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Heimische Künstlerin stellt in China aus

Von Westum nach Peking

Sieben Ölgemälde von Edith Schumacher-Reinhard werden im Museum für zeitgenössische Kunst gezeigt

08.05.2019 - 08:32

Sinzig. Edith Schumacher-Reinhard aus Westum ist es ernst mit ihrer Malerei. Mit Hingabe und Ausdauer sitzt sie allmorgendlich an der Staffelei. Diese Zeit hat sie reserviert für das, was ihr am wichtigsten ist. Vor 16 Jahren rang sie sich zu dem Entschluss durch, den bisher ausgeübten Beruf „an den Nagel zu hängen“. Der Drang zum Malen, den sie schon in ihrer Kindheit verspürte, ließ sich nicht mehr unterdrücken.

Einige Male ist Schumacher-Reinhard mit ihren Arbeiten auch bereits an die Öffentlichkeit getreten. Sie stellte dreimal in Maria Laach aus, einmal in Freiburg und Adenau, nahm 2006 beim Lebenskunstmarkt in Remagen teil und 2016 in Sinzig an der ArtAhr. Dort zeichnete das Publikum sie als beste Künstlerin aus. Doch nun holte die Malerin, die handwerklich versiert bei der Sache ist, zum großen Sprung aus. Sie befand, „meine Bilder sollten in China zu sehen sein“ und schickte sie, vermittelt durch die Hamburger „Pashmin Art Gallery“, ins Museum of Contemporary Art in Peking. Sieben ihrer Arbeiten werden zusammen mit denen von 27 weiteren Künstlern dort vom 11. Mai bis 11. Juni in der Ausstellung „The Crossroads of the World“ zu sehen sein, wobei der Künstlerin ein eigener Bereich zusteht.


Natur und Kunst vereint


Sie selbst reist nicht mit. Zuhause im Atelier hat die verheiratete zweifache Mutter noch das riesige Porträt einer Tochter in Arbeit. Meist aber abstrahiert sie Landschaftseindrücke. „Wenn ich zum Strand gehe, dann sehe ich den Müll nicht, den blende ich aus“. Folglich lässt Schumacher-Reinhard auch in ihren Bildern weg, was vom Menschen zeugt. Stattdessen rückt sie in Streuobstwiesen Gräser und Blüten nahe, verwilderte Bäume, ruhige Gewässer. Genauso würden auch sie ihre Umwelt wahrnehmen, haben Schumacher-Reinhard Freunde ihrer Malerei berichtet. Die Künstlerin zieht es hin zu stillgelegten Kiesgruben, Industriebrachen, Straßenränder, Gebiete, wo die Natur Terrain gutmacht. Denn, so die 1965 in der Kreisstadt Geborene und dort Aufgewachsene: „Ich war immer ein Naturkind.“ Da für den Vater Kunst als Studienfach „nicht in Frage kam“, nahm sie in Bonn ein philologisches Studium auf. Von 1991 und 2002 war sie Mediendesigner bei Verlagen in Köln und Sinzig. Als freischaffende Malerin aber erlebt sie seit 2003, wie zwei Neigungen, die Liebe zur Natur und zur Kunst, zusammenfließen.


Die Grautöne Europas


Sie nahm künstlerischem Unterricht. Daneben hat sie sich autodidaktisch in den Techniken Pastell, Aquarell und Acryl weitergebildet und sich die klassische Ölmalerei selbst beigebracht. An der Staffelei trägt sie auf einen Acrylgrund schichtweise Ölfarbe auf, die immer wieder trocknen muss. Ohnehin entstehen ihre Bilder nicht schnell. Zwei Monate braucht die 54-Jährige für die im Goldenen Schnitt ausgeloteten und in Komplementärfarben ausgeführten Formate mindestens. Die vielen Details verlangen ebenfalls eine sorgsame Behandlung. Schumacher-Reinhard bindet sie auf eine ihr eigene Weise in die Fläche ein und bremst die Unruhe durch „die Grautöne Nordeuropas“. Oft sind die Pflanzen- und Wasserszenarien von einer geheimnisvollen Helligkeit umfangen. Manche wirken wie überbelichtet. Andere scheinen von innen zu leuchten, so das Triptychon bildfüllender Blätter namens „Analysis“, das mit nach China reist und symbolisch für Sommer, Herbst und Winter eines Menschenlebens steht.


Gretel und Mottenmann


In Peking werden ebenfalls gezeigt das Wasserstück „Unkelbach“, ein „Gretel“-Bild, „Mothman“, Mottenmann, der sich nur durch seine Struktur vom Untergrund abhebt, sowie eine abstrahierte Landschaft, betitelt „The Village“. Fasziniert vom Land der aufgehenden Sonne durch eine frühe Lektüre der Romane Pearl S. Bucks und motiviert durch den Erfolg einer Künstlerkollegin nach zwei Ausstellungen in Japan, beschloss Schumacher-Reinhard, ihre Arbeiten in China zu zeigen. Die Suchbegriffe „Ausstellung“ und „China“ führten im Internet umgehend zur Hamburger „Pashmin Art Gallery“. Die Galerie vertritt internationale zeitgenössische Künstler und vermittelt dank Kooperationen, wie mit dem Pekinger Museum, Verkaufsausstellungen für „Nachwuchskünstler“, sprich überregional unbekannte Künstler. 1000 bis 2000 Künstler-Anfragen erreichen laut Mitarbeiterin Nicole Rietbrock jährlich die Hamburger Adresse. „Gerade der Markt in China ist unglaublich wichtig“, weiß sie. Die Vermittlung hat ihren Preis. „Als neuer Künstler kämen Sie da sonst nicht rein; Sie müssen heutzutage schon Geld in die Hand nehmen“, so Rietbrock. Künstlerin Edith Schumacher-Reinhard betont indes: „Ich sehe China nicht als meine große Chance, meine große Chance ist meine Malerei und mein Leben.“

HG

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11.05.2019 15:21 Uhr
Edith Behnke

Das ist ein wunderbares Bild.
Wann und wo stellt die Künstlerin wieder
in Deutschland aus?



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Kommentare
juergen mueller:
Nein,alte Ratsbeschlüsse gelten nicht mehr wie man sieht.Und vergessen wurde nichts.Was 2008 mit großer Mehrheit abgesegnet wurde hat Grün-Rot-Rot mit knapper Mehrheit nun durchgesetzt.Was 2008 im Guten nicht funktionierte drückt man jetzt mit elektrischen Pollern durch.Die Folgen einer Sperrung hat man weder 2008 noch jetzt durchdacht.Kurios ist,dass ehemals politische Befürworter dieser Maßnahme nun plötzlich eine andere Haltung einnehmen u.hierfür offensichtlich Jahre gebraucht haben.Davon abgesehen,auch was bereits beschlossen wurde,schließt nachträgliche Einwände/Kritik nicht einfach aus.
Ansgar Hasselberg:
Pro Sperrung Clemensstraße: Gelten alte Ratsbeschlüsse nicht mehr? Es ist interessant, welche Halbwertszeit Ratsbeschlüsse zu haben scheinen. In der Stadtratssitzung vom 6. Februar haben drei Ratsfraktionen den Antrag gestellt, zur Aufwertung der City die Clemensstraße im Bereich zwischen Casinostraße und Görgenstraße in der Zeit von 9:00 Uhr bis 19: Uhr zu sperren. Der Antrag ist mit einer knappen Mehrheit positiv beschieden worden, was naturgemäß und legitimerweise die Kritiker dieser Maßnahme auf den Plan ruft. Völlig vergessen worden ist bei den teils vehementen Kritikern aber, dass es bereits einen gültigen Ratsbeschluss gibt, der genau dem Inhalt des jetzigen Antrages entspricht! Im Jahr 2008 nämlich hat der damalige Rat mit großer Mehrheit die Sperrung der Clemensstraße für den Autoverkehr abgesegnet. Somit stellt sich die Frage nach der Berechtigung der aktuellen Empörung für eine Maßnahme, die eigentlich bereits seit über elf Jahren beschlossene Sache ist. Sperrung der Cleme
juergen mueller:
Ausgerechnet Herr Biebricher/CDU redet von Scheuklappenpolitik, etwas,was er doch selbst praktiziert. Wofür immer ein Gutachten? Ohne externe Beratung/Hilfe geht`s wohl nicht? Wie wäre es,wenn man sich einmal selbst "intensiv" mit einem Problem,auch jetzt mit diesem,beschäftigen würde?Gesunder Menschenverstand ist offensichtlich in der Politik nicht gefragt u.überlässt das Denken lieber anderen.Aber,was nicht gefordert bzw. gefördert wird,führt unweigerlich zu einem Substanzverlust desselben,der bei einigen schon ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat.
Siegfried Kowallek:
Helmut Gelhardt trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn Martin Hahn dereinst selbstkritisch die Bilanz seines politischen Lebens ziehen wird, wird er zähneknirschend einräumen, dass sein größter Makel gewesen ist, dass er und seine CDU sich von den Grünen in der Sache Seemann über den Tisch ziehen ließen. Siegfried Kowallek, Neuwied
Dietmar Rieth :
Der Einschätzung, dem Kommentar und der Schlußfolgerung von Herrn Gelhardt kann ich nur voll zustimnmen. Weitere öffentlich benannte Gründe sprechen ebenfalls für diese Einschätzung und die getätigte Aussage mit Aufforderung an den OB zur Aussetzung des Ratsbeschlusses. Dietmar Rieth, ehemaliger Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat Neuwied
Helmut Gelhardt:
Herr Seemann ist für die für IHN vorgesehene Position/haupt- amtliche Beigeordnetenstelle objektiv nicht angemessen geeignet.Sollte es den Tatsachen entsprechen, dass gerade Herr Seemann den Ausschreibungstext für diese Beigeordnetenstelle mitentworfen hat(und im Stadtrat "die recht offene Formulierung" rechtfertigte),so ist dies keine Kuriosität mehr,sondern entspricht dem Wesen einer Bananenrepublik und liegt in der politischen Verantwortung der Papaya-Koalition aus CDU / Bündnis 90/Die Grünen / FWG.Bündnis 90/Die Grünen, die VOR der Kommunalwahl mit tendenziell richtigen Zielen angetreten waren, haben sich durch DIESE Beigeordnetenwahl selbst politisch grob beschädigt!Dass die übergroße Mehrheit der CDU-Fraktion unter der Führung von Herrn Martin Hahn und die FWG dieses beschämende Spiel jedenfalls zugelassen haben, zeugt nicht von Seriosität.Es spricht gemeindeverfassungsrechtlich sehr Gewichtiges dafür, dass diese Beigeordnetenwahl rechtlich angreifbar ist.Der OB sollte aussetzen!
juergen mueller:
Das mit dem "genauen" Beobachten kommt/kam doch zu spät.Einsicht kommt immer dann,wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.Fakt ist,dass die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat,besetzt mit OB Langner u. Mitglieder des Stadtrates von CDU/Grüne offensichtlich "ver/geschlafen" hat (bis natürlich auf die Tandiemen,die man für seine "Nebenfunktion" erhält).3 Millionen als (Steuergeld-) Darlehen sind kein Peanuts,Geld was der Stadt erst einmal verloren geht u.das Risiko in sich birgt,dass diese komplett in den Sand gesetzt sind.Auf dieses immerwährend nach aussen hin gepredigte positiv Sehen u.um Vertrauen heischende Gerede gebe ich schon lange nichts mehr,dafür haben die Vergangenheit u.Vergangenes gesorgt.
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