Bürgerinitiative Energiewende Neuwied

Stadtwerke stärken! Nur wie?

28.05.2024 - 16:21

Neuwied. Mit dem geplanten Ausbau erneuerbarer Energien übernehmen die SWN zunehmend neue Betätigungsfelder. Derzeit steht der Ausbau der Windenergie im Vordergrund und verschlingt Ressourcen, die vorher nicht bereitgestellt werden mussten. Hinzu kommt die Akquise geeigneter Flächen für großflächige PV-Anlagen, die schon heute die SWN beschäftigen. Der Neuwieder Stadtrat hat den SWN diese Aufgaben übertragen. Damit ist die Stadt „fein raus“, schließlich ist mit der Übertragung dieser Aufgaben an die SWN nun ein privatrechtlich organisiertes Unternehmen für die Umsetzung eines Großteils der städtischen Klimaschutzmaßnahmen verantwortlich. In der öffentlichen Wahrnehmung nehmen die SWN dieses Aufgabenpaket auch gerne an.

Andererseits setzt dieser Aufgabenzuwachs die SWN unter erheblichen Druck: Denn zunächst gilt es personell wie strukturell in die neuen Tätigkeitsfelder zu investieren. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden energiewirtschaftlichen Umwälzungen sind derartige unternehmerische Umsteuerungen auch notwendig. Denn angesichts der zu erfüllenden Klimaschutzvorgaben wird das gewinnbringendste Standbein aus dem SWN-Unternehmensportfolio, das Gasgeschäft, über die nächsten 15 Jahre fast vollständig wegbrechen.

In der Konsequenz wird sich das Hauptgeschäft der SWN sukzessive auf den Vertrieb selbst erzeugten Stroms verlagern. Das Unternehmen tritt damit zwangsläufig in direkte Konkurrenz zu andern Stromproduzenten, von denen viele überregional aktiv sind oder gar als „Global Player“ gelten. Diese Unternehmen können den Strom bereits heute zu deutlich niedrigeren Arbeitspreisen anbieten, als die SWN dazu imstande wären. Angesichts der sich derart verschärfenden Konkurrenzsituation müssen die SWN ihren Strompreis massiv senken, damit Kunden nicht zu anderen Anbietern wechseln. Künftige Gewinnerwartungen sind daher deutlich nach unten zu korrigieren. Schon in naher Zukunft werden sich also auch die sogenannten „Querverbundleistungen“ rückläufig entwickeln. Dabei handelt es sich um Transferzahlungen der SWN in andere Kassen, zu denen auch die Unterstützung von Vereinen, Deichwelle, etc., die die Stadt selbst offenbar nicht erbringen kann, zu rechnen sind. Es sei an dieser Stelle randlich angemerkt, dass man allzu leicht geneigt ist, diese Querverbundleistungen als Zuwendung von „Almosen“ eines sozial besonders engagierten Unternehmens zu verstehen. Tatsächlich aber handelt es sich bei den Erträgen, die diesen Zahlungen zugrunde liegen, um Übergewinne aus dem Strom-, Gas- und Wassergeschäft der SWN: Sie werden also von SWN-Kundeninnen und -Kunden getragen.

Das Wichtigste aber: Die Querverbundleistungen sind nicht festgelegt – weder in ihrer Art noch in ihrem Umfang! Das Erbringen dieser Zahlungen ist für die SWN also nicht verpflichtend, sondern abhängig von der Jahresbilanz des Unternehmens. Fallen die Gewinne über die kommenden Jahre niedriger aus, was abzusehen ist, werden die Querverbundzahlungen an Stadt und Vereine wegbrechen.

Es braucht also mehr als ein konzept- und inhaltsloses Lippenbekenntnis für die Stadtwerke. Um die SWN gut für die Zukunft aufzustellen, bedarf es neuer betriebswirtschaftlicher Konzepte und Kooperationen, die der im Umbruch befindlichen Versorgungswirtschaft und der neuen Marktsituation vorausschauend gerecht werden. Denn es ist dieser energiewirtschaftlichen Umbruchsituation geschuldet, dass die Liaison von Stadt und SWN, die sich über die letzten Jahrzehnte bewährt hat, in dieser Form nicht mehr funktionieren kann und daher gänzlich neu gedacht werden muss. Nur im Falle geeigneter Umsteuerungen kann der drohende Schaden von Stadt und BürgerInnen sowie von Stadtwerken und MitarbeiterInnen abgewandt werden.

Pressemitteilung

Bürgerinitiative

Energiewende Neuwied

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Stellenmarkt
Weitere Berichte

Rücktritt von Malu Dreyer: Alexander Schweitzer soll neuer Ministerpräsident werden

Mainz. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Mittwochnachmittag, 19. Juni, kurz nach 14.00 Uhr bekannt gegeben, dass sie ihr Amt nicht mehr weiterführen wird. In dieser ganz besonderen Pressekonferenz wandte sie sich mit den Worten „Ich schaffe es nicht mehr“ an die Pressevertreter und die Menschen in Rheinland-Pfalz. Die für sie persönlich schwere Entscheidung, das Amt der Ministerpräsidentin niederzulegen und in andere Hände zu legen, sei in den letzten Wochen in ihr gereift. mehr...

LandFrauen Mayen-Koblenz

Märchenspaziergang durch die Weinberge

Kreis MYK. Gemütlich spazieren alle gemeinsam zu einem traumhaften Aussichtspunkt und lauschen dort dem ersten Märchen, Märchen für Erwachsene. Märchenhaft führt uns dann der Weg zu den nächsten tollen zwei Aussichtspunkten, wo wir nochmals in die Märchenwelt entführt werden. mehr...

Stellenanzeige+
 

Michael Korden: „Bis heute versäumt, sich bei den Menschen im Ahrtal zu entschuldigen“

Dreyer-Rücktritt: Staatliches Organisationsversagen auf ganzer Linie

Kreis Ahrweiler. Michael Korden, Fraktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, äußert sich zum Rücktritt von Ministerpräsidenten Malu Dreyer: „Zunächst muss man Frau Dreyer für ihren langjährigen hohen persönlichen Einsatz als Ministerpräsidentin unseres Bundeslandes danken. Erinnert sei an dieser Stelle daran, dass sie das Amt in für ihre Partei und die SPD-geführte Landesregierung schwierigen... mehr...

Motorradfahrer rutscht auf L98 in Gegenverkehr

Greimersburg: 51-Jähriger bei Motorradunfall schwer verletzt

Greimersburg. Am Mittwoch, 19. Juni, gegen 15.42 Uhr, befuhr ein 51-jähriger, niederländischer Motorradfahrer die L 98 aus Richtung Landkern kommend in Richtung Cochem. Vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit kam er ausgangs einer Rechtskurve zu Fall und rutschte in den Gegenverkehr. Hierbei kam es zur Kollision mit dem Pkw eines 40-jährigen aus dem Kreis Cochem-Zell, welcher die L 98 aus Richtung Cochem kommend in Richtung Landkern befuhr. mehr...

Anzeige
 
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte
Westerwald: Brennender Lkw auf A3 sorgt für riesigen Stau

Autobahn in Fahrtrichtung Frankfurt war stundenlang gesperrt

Westerwald: Brennender Lkw auf A3 sorgt für riesigen Stau

Neustadt/Wied. Am Mittwochvormittag, 19. Juni, gegen 11.10 Uhr wurde ein brennender LKW auf der Autobahn A3 in Fahrtrichtung Frankfurt gemeldet. Erste Einsatzkräfte konnten bereits auf der Anfahrt eine starke Rauchentwicklung bestätigen. mehr...

Neuwied: Betrunkener Mann klettert auf Kran

23-Jähriger leistet Polizei Widerstand

Neuwied: Betrunkener Mann klettert auf Kran

Neuwied. Am Mittwochabend, 19. Juni, erhielt die Polizeiinspektion Neuwied die Meldung über eine männliche Person, welche aktuell ohne jegliche Sicherungsmaßnahmen einen 30 Meter hohen Baukran hochklettert. mehr...

50 Jahre Freizeitbad Remagen

Großes Familienfest

Remagen. Das Freizeitbad Remagen feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Um dieses Jubiläum zu feiern laden die Stadt Remagen und der DLRG Ortsverband Remagen am Sonntag, 7. Juli, zum Familienfest ein. mehr...

Bemvindo Kiala zeigt Nerven

Süddeutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Walldorf

Bemvindo Kiala zeigt Nerven

Dernau. Am dritten Juni-Wochenende waren so ziemlich alle Nachwuchsathleten vom SV Blau-Gelb Dernau in der LG Kreis Ahrweiler aktiv. Von der Kinderleichtathletik über die Bezirksmeisterschaften in Dierdorf, bis zur Süddeutschen Meisterschaft im baden-württembergischen Walldorf. mehr...

Zwei spezialisierte Gruppen starten

Meckenheimer Sportverein erweitert Kinderleichtathletik-Programm

Zwei spezialisierte Gruppen starten

Meckenheim. Der Meckenheimer Sportverein erweitert sein Kinderleichtathletik-Programm und bietet nun zwei spezialisierte Gruppen an, die zur selben Zeit im Preuschoff Stadion trainieren. mehr...

LESETIPPS
GelesenNeueste
Kommentare
Michael Krupp:
In der Tradition der seit Helmut Kohl gescheiterten CDU-Vorderen stehend, ist Baldaufs Statement wohl die letzte stöhnende Zugabe....
K. Schmidt:
...und wenn sich jemand mit einem ehrlichen Neuanfang nach Pleiten auskennt, dann jawohl der CDU-Landesvorsitzende, der nach dem schlechtesten CDU-Landtagsergebnis aller Zeiten als Fraktionsvorsitzender erst noch im Amt bleiben wollte, bis die Fraktion ihn dann aber mit einem möglichen Abwahlverfahren...
Leo Bell:
Die Freien Wähler haben wohl vergessen das ein Landrat der CDU eine Entschuldigung und Reue mit seiner Partei zeigen sollte. ...

Malu Dreyer tritt zurück

Amir Samed :
Fr. Dreyers Politikstil war es, schwierige Themen zu vermeiden und sich durch einen wohltätigen Staat Zustimmung zu erkaufen. Hr. Schweitzer ist der Favorit der Partei. Auch weil es ihm in seinen unterschiedlichen Funktionen gelang, die klügsten und einflussreichsten Köpfe der SPD in sein Team zu holen....
Haftnotiz+
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Service