Volleyball-Bundesliga: VC Neuwied 77 – Dresdner SC

Rehabilitation gelungen, dennoch…

Rehabilitation gelungen, dennoch…

Anna Hartig punktet mit einem Schnellangriff. Fotos: Tobias Jenatschek

27.11.2023 - 11:10

Neuwied. Mit 0:3 Sätzen (17, 17, 22) unterlagen die Deichstadtvolleys dem Dresdner Sportclub. Damit gelang die Wiedergutmachung für die schwache Leistung in Wiesbaden. Die Zuschauer waren versöhnt, hatten sie doch ein spannendes und gutes Spiel der Gastgeberinnen gesehen. Weniger zufrieden war ihr Trainer Tigin Yaglioglu.

„Es ist ärgerlich, und das war schon gegen Stuttgart so, dass wir den Satz nicht zu machen können“, ärgerte er sich nach dem Spiel. Damit meinte er wohl den dritten Durchgang, in dem Neuwied bis zum 22:24 mithielt, mehrfach die Chance verpasste, sich abzusetzen, um dann doch wieder mit 22:25 zu verlieren.

Auch im ersten Satz spielte der Außenseiter munter mit, zeigte sich in Annahme und Abwehr deutlich agiler und erfolgreicher als vor Wochenfrist. Lisi Kettenbach war wieder als erste Zuspielerin aufgeboten, Laura Broekstra spielte überwiegend auf der Diagonalposition, wo sie sich gelegentlich mit Lydia Stemmler abwechselte. Die gebürtige Dresdnerin, die aus Aachen an den Mittelrhein gewechselt war, zeigte erneut eine sehr couragierte Angriffsleistung und belohnte sich mit zahlreichen Punkterfolgen. Dresden hingegen war die abgeklärtere Mannschaft. Vor allem im Block zeigten sie sich überlegen und konnten so den Neuwieder Angreiferinnen frühzeitig den Schneid abkaufen. Die Dresdnerinnen zeigten ihrerseits ein deutlich größeres Repertoire an Angriffs- und Schlagvariationen, die dem Neuwieder Block meist das Nachsehen gaben. „Wir haben gute Angriffssituationen herausgespielt, aber dann muss der Ball auch sitzen. Dresden dagegen nagelt nicht blind auf unseren Dreierblock, sondern findet immer eine Lösung“, markiert er den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Teams.

Im 2. Satz schien der Abend noch schneller vorbei zu gehen. Der Dresdner Block dominierte weiter, die Belgierin Nathalie Lemmens stellte die Neuwieder Annahme mit einer Aufschlagserie vor Probleme und Neuwied geriet sogar mit 9:20 in Rückstand. Kapitänin Laura Broekstra, die nach dem Spiel als beste Neuwieder Spielerin ausgezeichnet wurde, war es zu verdanken, dass die Deichstädterinnen noch eine Schippe drauflegen konnten und gegen die ersatzgeschwächte Dresdner Mannschaft bis zum 17:25 Ergebniskosmetik betrieben.

Den Schwung nahmen die Rheinländerinnen mit in den dritten Satz und erhöhten den Aufschlagdruck merklich: Ass durch Maya Sendner, Dankeball nach erneut starkem Service - Verwertung durch einen Schnellangriff über Anna Hartig, die heute viel Spielzeit bekam. Ausgleich zum 6:6. So in etwa dürfte sich Yaglıoglu das Angriffsspiel seiner Damen vorstellen. Oder der Ball zum 9:10: Nach einer gelungenen Annahme bieten sich alle Netzspielerinnen zum Angriff an, Laura Broekstra versenkt den Ball aus dem Hinterfeld. So wechselten sich beide Teams in der Führung ab und blieben bis zum Schluss auf Tuchfühlung. 250 versöhnlich gestimmte und begeisterte Zuschauer, die zu schätzen wussten, was Volleyball-Neuwied im Kontakt mit Spitzenmannschaften zu bieten hat.

Nur der Trainer nicht: „Es gab viele Momente im Spiel, wo ich den Spielerinnen gesagt habe, macht weiter so, auch wenn Dresden seine Punkte macht. Die stehen nicht umsonst da, wo sie jetzt stehen. Aber die Spielsituation im Ballwechsel ist das, was wir noch lernen müssen. Wenn es 22:24 steht, können wir nicht dreimal in den Angriff gehen. Dann müssen wir sofort das 23:24 machen und dann sehen wir weiter“, ärgerte er sich über das Satzende. „Aber es ist ein großer Schritt nach vorne, auch im Vergleich zur letzten Saison, dass wir uns solche Momente erarbeiten. Dresden hat mit Abstand die beste Annahme der Liga, aber wir haben sie trotzdem zum Stolpern gebracht. Das war heute eine gute Reaktion auf das, was wir letzte Woche gezeigt haben, aber es reicht noch nicht. Deshalb bin ich nicht zufrieden.

Spannend ist die Frage, ob es am kommenden Wochenende mehr Grund zur Zufriedenheit gibt. Mit dem USC Münster wartet am Samstag ein namhafter Gegner, der unter günstigen Voraussetzungen in Reichweite liegen könnte. Spielbeginn ist am 2.12. um 19 Uhr in der Rhein-Wied-Sporthalle: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Deichstadtvolleys: Carla Fuchs, Amelie Strothoff, Hilkka Hujanen, Elisabeth Kettenbach, Laura Broekstra, Laura Berger, Lydia Stemmler, Klara Single, Anna Hartig, Maya Sendner; Kristin vom Schemm Trainer: Tigin Yaglıoglu. BA

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