Der „Mayener Jung“ und Augenoptikermeister Carlo Wagner hat ein ehrgeiziges Ziel

„Wir schaffen den Brillenschlangen-Weltrekord“

Unterstützung für die Aktion „Brillen weltweit“ - Als Projektpatin konnte Julia Klöckner gewonnen werden

10.08.2017 - 15:06

Koblenz/Mayen. Die Vorgeschichte ist eigentlich schnell erzählt: Da wäre zunächst einmal die BEST gGmbH mit der europaweit größten Recycling-Station für Brillen, die sich in der Moselweißer Straße 36 in Koblenz befindet. Ihr Leiter Johannes Klein ist nicht nur Mitbegründer der Aktion „Brillen weltweit“, sondern er freut sich über jede nicht mehr benötigte Brille, die von Privatpersonen abgegeben oder von vielen landesweit ansässigen Augenoptikgeschäften kartonweise bei ihm angeliefert wird. Im vorigen Jahre waren es mehr als 420.000 Stück. Stündlich liefert die Post neue Pakete voller Altbrillen an. Diese müssen akribisch genau vorsortiert werden. Dazu sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „BEST – Neue Wege zur Arbeit“, einem Integrations-Unternehmen der Stiftung „Bethesda-St. Martin Boppard“, im Einsatz. Personen, die es in anderen Unternehmen wegen einer Einschränkung oder wegen eines besonderen Lebenslaufs schwer haben, finden hier in Zusammenarbeit mit dem „Job Center“ sinnvolle Arbeit. Dazu erklärt die Betriebssozialarbeiterin Andrea Ehrlich: „Mit fachlicher und sozialpädagogischer Hilfe gewähren wir den hier arbeitenden 32 Männern und Frauen, die Möglichkeit einer gesellschaftlichen und beruflichen Eingliederung und auch der Wiedereingliederung.“



Brillen werden vor Versand fachmännisch geprüft


Und dann kommt der Brillenfachmann par excellence, der „Mayener Jung“ Carlo Wagner, ins „Brillen-Spiel“. Er arbeitet ehrenamtlich – sozusagen als Dritter im Bunde – als Berater für die gute Sache und damit für den guten Zweck. Denn alle Brillen werden von ihm und seiner Mannschaft „auf Herz und Nieren“ geprüft, instandgesetzt und in einwandfreiem Zustand, in einer Klarsichttüte mit Brillenpass, sortiert nach diversen Stärken, zu ärmeren Menschen in Ländern, in denen man sich eine Sehhilfe kaum oder nicht leisten kann, geschickt. „Wir möchten keinen Cent daran verdienen, darum achten wir bei allem besonders auf Seriosität. Und nebenbei gesagt, handeln wir auch nach dem Leitbild von BEST, das da heißt: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, so Carlo Wagner. Da kann man nur den Hut ziehen.


Den Fokus der Öffentlichkeit auf die gute Sache lenken


Aber der Tausendsassa wäre nicht Carlo Wagner, wenn er nicht zu allem auch eine originelle Idee gehabt hätte, um auf die gute Sache von „Brillen weltweit“ in der Moselweißer Straße durch Öffentlichkeits- und Pressearbeit aufmerksam zu machen. „So etwas kann man nur mit einem Highlight bewirken“, so Wagner. Und das hat er auch gefunden: Er möchte einen Weltrekordversuch starten. Darum sind alle im Einsatz befindlichen Personen einschließlich Johannes Klein fieberhaft dabei, per Kabelbinder alle Brillen aneinander zu knüpfen, um so eine „Brillenschlange“ mit einer Gesamtlänge von 3000 Metern herzustellen – wohl wissend, dass der bisher in Japan aufgestellte Weltrekord bei 2013 Metern liegt. „Den können wir knacken“, so Wagner. Und darum hat er auch prominente Unterstützung an Land gezogen. Die rheinland-pfälzische CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner spendete ihre Altbrillen, als sie sich vor Ort bei „Brillen weltweit“ ein Bild machte“, und ist nun als Projektpatin mit im Boot.


Rekordversuch am 7. Oktober auf Ehrenbreitstein


Auf der Festung Ehrenbreitstein wird am Samstag, 7. Oktober, das große öffentliche Event stattfinden. Alle Brillen werden auf Holzpyramiden im Hauptgraben präsentiert, das ganze Areal ausfüllen. Wagner hofft, das viele Menschen als interessierte Besucher dabei sind. „Und nach dem Wettbewerb werden wir diese Brillen wieder in den Prozess aufnehmen und verwerten, damit auch andere Menschen dieser Welt mit den Sehhilfen glücklich werden“, so Carlo Wagner zu „Blick aktuell“. „Wir werden den japanischen Rekord knacken und den Weltrekord nach Ehrenbreitstein holen. Dabei bin ich mir so sicher wie beim Amen in der Kirche“, freute sich der Mayener Jung bereits im Voraus. Übrigens: Der Rekordversuch „The longest chain of spectacles“ ist ins „Guiness Buch der Rekorde“ bereits angenommen worden. Weitere Unterstützung in Form von Brillen ist stets willkommen, die gebrauchten Sehhilfen können an folgende Anschrift geschickt werden: „Brillen weltweit“, Moselweißer Straße 36, 56073 Koblenz.

BS

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Kommentare
juergen mueller:
Ja, nicht nur in bekannten Problemvierteln sondern auch in Rübenach lodert es. Wer, was sich von einer solchen Aktion was verspricht (oder nicht), wird es wohl selbst nicht wissen. Man kann nur spekulieren, wen und was denjenigen zu einem solchen Vorgehen antreibt. Registriert man, was sich an Jugend...
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