Allgemeine Berichte | 09.05.2018

Frühjahrsausstellung in Odendorf zeigte die Werke von sechs Künstlern aus der Region

Schönes hinter dem Scheunentor

Skurrile und schöne sowie nützliche und naturnahe Schätzchen lockten

Fünf Künstlerinnen zeigten in Odendorf ihre „Scheunenschätzchen“ (von links): Ute Brockhausen, Beery Scholl-Wouda, Elke Marion Utrecht, Karin Donath und Christine Gildenhard.JOST

Odendorf. Auf eine langjährige Tradition kann die Frühjahrsausstellung „Scheunenschätzchen“ in Odendorf zurückblicken. Bereits 1994 stellten drei künstlerisch aktive Damen in der malerischen Hofanlage von Marion Utecht ihre Kunstwerke aus. Die war so erfolgreich und hat allen so viel Spaß gemacht, dass sie sich dafür entschieden, in jedem Frühjahr Kunst und Kunstgewerbe in der Scheune zu präsentieren. Mittlerweile sind es fünf Künstlerinnen geworden, die ihre gesammelten „Scheunenschätzchen“ zur Verfügung stellen. Jedes Mal wird ein Gast eingeladen. Zuletzt gab es aber eine mehrjährige Pause, die jetzt wieder mit einer weiteren Auflage der „Scheunenschätzchen“ beendet wurde.

„Der Spaß an der Sache ist uns wichtig“, berichtet die Hausherrin. Mittlerweile habe sich die Veranstaltung zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Schließlich sei die Präsentation der anspruchsvoll betriebenen Hobbys auch ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem sich jedes Jahr wieder alte Freunde und Bekannte treffen. Weil der malerische Innenhof mit Garten und die ausgestellten Werke optimal zueinander passen, ist auch die Stimmung entsprechend locker und gelöst. Bei Kuchen und frisch gebrühtem Kaffee hielt es so mancher Gast einige Stunden in dem romantischen Ambiente aus. Denn schließlich gab es auch viel zu bestaunen.

Hausherrin Elke Marion Utecht zeigte ihre witzigen, manchmal auch skurrilen und immer naturnahen Keramiken für Haus und Garten. Ihre farbenfrohen Vögel eignen sich hervorragend als Staudenhalter, aber ihre kleine Arche mit Vertretern der gesamten Tierwelt darin zeugt ebenso von ihren künstlerischen Fähigkeiten wie der Punker mit der Echse auf dem Irokesenschnitt. Immer wieder experimentiert sie mit neuen Techniken und produziert so sehenswerte Objekte beispielsweise nach dem Rauchbrandverfahren oder nach der japanischen „Raku“-Kunst. Sie gibt allerdings zu, dass dieser enorme Aufwand nur dann betrieben werden könne, wenn die Keramik als Hobby angesehen wird und der Künstler Spaß an neuen Entdeckungen hat.

Karin Donath hatte wieder ebenso modische wie praktische Accessoires und Taschen aus Patchwork hergestellt. „Der Stoff inspiriert mich zudem, was ich damit machen will“, sagt sie und arbeitet bis zu sechs Wochen an einem Stück, bis er fertig gequiltet ist. Beeindruckend ihr großer Quilt nach dem traditionellen „Double Wedding Ring“-Motiv. Hauptsächlich benutzt sie Baumwollstoff, aber auch jeder andere Stoff wurde von ihr schon verarbeitet.

Ute Brockhausen präsentierte ihre Acrylbilder mit sehr naturnahen Blumenmotiven und ländlichen Stillleben. Doch inzwischen hat sie sich zu einer abstrakten Malerin klarer Formen entwickelt, die mit mehreren Lasurschichten und einer erstaunlichen Transparenz arbeitet. Mittlerweile kommt auch des Öfteren einmal der Spachtel für gröbere Formen zum Einsatz, wobei sie aber eigentlich mehr zur sehr feinen Form neigt und lasierend arbeitet. Ihre Inspiration holte sich aus der Natur und ist mittlerweile bei abstrakt-mystischen Gemälden angelangt, die ihren eigenen Reiz besitzen.

Christine Gildenhard erfreute vor allem die Damenwelt mit tragbarem Schmuck aus Silber mit Edelsteinen. „Das Material hat eine sehr positive Wirkung“, weiß sie und geht bei dem sehr vielfältigen Rohstoff stets mit der Mode. Selbst trägt sie am liebsten Amethyst und arbeitet gern mit Türkisen. Ihre Edelsteine kommen aus der ganzen Welt, Turmaline aus Brasilien, Opale aus Äthiopien oder Lapis aus Afghanistan werden von ihr verarbeitet und zu einer erstaunlichen Wirkung gebracht. Schon in ihrer Jugend wollte sie den Beruf des Goldschmieds erlernen, hat sich dann aber doch für die Augenoptik entschieden und erst viele Jahre später bei einem dreijährigen Aufenthalt in Singapur die Goldschmiedearbeit zum Hobby gemacht.

Gedrechseltes aus edlem Holz steuerte Bernd Scheffler zur Ausstellung bei. Beery Scholl-Wouda präsentierte Klöppelarbeiten überwiegend aus Leinengarn, mitunter aber auch aus ganz feiner Seide. Ihre Werke sind sowohl als einzelne Kunstwerke als auch als Kissendekoration erhältlich, doch am meisten Aufsehen machen ihre Jugendstil-Medaillons, in denen sie statt den herkömmlichen Fotografien kleine geklöppelte Kunstwerke einbaut. Das Ganze hängt dann an einer Herrenuhrkette und erweckt so ein historisches Schmuckstück zu neuem Leben. Am Sonntag gab es noch eine besondere Überraschung, denn der Trommelkünstler Ansu Yeboah erfreute zusammen mit seiner Trommelgruppe die Gäste mit heißen afrikanischen Rhythmen. JOST

Fünf Künstlerinnen zeigten in Odendorf ihre „Scheunenschätzchen“ (von links): Ute Brockhausen, Beery Scholl-Wouda, Elke Marion Utrecht, Karin Donath und Christine Gildenhard.Foto: JOST Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

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