Allgemeine Berichte | 17.04.2020

Arbeitsagentur bittet um Verständnis für Wartezeiten

Flut von KuG-Anträgen ist nicht kurzfristig zu bewältigen

Koblenz. Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld (KuG) waren schon 2008/2009 wirkungsvolle Instrumente, um der weltweiten Wirtschaftskrise zu trotzen und Beschäftigte vor Entlassung zu schützen. Auch im Angesicht der aktuellen Corona-Bedrohung und ihrer Auswirkungen auf weite Teile des wirtschaftlichen Lebens soll KuG dazu beitragen, die Folgen des erzwungenen Stillstandes abzumildern. Den örtlichen Arbeitsagenturen fällt bei Anzeige, Antragstellung und Auszahlung eine zentrale Rolle zu, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor eine enorme Herausforderung stellt.

„Vor Kurzem hätte sich wohl niemand vorstellen können, welche Welle da auf uns zurollt. Aber in den letzten beiden Wochen sind wir von KuG-Anzeigen und -Anträgen regelrecht überflutet worden“ erklärt Carsten Rodewald, Geschäftsführer des Operativen Service (OS) Trier und damit nicht nur für Bearbeitung und Berechnung von KuG-Angelegenheiten der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen zuständig, sondern auch für Trier, Montabaur und Neuwied.

Sein eigenes Team hat Rodewald innerhalb von Stunden umorganisiert, die Beratung der Arbeitgeber haben die Kolleginnen und Kollegen vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur übernommen. Nun wird zusätzliche Unterstützung aus weiteren Agenturteams organisiert, um die Wartezeiten der Arbeitgeber so gering wie möglich zu halten. „Es wird aber noch einige Tage dauern, bis diese Entlastung greift, denn schließlich müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sonst mit ganz anderen Aufgaben betraut sind, erst einmal geschult werden.“

Rund 2.250 KuG-Anzeigen gingen seit Mitte März allein aus dem Agenturbezirk Koblenz-Mayen ein – im Februar, also „vor Corona“, waren es sieben. „Hinter jeder Anzeige steht ein Betrieb mit mehr oder weniger vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, erläutert der OS-Leiter und räumt ein, dass es derzeit kaum wirklich zuverlässige Daten zum Thema gibt. „Zum einen ändert sich die Lage stündlich. Zum anderen geben viele Betriebe ihre Anzeigen vorsichtshalber mehrfach bei uns ab – etwa per Post und per Mail. Die Doppler fallen erst bei der Bearbeitung auf und werden aussortiert, weshalb zunächst einige Anzeigen mehrfach gezählt werden.“

Denn zurzeit gebe es relativ viele unbearbeitete Fälle, die man jedoch schnellstmöglich und mit vergrößerter Mannschaft aufarbeiten werde. „Bis es so weit ist, kann ich nur um Geduld und Verständnis bitten. Wir tun in der aktuell schwierigen Lage alles Menschenmögliche.“ Die Vorgänge werden nach Reihenfolge ihres Eingangs abgearbeitet, erklärt Rodewald. Dazu gebe es keine Alternative. „Wir werden immer wieder gebeten, wegen einer akuten Notlage Anzeigen oder Anträge vorzuziehen, doch das ist uns schon organisatorisch gar nicht möglich.“ Außerdem gibt er zu bedenken: „So gut wie alles, was derzeit bei uns aufläuft, ist ein Notfall.“

Betriebe, die Kurzarbeit anzeigen wollen, können ihre Unterlagen an folgende Postanschrift schicken: Agentur für Arbeit, 54187 Trier

Weitere Informationen zu Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld:

www.arbeitsagentur.de

Pressemitteilung

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

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