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Überraschende Idee der Grafschafter FDP

Bahnstrecke von Ringen bis Meckenheim gewünscht

Gemeindeverwaltung soll die Möglichkeit eines schienengebundenen Anschlusses an die Voreifelbahn prüfen lassen

Bahnstrecke von
Ringen bis Meckenheim gewünscht

Wird es zwischen der Grafschaft und dem SU-Kreis bald eine Schienenverbindung geben? Foto: pixabay.de

12.11.2019 - 10:09

Ein Bericht von Volker Jost

Grafschaft. Eine Bahnstrecke vom Meckenheim oder Rheinbach bis in den Innovationspark Rheinland bei Ringen – die Grafschafter Freidemokraten überraschten den Grafschafter Umweltausschuss mit einer überaus ambitionierten Idee. Man wolle die Machbarkeit eines innovativen Zukunftsprojektes in Sachen Mobilität prüfen lassen, so Ausschussmitglied Stephan Müller in der jüngster Sitzung, nämlich den Bau eines schienengebundenen Anschlusses an die Bahnlinie Bonn-Euskirchen im Bereich Rheinbach/Meckenheim bis zum Innovationspark Rheinland und den dort bald vorhandenen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Das befürwortete der Ausschuss bei zwei Gegenstimmen der FWG.

Damit könne man den Individualverkehr auf der Straße erheblich verringern und so zur Senkung der Treibhausgase und anderer Emissionen beitragen. „Zudem erreichen wir mit dieser Maßnahme auch eine bessere Anbindung der Bewohner der Grafschaft an den Köln-Bonner Raum und bieten auch den Arbeitnehmern, die in der Grafschaft tätig sind, eine qualitativ hochwertige Möglichkeit, auf den privaten PKWs verzichten“, erklärte Müller weiter. Ohnehin sei es notwendig, dass Mobilitätskonzepte für den ländlichen Raum bei der Verkehrswende deutlich mehr Gewicht bekommen sollten, um die hochgesteckten Klimaschutzziele der Bundesregierung überhaupt erreichen zu können.


Auch das Ahrtal und die Kreisstadt anbinden


Die Idee stammt von Matthias Bertram aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, der für die Kreis-FDP zur Kommunalwahl im Mai ein Mobilitätskonzept erarbeitet hatte, welches den Ausbau der Radwegenetze, die Sicherung der Ahrtalbahn und den Ausbau der ÖPNV vorsah. „Im Rahmen dieser Diskussionen ging es auch darum, sicherzustellen, dass die Ahrtalbahn nicht den verkehrspolitischen Interessen der Mittelrheinstrecke untergeordnet würde“, erklärte Bertram. Diese Gefahr bestehe aber weiterhin. Daher habe er die Idee eingebracht, die Grafschaft und die benachbarte Ahrregion mit der Verbandsgemeinde Altenahr und der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler über eine Stichbahn von Meckenheim zum Innovationspark Rheinland zu verbinden.

„Es verwundert schon, dass die berufsmäßigen Infrastrukturplaner nicht längst auf den Gedanken gekommen sind, einen sich schnell entwickelnden Raum wie die Grafschaft und die benachbarte Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler stärker an den Köln-Bonner Raum anzubinden“, wundert sich Bertram. Das Potenzial, das zu einem positiven Kosten-Nutzen-Indikator führe, dürfte vorhanden sein, wenn das Projekt klar und einfach strukturiert und nicht mit unrealistischen Zusatzwünschen überfrachtet werde. „Man müsste es nur einmal länderübergreifend berechnen“, wies er auf die noch immer fehlende Bereitschaft hin, über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hinweg zu planen.


Lage an der Grenze darf kein Standortnachteil sein


Dass die Grafschaft an der Grenze der beiden Bundesländer liege, dürfe kein Standortnachteil für die Bürger sein, findet Bertram. Historisch und wirtschaftlich sei die Region ohnehin eng vernetzt mit dem Köln-Bonner Raum, und das sollte auch so bleiben. Mit dem Vorstoß wolle man einen Denkprozess auslösen, um regionale Weiterentwicklungen mit technischen Lösungen statt mit Verboten voranzubringen. „Dass dies auf wirtschaftlich vernünftigen Berechnungen beruhen muss, ist selbstverständlich“, erklärt Bertram. Insgesamt scheine dies aber auf den ersten Blick eine Lösung zu sein, die mit relativ vertretbarem Aufwand zu einem Entwicklungsschub für die Region führen könne.

Dabei habe es die Bahntrasse nach Ringen schon einmal gegeben, wovon heute noch unter anderem der Straßenname „Am Alten Bahndamm“ in Ringen zeuge. Auf der einstigen Bahntrasse liege heute die Autobahn A 61, deshalb könne er sich die Stichbahn sehr gut parallel zur Autobahn vorstellen. Für eine genaue Trassenführung sei es aber zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Dennoch müsse der Anschluss an die Voreifelbahn S32, die von Bonn nach Euskirchen führt, irgendwo zwischen Meckenheim und Rheinbach erfolgen.

Die angedachte Stichbahn würde die Anbindung der Grafschaft sowie der Kreisstadt und der Verbandsgemeinde Altenahr mit ihren insgesamt mehr als 50.000 Einwohnern an vielen Stellen verbessern und dabei helfen, den Individualverkehr zugunsten des ÖPNV zu reduzieren, glaubt auch der Grafschafter FDP-Vorsitzende Wolfgang Reuß. Doch zunächst gehe es mit dem Vorschlag nur darum, die Akzeptanz für die Trasse als solche zu gewinnen. „Wir diskutieren hier zunächst nicht über die Antriebsart, denn bis solch eine neue Strecke gebaut ist, wird in Sachen Elektrifizierung oder Brennstoffzellentechnik noch viel geschehen“, sagt Bertram voraus. Ohnehin sei bereits vor einem Jahr der Planungsauftrag vergeben worden, die Elektrifizierung der Voreifelbahn zu prüfen.


Zwischen zehn und zwölf Kilometer lang


Insgesamt werde die Stichbahn zwischen zehn und zwölf Kilometer lang werden, hat Bertram ausgerechnet. Sie könne vielleicht im Bereich der Baumschule Fischer zwischen Meckenheim und Rheinbach an die Voreifelbahn angebunden werden, um dann über das topografisch und bautechnisch relativ unproblematische Gelände parallel zur Autobahn zu verlaufen. Das einzige ernst zu nehmende Hindernis auf der kurzen Strecke sei das Meckenheimer Kreuz bei Gelsdorf, aber auch hier könne man sich eine Querung durchaus vorstellen. Anschließend könnte die Trasse südlich von Eckendorf entlang der A 61 Richtung Innovationspark Rheinland weiterlaufen.

Vielleicht sei es auch sinnvoll, etwa auf halber Strecke bei Gelsdorf eine Haltestelle für eine Anbindung an die Bundesstraße 257 herzustellen und so den Bus- und Individualverkehr aus dem Ahrtal anzuschließen und zusätzlich eine Verbindung zum Industriegebiet Gelsdorf zu schaffen, so Bertram weiter. Die Bahnlinie könnte dann auch als Güterstrecke zwischen dem Innovationspark und den Häfen in Antwerpen oder Hamburg dienen. Ein möglicher positiver Nebeneffekt sei es zudem, dass dadurch die extrem belastete und hochfrequentierte Mittelrheinstrecke ein wenig entlasten könne.

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13.11.2019 13:16 Uhr
Nadine

Das wäre mal eine super Idee, dann könnte die Ältere Generation die nicht mehr so mobil ist auch in den Bonner Raum besser gelangen oder die Menschen die keinen Führerschein haben und auf den Öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen sind! Das ist ein sehr großer Umweg wenn man aus Gelsdorf,jetzt mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bonn fährt.
Die Idee wäre echt super,bin echt begeistert! Freue mich wenn dieses umgesetzt werden könnte



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Kommentare
Uwe Klasen:
Was machen eigentlich die Politikdarsteller und die sogenannten Aktivisten, wenn der aktuelle Klimawandel doch nicht menschengemacht ist? Die Beweislage dahingehend verdichtet sich zusehends!
Antje Schulz:
Wie wäre es, wenn die AfD Rheinland-Pfalz Herrn Bleck mal zu einem Kurs in Organisation, sowie Anstand und Benehmen schickt?
Stefan Knoll :
Angesichts der Tatsache, daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck seine Teilnahme an der Schulveranstaltung noch nicht einmal abgesagt hat, stellen sich folgende Fragen: 1. Hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck ein Organisationsproblem? 2. Hat es der AfD-Abgeordnete Bleck nicht nötig eine Veranstaltung in einer Schule zu besuchen? 3. Hat der AfD-Abgeordnete Bleck keine Lust auf eine Schulveranstaltung wie "70 Jahre Grundgesetz"?
Patrick Baum:
Die AfD Rheinland-Pfalz blamiert sich nahezu täglich aufs Neue. Daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck aus Altenkirchen die Veranstaltung in der Schule noch nicht einmal abgesagt hat, ist ein No-Go. Und dieser Herr Bleck wollte einmal Lehrer werden. Nach fast 20 Semestern Lehramtsstudium hat Herr Bleck die Universität ohne Abschluß verlassen. Zudem hätte Blecks Mitarbeiter Jan Strohe aus Nordhofen bei Selters die Veranstaltung absagen können. Strohe ist Kreisvorsitzender der AfD Westerwald und hat enge Kontakte zum extrem rechten Justin Cedric Salka aus Hachenburg.
Uwe Klasen:
Wenn Physik auf Wunschdenken trifft, gewinnt die Realität. So haben die Stromnetzbetreiber aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz bekannt gegeben, dass sie ab 2021 den Ladestrom an privaten Ladestationen beschränken (möchten), damit es zu Spitzenzeiten nicht zur Überlastung der Verteilernetze kommt.
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