Politik | 21.06.2019

Wichtige Themen für den Kreis Neuwied sind Verkehrsinfrastruktur und medizinische Versorgung

„Bonn-Vertrag“ soll Profil und Potenzial der Region als Kompetenzzentrum für Deutschland sichern und ausbauen

Hallerbach: Region arbeitet eng zusammenarbeiten – und zwar auf freiwilliger Basis und über parteiliche Grenzen

Mit einem „Leitbild“ geht die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler/Neuwied in die Verhandlungen mit dem Bund übereine Zusatzvereinbarung zum Berlin-Bonn-Gesetz („Bonn-Vertrag“). (v.r.n.l.): Achim Hallerbach, Landrat des KreisesNeuwied, Nathanael Liminski, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei NRW, Bonns OberbürgermeisterAshok Sridharan, Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Staatssekretär Clemens Hoch, Chef derrheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Dr. Jürgen Pföhler, Landrat des Kreises Ahrweiler.

Bonn/Berlin/Kreis Neuwied. Mit einem „Leitbild“ geht die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler/Neuwied in die Verhandlungen mit dem Bund über eine Zusatzvereinbarung zum Berlin-Bonn-Gesetz („Bonn-Vertrag“). Ziel ist es, Bonn und die Region in der vom Berlin/Bonn-Gesetz beschriebenen, besonderen Funktion als zweites bundespolitisches Zentrum, als Standort der Vereinten Nationen, als Zentrum für internationale Zusammenarbeit und als Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung und für Wissenschaft, für Cyber-Sicherheit, Informationstechnologie und Datendienste sowie für die Kultur zusätzlich zu stärken.

Der Landrat des Kreises Neuwied, Achim Hallerbach, sitzt dabei mit am Verhandlungstisch. Hallerbach betont: „Wichtige Themen sind für uns die Verkehrsinfrastruktur und die medizinische Versorgung. Bei rund 10 000 Bonn-Pendlern aus dem Kreis Neuwied und 12 000 Pendlern aus dem Kreis Ahrweiler erscheint die Verbesserung der Verkehrsanbindung zwischen den Räumen besonders wichtig. Neben der Verbesserung der Straßen beinhaltet dies auch den Ausbau des Schienennahverkehrs sowie die geplanten Radschnellwege am Rhein. Ferner müssen die Kompetenzen, die die Region auf dem Gebiet der Gesundheits- und Wissenschaftsregion hat, noch weiter untermauert werden“. Hallerbach denkt dabei an künstliche Intelligenz und Telemedizin. Die Kliniken der beiden Landkreise Ahrweiler und Neuwied sollten nach seinen Vorstellungen mit der Uniklinik Bonn weiter vernetzt werden. Somit könnte dann ein Telekonsiliarisches Bundeszentrum aufgebaut werden.

„Es geht uns nicht um Ausgleichsleistungen des Bundes, wie diese nach dem Umzugsbeschluss erforderlich waren“, betonten die Mitglieder der Großen Arbeitsgruppe Bonn/Berlin, die unter Leitung von Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan die Endfassung verabschiedete. „Wir wollen mit dem Bund vielmehr vereinbaren, die in der Region Bonn in einzigartiger Weise gebündelten Stärken und Exzellenzcluster zielgerichtet zu nutzen und im gesamtstaatlichen Interesse weiter auszubauen. Dieses Kompetenzzentrum für Deutschland gilt es zu sichern und weiterzuentwickeln.“

„Die Landesregierung begrüßt das gemeinsame Leitbild, mit dem Bonn und die Region in die Gespräche über eine Zusatzvereinbarung zum Berlin/Bonn-Gesetz gehen werden“, betonte der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Staatssekretär Clemens Hoch, der gemeinsam mit seinem nordrhein-westfälischen Amtskollegen und Staatssekretär Nathanael Liminski die Region länderseitig gegenüber Berlin vertrat. Liminski betonte unter anderem: „In den letzten zwei Jahren hat die Landesregierung bereits wichtige Initiativen zur Stärkung Bonns als einzigem deutschen UNO-Standort angestoßen. Nun ist der Bund am Zug.“ Für Rheinland-Pfalz sei es darüber hinaus besonders wichtig, dass keine Stellen in den Bundesbehörden mit Sitz in Rheinland-Pfalz verloren gingen. Dies sei in dem Leitbild klar formuliert, so Hoch weiter.

„Unser Leitbild sendet gute Signale Richtung Berlin“, so Achim Hallerbach in einer Pressemitteilung. Und er ergänzt „Wir zeigen, dass wir in der Region eng zusammenarbeiten – und zwar auf freiwilliger Basis und über parteiliche Grenzen hinweg.“

Der Großen Arbeitsgruppe Bonn/Berlin gehören die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis, der Kreis Ahrweiler, der Kreis Neuwied, die Staatskanzleien der Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Mitglieder des Europäischen Parlaments, des Bundestages und der Landtage aus der Region, die Universität Bonn und der Gesamtpersonalrat des Bundes an.

Hintergrund

Das Bonn/Berlin-Gesetz vom 26.04.1994 und die darin enthaltenen Zusagen für die Region Bonn waren eine gute Grundlage für das Gelingen des Strukturwandels in Bonn und der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler/Neuwied. Mit diesem Gesetz hat der Bund seine Verantwortung für die Stadt und die gesamte Region anerkannt, deren monostrukturierte Entwicklung er seit 1949 mitgeprägt hatte. Entgegen den Zusagen im Berlin/Bonn-Gesetz befindet sich seit 2008 jedoch nicht mehr die Mehrzahl der Arbeitsplätze in den Bundesministerien in Bonn. Ende 2018 waren es nur noch rund ein Drittel. Das entspricht etwa 6.400 Arbeitsplätzen in Bonn und 13.700 in Berlin.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat das Bekenntnis von CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag vom 12.3.2018 zum Berlin/Bonn-Gesetz für Bonn und die Region eine große Bedeutung. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Wir stehen zum Berlin/Bonn-Gesetz. Bonn bleibt das zweite bundespolitische Zentrum. Der Bund wird mit der Region sowie den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine vertragliche Zusatzvereinbarung (Bonn-Vertrag) schließen.“

Mit einem „Leitbild“ geht die Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler/Neuwied in die Verhandlungen mit dem Bund über eine Zusatzvereinbarung zum Berlin-Bonn-Gesetz („Bonn-Vertrag“). (v.r.n.l.): Achim Hallerbach, Landrat des Kreises Neuwied, Nathanael Liminski, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei NRW, Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan, Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Staatssekretär Clemens Hoch, Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Dr. Jürgen Pföhler, Landrat des Kreises Ahrweiler. Foto: Sascha Engst

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Anzeige Lange Samstage
Wohnträume
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Anzeige KW 15
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
313

Im Bereich der Ahrtalbahn könnte es nachts etwas lauter werden:

Ab 15.04.: Schleifzüge fahren auf der Ahrstrecke

Kreis Ahrweiler. Seit Dezember 2025 fahren die Züge wieder vollständig auf der gesamten Ahrstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück. Seit März 2026 sind beide verkehrenden Linien rein elektrisch und damit umweltfreundlicher unterwegs. Damit die neuen Schienen nun noch einen „letzten Schliff“ erhalten können, wird nachts ein Schleifzug unterwegs sein. Dies betrifft die folgenden Zeiträume und Abschnitte:

Weiterlesen

15

Ausbau der Ladeinfrastruktur am Rathaus

Neuer Schub für die Elektromobilität

Meckenheim. Das regionale Energieunternehmen e-regio erweitert die Ladeinfrastruktur in Meckenheim und schafft am Rathausparkplatz zusätzliche Möglichkeiten zum komfortablen Laden von Elektrofahrzeugen. Aufgrund der hohen Nutzung der bestehenden Ladesäule werden derzeit zwei neue AC-Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten installiert. Die neuen Ladepunkte sind so angeordnet, dass sie von jeweils zwei Parkbuchten optimal erreichbar sind.

Weiterlesen

26

Allgemeine Berichte

Ortsübliche Bekanntmachung

Sinzig. Ortsübliche Bekanntmachung über die öffentliche Bekanntgabe der Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen in der Gemeinde _Sinzig_______ In der Gemarkung __Bodendorf______, Flur __13__, Flurstücke __124/1, 133______ wurden die Flurstücksgrenzen aus Anlass einer Liegenschaftsvermessung auf Antrag bestimmt und abgemarkt. Über diese Maßnahmen wurde am _17.3.2026_ eine Grenzniederschrift angefertigt.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Rund um´s Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Kleinanzeigen
Schulze Klima -Image
First Friday Anzeige März
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Ostergrußanzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Kita
Wohnträume
Wohnträume
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg