zählt heute zu den 106 Betreuungsvereinen im Land Rheinland-Pfalz. Um die Arbeit im Kreis Ahrweiler optimal gestalten zu können, arbeitet der katholische Verein eng zusammen mit dem Betreuungsverein der Evangelischen Kirchengemeinden in der Rhein-Ahr-Region im Diakonischen Werk.


Wahrung der Menschenwürde steht im Vordergrund


Das über 25-jährige Jubiläum des SKFM ist Anlass, auf die positive Entwicklung durch das neue Betreuungsrecht hinzuweisen. Die Wahrung der Menschenwürde in jeder Lebensphase ist für Ralph Seeger vom SKFM eng mit der Gründung des Vereins verbunden: „Heute sprechen wir nicht mehr von ‚Vormundschaft‘ und ‚entmündigtem Mündel‘. Die Freiheit des Betreuten verlangt, dass eine Betreuung auf jene tatsächlich betreuungsbedürftigen Bereiche beschränkt bleibt. Bei einer Betreuung in finanziellen Dingen darf der Betreuer nur in diesem Bereich Entscheidungen für den Betroffenen treffen. Angelegenheiten zum Beispiel im Gebiet Gesundheit regelt der Betreute weiterhin selbst. Getreu dem Motto: Nur so viel Betreuung wie nötig.“ Zudem haben die Betreuungsvereine im Kreis Ahrweiler die Aufgabe, ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer zu beraten, fortzubilden, zu werben und bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Hierzu erhalten sie eine Förderung vom Land Rheinland-Pfalz und vom Landkreis. In regelmäßigen Grundkursen werden Betreuer über die Rechte von Betreuten und über ihre Betreuungsaufgaben informiert.


Betreuungsvereine bieten kostenlose Aufklärung


Eine weitere Aufgabe der Betreuungsvereine ist die kostenlose Aufklärung von Bürgern zu den Themen Betreuungsverfügung, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Über 380 Menschen konnte der Betreuungsverein des SKFM-Ahrweiler im Jahr 2016 auf diese Weise erreichen. Zu elf Vorträgen wurde der Betreuungsverein im Jahr 2016 von Betrieben und Vereinen eingeladen, um über vorsorgende Maßnahmen zu informieren. Ebenso erhalten betreuende Angehörige von ihrem Betreuungsverein telefonische oder persönliche Beratung. Kontakt und Terminvereinbarung unter Telefon: (0 26 41) 20 12 78.

Um diese vielen Aufgaben auch erfüllen zu können, sind beim Betreuungsverein des SKFM-Ahrweiler zur Zeit drei hauptamtliche sowie 151 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Betreuung tätig. Das alles geschieht in Zusammenarbeit mit der Betreuungsbehörde des Landkreises, den Amtsgerichten, die rechtliche Betreuer berufen, und allen weiteren Institutionen, die gemeinsam mit dem SKFM und dem Betreuungsverein der Diakonie ein tragfähiges Netzwerk bilden, das den betreuten Frauen und Männern ihr Recht auf Selbstbestimmung gibt, und das seit 25 Jahren. Wer sich für die Tätigkeit als Betreuer interessiert, als Betreuer Rat sucht, Fragen zur Betreuung hat oder mehr über die Themen Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung wissen möchte, kann sich in Verbindung setzen mit: SKFM – Katholischer Verein für Soziale Dienste für den Landkreis Ahrweiler e.V., Ehlinger Str. 47, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Telefon: (0 26 41) 20 12 78, Email: info@skfm-ahrweiler.de, Internet: www.skfm-ahrweiler.de.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Stellenmarkt
Weitere Berichte

DRK Kreis Ahrweiler

Haupt- und Ehrenamt gemeinsam beim 24-Stunden-Rennen

Kreis Ahrweiler. Hinter dem DRK-Kreisverband Ahrweiler e.V. liegen arbeitsintensive, aber sehr erfolgreiche Tage: Rund 1.800 Ehren- und Hauptamtliche des DRK sicherten erst beim 24-Stunden-Rennen und direkt im Anschluss bei Rock am Ring die sanitätsdienstliche Versorgung. mehr...

Regional+
 

Aus dem Polizeibericht

Kind wurde angefahren

Montabaur. Am Dienstag, 11. Juni, gegen 07:10 Uhr ereignete sich auf dem Norma-Parkplatz in Montabaur, Bahnallee, ein Verkehrsunfall mit Fahrerflucht. Ein 14-jähriger Junge überquerte den Parkplatz, um den Haupteingang des Norma-Marktes zu erreichen. Die Unfallverursacherin übersah vermutlich den Jungen und touchierte ihn leicht, wodurch er Schmerzen im Hüftbereich erlitt. Nach einem kurzen Gespräch entfernte sich die Fahrerin mit ihrem weißen Elektrofahrzeug in unbekannte Richtung. mehr...

Aus dem Polizeibericht

Kollision mit Lkw

Linz. Am Dienstagvormittag, 11. Juni, musste ein Pkw auf der B 42 verkehrsbedingt wegen einem haltenden Lkw in Fahrtrichtung Linz anhalten. Ein nachfolgender Lkw hatte die Absicht, an beiden stehenden Fahrzeugen vorbei zufahren. Im Moment des Überholens scherte der wartende Pkw ebenfalls aus und es kam zur Kollision. Es entstand Sachschaden. mehr...

Anzeige
 
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte
Mit dem Heck in die Ufermauer gefahren

Schiffsunfall mit Sachschaden in Boppard

Mit dem Heck in die Ufermauer gefahren

Boppard. Am 12. Juni 2024 gegen 7.24 Uhr ereignete sich in Boppard ein Schiffsunfall. Ein Fahrgastkabinenschiff wollte vom Stadtsteiger in Boppard ablegen und musste aufgrund eines vor ihm stillliegenden Fahrgastschiffs zurücksetzen. mehr...

Erlebnisführung

Brohtal. Wie in jedem Jahr kann die mittelalterliche Burg Olbrück, das Wahrzeichen des Brohltals, wieder jeden 1. Sonntag im Monat mit einem begeisternden Gästeführer erlebt werden. mehr...

Neuer Kurs beim TV Rheinbrohl

Rücken/Fitnessgymnastik

Rheinbrohl. Ein neuer Kurs „Rücken/Fitnessgymnastik“ beginnt am Mittwoch, 19. Juni. Kursleiterin ist Annemie Dasbach, Übungsleiterin mit der Zusatzqualifikation „Pluspunkt Gesundheit“. Uhrzeit: 9.30 bis 10.30 Uhr, Veranstaltungsort: Turnhalle, Maria-Hilf-Straße. mehr...

Schnuppertraining

Ahrbrück. Nachdem das Tennis-Schnuppertraining für Kinder ein voller Erfolg war und 13 neue Tennis-Kinder dort begrüßt werden konnten, wird „Tennis in Ahrbrück“ fortgesetzt und möchte sein Sportangebot weiter ausbauen. mehr...

Wieder ein Sieg für Florian Rauhe

Wieder ein Sieg für Florian Rauhe

Adenau. Der 5. Lauf zur ADAC Mittelrhein Kart Slalom Meisterschaft 2024 hat gezeigt, was wahre Champions auszeichnet. Drei Adenauer Fahrer standen auf dem Podest, darunter Marc Rechenberg, Luise Schwarz und Florian Rauhe, der erneut einen beeindruckenden Sieg einfuhr. mehr...

LESETIPPS
GelesenNeueste
Kommentare
Amir Samed :
Mit moralischer Dauererregung lässt sich keine schlechte Regierungsleistung überdecken. ‚Gegen rechts‘ ist keine Politik. Wähler kreuzen nicht AfD an, weil sie sich die Rückkehr des Nationalsozialismus wünschen, sondern eine Politik, die sich wieder der zentralen Probleme im Land annimmt. Klimaangst...
juergen mueller:
Ein trauriger Tag für Koblenz. Wer sich einmal X, Instagram, Tiktok "reinzieht", weiß, welche Klientel dort zuhauf vertreten ist, deren angebliche politische Bildung sich darin äussert, bestimmte Politiker mit verbalen Äusserungen bestehend aus Hass, Hetze u. Häme auf`s Korn zu nehmen. Wenn das die...

Eine Schande für die Grafschaft

juergen mueller:
@Woll: Modalverben sind im Deutschen u.a. die Verben dürfen, können, müssen u. wollen. Diese Verben benötigen normalerweise ein weiteres Verb im Infinitiv. Modalverben ändern den Inhalt einer Aussage - es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob jemand etwas tun muss oder darf. "Ungemütlich" wird es, wenn...
Heiner Woll:
Eure weltfremden und selbstherrlichen Kommentare zu lesen, ist eigentlich schon fast nen Muss in der Comedy. Ganz grosses Kino, da weiss man mit wem man gar nicht diskutieren kann, und niemals auch nur wollte....
juergen mueller:
@Weber: Sie haben recht. man ist nicht automatisch intelligent, nur weil man Bücher liest. Nur, wenn man keine liest, zeugt das auch nicht gerade von Intelligenz, vor allem, wenn es sich um eine Lektüre von Herrn Wegner/Publizist handelt. Äussert man sich über ihn, wäre es sinnvoll u. intelligenzfördernd,...

Prinz Metfried zu Wied verstorben

Robin Klöppel:
Wieso Großonkel, war er nicht der Bruder seines Vaters?...
Haftnotiz+
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Service