Blaulicht | 21.05.2019

Beschädigungen und Verwüstung in einer Kirche im Westerwald

„Mit einer unglaublich rohen Gewalt“

Unbekannte Täter sind in der Nacht von Freitag auf Samstag in die Kirche Heilige Dreifaltigkeit eingebrochen

Der Heilige Josef wurde zu Boden gestoßen. Fotos: Privat

In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai kam es in Großholbach, im Bereich der Limburger Straße, durch bislang unbekannte Täter zu einer gemeinschädlichen Sachbeschädigung an der örtlichen Kirche. Mit Steinen wurde eine Seitenscheibe der Kirche eingeworfen. Durch diese drangen der oder die Täter in das Kircheninnere ein.

Im Inneren wurden mehrere sakrale Gegenstände durch umstoßen oder herunterreißen beschädigt. Von einem Kreuz wurde die Jesusfigur entfernt und angebrannt. Weiterhin urinierten die Unbekannten in den Mittelgang sowie an mehrere Kirchenbänke.

Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf den / die Täter geben können, sich bei der Polizei Montabaur zu melden unter Tel. (0 26 02) 9 22 60.

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Montabaur

Großholbach. Als Küsterin Anne Herborn am Samstagmorgen, 18. Mai, die Kirchentür aufschließt, traut sie erst einmal ihren Augen nicht. „Ich komme hier herein, schließe auf, diese Tür zum Kirchenraum steht immer offen. Ich komme wie immer hier hin – und sehe diesen Anblick, dann stand ich da wie versteinert. Das waren bestimmt zwei Minuten, in denen ich mich überhaupt nicht rühren konnte, als ich das Chaos sah.“

Holzkreuz, Osterkerze und Ewiges Licht zerstört

Der gesamte Altarraum war verwüstet. Das Holzkreuz, was normalerweise an der Wand hängt, habe beim Taufbecken gelegen, berichtet die Küsterin. „Es war auf dem Taufstein zertrümmert. Da lagen die Teile, und der Korpus, die Jesusfigur – das habe ich aber später erst gesehen – lag auf dem Altar. Da war auch alles verwüstet. Die Osterkerze lag zerstört im Chorraum. Hier sehen Sie noch die Löcher in der Wand. Das ewige Licht, das hängt in einer Ampel, das war aus der Wand gerissen mit den Dübeln. Das lag zertrümmert hinter dem Priestersitz. Und die kaputte Scheibe dort, die habe ich erst gar nicht gesehen.“

Auf Kirchenbänke uriniert

„Ich mir überlegt, wie die hier hereingekommen sind, und was passiert ist, und wollte durch den Mittelgang. Und da sah ich, dass links und rechts in den Kirchenbänken und auf der Erde uriniert wurde. Und hinten die Türen waren aber nicht beschädigt.“ Anne Herborn telefonierte um Hilfe. Nach dieser Unterbrechung bot sich der ganze Schaden ihren Augen dar. „Das Fenster war zertrümmert, hunderte von Glasscheiben zerstreut vor der Pieta, das Muttergottesbild, es war abgenommen. Da dachte ich, das haben sie zerstört. Das wurde aber später bei der Treppe gefunden, wo man zur Empore nach oben geht.“ Das Holzkreuz auf dem Opferaltar war vor dem Taufbecken hingeschmettert.

Jesusfigur angebrannt

Auf der Empore hat Herborn den Korpus des Kreuzes, die Jesusfigur, daliegen sehen. „Er hatte die ganze Seite, vom Kopf die Augen und die Haare, verbrannt. Keine Ahnung, was die damit vorhatten. Und es waren auch oben Blutflecken auf dem Altartuch. „ Auch im gesamten Kirchenraum waren sehr viele Blutflecken zu finden.

Durch bleiverglastes Fenster eingestiegen

Herborn berichtet weiter. „Die haben mit zehn riesengroßen Steinen, wir haben die Steine gezählt, haben sie das Fenster, man kann sagen zertrümmert.“ Ein bleiverglastes Fenster lässt sich nicht einfach so einwerfen. „Die haben wirklich mit einer unglaublich rohen Gewalt – so sah es ja hier auch aus – das Fenster zerschmettert und sind dann eingestiegen.“ Dabei hat sich vermutlich einer oder mehrere der mutmaßlichen Täter verletzt. „Dadurch waren ja überall Blutflecke. Bei der zerstörten Osterkerze lag auch ein Tempotaschentuch. Da war Blut dran, und auf der Altardecke auch.“ Alle Blutspuren wurden von der Spurensicherung aufgenommen.

Josefsfigur vom Sockel gerissen und zerschmettert

Besonders geschockt ist Herborn von der Zerstörung auf der Empore. Eine der beiden Heiligenfiguren, der heilige Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm, wurde vom Sockel gerissen. „Die wurde, mit roher Gewalt, kann man sagen, oben heruntergestoßen von dem Podest, und zerschmettert. Unter der Empore lag eine Hand, und auch Reste der Figur.“ Dann noch der aus der Wand gerissene Feuerlöscher, weiteres Urin auf einem Stuhl.

Tatmotiv gibt Rätsel auf

Keiner im Umfeld der Kirche könne sich die Taten erklären, fasst Herborn ihre emotionale Erschütterung zusammen. „Es war so ein Hass und ein Vandalismus hier vor Ort zu sehen, nur zu sehen, was die alles kaputtgemacht haben, beschädigt haben. Diese Steine, die sind geflogen bis vor dem Hauptaltar. Zertrümmert, alles mutwillig zerstört. Das hat man gesehen am Kreuz, am ewigen Licht oben an der Ampel, an allem.“ Wer „einfach nur mal hätte einbrechen“ wolle, nehme sich nicht die Zeit, um mit zehn dicken Steinen ein bleiverglastes Fenster zu durchbrechen. „Die brauchten zehn Steine, um hier hereinzukommen. Und dann mutwillig nur gewisse und bestimmte Sachen zerstört, die sie sich halt vorgenommen hatten“, fasst Herborn zusammen.

Es haben sich bisher keine Zeugen gemeldet

Es gibt weder Augenzeugen noch habe die Nachbarschaft sachdienliche Beobachtungen gemacht. Die Kirche werde jetzt videoüberwacht.“ Und dann muss man sehen, dass man draußen die Steine wegnimmt und durch irgendetwas Anderes ersetzt.“

Redaktion BLICK aktuell

Der Korpus Christi wurde teilweise angebrannt.

Der Korpus Christi wurde teilweise angebrannt.

Das Jesuskind liegt zerbrochen am Boden.

Das Jesuskind liegt zerbrochen am Boden.

Zerstört wurde auch das Holzkreuz. Auf den Boden urinierten die Täter.

Zerstört wurde auch das Holzkreuz. Auf den Boden urinierten die Täter.

Auch auf der Empore wirkten die Eindringlinge in ihrer Zerstörungswut.

Auch auf der Empore wirkten die Eindringlinge in ihrer Zerstörungswut.

Dieses Fenster aus Bleiglas wurde mit zehn schweren Steinen beworfen, sodass es zerbrach.

Dieses Fenster aus Bleiglas wurde mit zehn schweren Steinen beworfen, sodass es zerbrach.

„Mit einer unglaublich rohen Gewalt“

Der Heilige Josef wurde zu Boden gestoßen. Fotos: Privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Image Anzeige
Titelanzeige
Maibaumstellen in Heimersheim
Maifest in Gönnersdorf
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
113

Region. Am 11. April 2026 wurde bei einer Müllsammelaktion in einem Waldgebiet der Gemeinde Wenden im Kreis Olpe ein menschlicher Schädel entdeckt. Ein aktuelles DNA-Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Bonn bestätigt nun, dass dieser Schädel zum Leichnam einer 32-jährigen Frau aus Bonn gehört, die ermordet wurde. Der Bericht wurde der Bonner Staatsanwaltschaft am 24. April 2026 vorgelegt.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
32

Koblenz. Am Abend des 22.04.2026 führten die Koblenzer Behörden bis in die späten Nachtstunden gezielte Kontrollen im Bereich der illegalen Prostitution durch. Dabei wurden sechs Objekte im Stadtgebiet überprüft, insbesondere Privatwohnungen in der Innenstadt. Anlass der Maßnahmen ist ein längerfristig festgestellter Trend zur Verlagerung der Prostitution in private sowie auch in als Ferienwohnungen genutzte Objekte.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
26

Vettelschoß. Am Sonntag, den 19.04.2026, wurde um 00:25 Uhr von einem Zeugen ein brennendes Auto in Vettelschoß am dortigen Gemeindezentrum gemeldet. Der Brand konnte durch die örtliche Feuerwehr abgelöscht werden, am Fahrzeug entstand Totalschaden. Die Schadenshöhe wird auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt. Zwischenzeitlich haben die Ermittlungen der Kriminalpolizei Neuwied ergeben, dass es sich um Brandstiftung handelt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
9

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
23

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige Werbeplan 2026
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Schulhausmeister
Anzeige Uhren Vintage
Anzeige Jaadeporz 2026
Werbeplan 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Innovatives rund um Andernach
100 Jahre Eifelverein Dernau