Große Preisdifferenz beim Honig

Wie viel darf Deutscher Honig kosten?

Herbstversammlung des Imkervereins Mendig liefert die Antwort

27.11.2017 - 12:52

Mendig. Deutscher Honig soll bald mehr kosten. Vor ein paar Tagen war der Herbstversammlung des Imkervereins Mendig und Umgebung im Hotel Felsenkeller. Da hat Corinna Behrendt, selbst Imkerin aus Kottenheim, einen Vortrag über Honig gehalten. Thema: „Viel Arbeit – wenig Geld? Preisgestaltung und Vertrieb in der Imkerei.

Sie begann die Präsentation mit Hinweisen auf gesetzliche Grundlagen. Papierkram, kann man sagen. Auf was man nicht alles achten muss, wenn man Bienen halten will. Tiergesundheitsgesetz, Bienenseuchenverordnung, EU-Richtlinien und vieles mehr. Man darf die auch nicht einfach in den Garten stellen, sondern muss dies dem zuständigen Amtstierarzt und der Bundesseuchenkasse melden.

Wer Honig verkaufen will, muss Hygienevorschriften, das Lebensmittelrecht und Tausend weitere Dinge beachten. Alles muss dokumentiert, schriftlich fixiert und für die Lebensmittelüberwachung beziehungsweise den Amtstierarzt festgehalten werden.

Da bleibt einem ja kaum noch Zeit, sich um die Bienen zu kümmern.

Und diese kosten nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld. Als Anfänger der Imkerei ist man da schnell einige Hundert Euro los. Das fängt mit der Bienenwohnung, der sogenannten Beute, an. Dann braucht man diverse Arbeitsgegenstände. Und die Bienen kosten natürlich auch Geld, kommen einem ja nicht so zugeflogen und freuen sich, für den Jungimker arbeiten zu dürfen. Übrigens, Jungimker kann man auch noch mit 70 Jahren sein, dabei spielt das Lebensalter mal keine Rolle, sondern nur die Erfahrung mit und im Umgang mit den Bienen. So nach drei bis vier Jahren wird man den Status „Jungimker“ wieder los.

Neben der „Erstausstattung“ kommen auch noch jährlich wiederkehrende Kosten auf den Imker zu. Die Bienen brauchen Mittelwände aus Bienenwachs, um daraus Bienenwaben bauen zu können, müssen für den Winter eingefüttert werden, brauchen Arzneimittel, um gegen die Varroa-Milbe bestehen zu können (rein biologisch natürlich) und und und. Mit Abschreibung kommen da locker weitere Hunderter pro Volk/Jahr zusammen. Auch deshalb haben wohl über 60 Prozent der Imker in Deutschland nur zwischen einem und zehn Bienenvölker.

Die rein materiellen Kosten lassen sich leicht erfassen. Die Arbeitszeit, die dahintersteckt, mag man da gar nicht mehr ansetzen. Von wegen Mindestlohn. Aber der gilt ja für Imker sowieso nicht, sind ja alles kleinere oder größere Unternehmer.

Doch jetzt zu den Fakten. Für ein Glas Deutscher Honig bezahlt man in der Region zwischen 4,50 Euro und 5,50 Euro, das entspricht einem Kilo-Preis von 8 - 10 Euro. Um kostendeckend arbeiten zu können, müsste das Kilo Honig das Doppelte kosten. In anderen Ländern Europas, aber auch Asiens, erfährt Honig eine andere Wertschätzung als hierzulande. In der Türkei, einem der größten Honigproduzenten weltweit, kostet ein Kilo Honig beim Imker über 17 Euro.

Auch in Deutschland gibt es regionale Unterschiede. So ist Deutscher Honig im Norden, Süden und in Großstädten teurer als hier.

Manch anwesender Imker hörte bei den Zahlen merklich auf. Ob sich dies auf den Honigpreis auswirken wird, wer weiß? Es gibt viele Argumente für deutschen Honig aus der Region. Dieser hat keine langen Transportwege hinter sich, wird nicht in Fabriken verschnitten, bis eine homogene, über Jahre gleich aussehende und schmeckende Masse entsteht. Deutscher Honig ist ein regionales Produkt, das man direkt vom Imker des eigenen Vertrauens beziehen kann.

Nur regionaler Honig sollte in der Volksheilkunde Verwendung finden. Hinzu kommt noch der volkswirtschaftliche Nutzen der Honigbienen im Rahmen der Bestäubung. Dieser wird allein in Deutschland auf jährlich Zweimilliarden Euro geschätzt.

Eines sollte man beim Honigkauf nicht vergessen: Was nichts kostet, ist auch nichts wert.

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