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Förderverein Frauenhaus Koblenz e.V. feiert sein 20-jähriges Jubiläum

Zeiteinsatz von unbezahlbarem Wert

04.10.2016 - 13:01

Koblenz. Der Förderverein Frauenhaus Koblenz e.V. hatte allen Grund zum Feiern: Mit seinem unermüdlichen Einsatz hat der Förderverein in 20 Jahren Großartiges geleistet.

Seit seiner Gründung im Jahre 1996 unterstützt der gemeinnützig anerkannte Verein misshandelte und von Misshandlung bedrohte Frauen und ihre Kinder in ideeller, materieller und personeller Form. Es ist keine leichte Aufgabe, denn die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden täglich mit sehr viel Leid und Not konfrontiert. Seit der Gründung haben sie weit mehr als tausend Frauen und ihren Kindern eine hoffnungsvolle Perspektive ermöglicht. Ein Erfolg auf ganzer Linie, der in einem feierlichen Rahmen im historischen Rathaussaal gewürdigt wurde. Zu diesem Anlass trafen sich zahlreiche Mitglieder und des Fördervereins sowie Gäste und lauschten gespannt dem interessanten Festvortrag. Die Vorsitzende des Fördervereins Frauenhaus, Ursula Schwerin, begrüßte neben der Schirmherrin der Veranstaltung, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, und der Festrednerin Prof. Ingeborg Henzler zahlreiche Mitglieder des Vorstandes, Mitglieder des Fördervereins, Spender und Sponsoren, die hauptamtlichen sowie ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen der Stadtratsfraktionen sowie die Gründungsmitglieder aus dem Jahre 1996. Musikalisch begleitet wurde die Jubiläumsfeier von Eleonore Ciupka und Almut Schwab auf der Querflöte und Akkordeon mit Werken unter anderem von Dworzak „Humoresk“.

Ein Frauenhaus gab es in Koblenz bereits 1978. Das damals sogenannte „autonome Koblenzer Frauenhaus“ war das erste Frauenhaus in Rheinland-Pfalz und das zweite in der gesamten Republik. 1996 beschloss der Stadtrat, das autonome Frauenhaus in die Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen Koblenz e.V. (SkF) zu überführen. Das SkF widmet sich der Hilfe für Kinder, Jugendliche, Frauen und ihren Familien in besonderen Lebenslagen.

Das Frauenhaus Koblenz ist fest eingebunden in das weitere Angebot des SkF Koblenz und bietet eine Schutzeinrichtung für seelisch, körperlich oder sexuell misshandelte oder von Misshandlung bedrohte Frauen und ihre Kinder. Die Frauen dort finden Zuflucht, Schutz, Vertrauen, Beratung und Unterstützung in ihrer Notsituation. Das Koblenzer Frauenhaus hat noch darüber hinaus weitere Aufgaben. So informieren die zahlreichen Mitglieder des Fördervereins über die Arbeit des Frauenhauses sowie zum Thema Gewalt in engen sozialen Beziehungen und bieten regelmäßig Informations- und Fachveranstaltungen, Gesprächsrunden, Vorträge und Infostände an. In ihrer Notsituation kommen die Frauen mit ihren Kindern hilfesuchend zu der Einrichtung. Sie kommen ohne Gepäck und so versorgt das Frauenhaus sie als Erstes mit Dingen des täglichen Gebrauchs. Damit die Frauen einen Neuanfang wagen können, werden sie bei Behördengängen, Gerichtsterminen, Besuchen von Schulen und Kindergärten sowie bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung unterstützt. Das alles muss finanziert werden. Ohne die vielen Sponsoren und Förderer wäre das gar nicht möglich. Dank ihnen konnte der Förderverein bis zum Frühjahr die volle Miete samt Nebenkosten sowie einen Personalkostenzuschuss übernehmen, hinzukommen die Kosten für psychologische Beratung und das Honorar für einen Diplom-Sozialarbeiter, der seit fünf Jahren freizeitpädagogisch hauptsächlich mit den „Jungs“ im Frauenhaus arbeitet. Mit ihm gelingt es, den Kindern ein positives Männerbild zu vermitteln, weg von Aggression und Schlägen in ihrem bisherigen jungen Leben.

Die Schirmherrin der Veranstaltung, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, bedankte sich für den unermüdlichen Einsatz und das beispiellose Engagement, mit dem seit vielen Jahren Frauen mit ihren Kindern Zuflucht vor häuslicher Gewalt finden und auf ihrem Weg in ein normales Leben unterstützt werden. Sie betonte auch die Wichtigkeit der Öffentlichkeitsarbeit.


Gewalt als gesamt- gesellschaftliches Problem


Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigt neben der permanenten Auslastung des Frauenhauses auch der Blick in die polizeiliche Statistik. Gewalt ist kein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Im Jahr 2015 verzeichnete das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz 10.255 Fälle von Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Von den insgesamt 10.255 Opfern waren 8.027 weiblich, knapp 60 Prozent von ihnen waren von Körperverletzungsdelikten betroffen. Gewalt durch den Partner erfuhren knapp 60 Prozent der Opfer, in rund 40 Prozent der Fälle wendete der ehemalige Partner Gewalt an. In der Stadt Koblenz hat das Polizeipräsidium im vergangenen Jahr 317 Fälle von Gewalt in engen sozialen Beziehungen mit 264 betroffenen Frauen erfasst. Durchschnittlich sechs Mal pro Woche musste die Polizei im vergangenen Jahr aus diesem Grund ausrücken, um einzuschreiten.

„Die Zahlen sind bedrückend, denn sie zeigen, dass der Gewalt in engen sozialen Beziehungen mit Gesetzen wie dem Gewaltschutzgesetz oder der Verschärfung des Sexualstrafrechts allein nicht beizukommen ist. Sie öffentlich zu machen und zu ächten und den davon betroffenen Opfern Hilfe zur Selbsthilfe auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu leisten, hat sich der Förderverein auf die Fahnen geschrieben und praktiziert Beides seit Jahren mit großem Erfolg.“, betonte Bürgermeisterin Hammes-Rosenstein. „Der Förderverein hat einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass das Frauenhaus Koblenz sich zu einer anerkannten Fach- und Beratungsstelle für betroffene Frauen und die interessierte Fachöffentlichkeit entwickelt hat.“ Das alles konnte nur dank der Mitglieder und eingegangener Spenden in den vergangenen 20 Jahren geleistet werden.

Die Vorsitzende des Fördervereins Frauenhaus, Ursula Schwerin, lobte vor allem auch das Ehrenamt. „Beim Ehrenamt gilt eine andere Währung. Materiell nicht zu messen. Wir alle geben mehr als den ‚Zehnten‘, wie er biblisch empfohlen ist. Wir arbeiten umsonst, aber nicht vergebens. Was wir in 20 Jahren über den Trägerverein und Beratungsladen hinaus an Leid und Not erfahren haben, wie viel Hilfe zur Selbsthilfe wir den Frauen und Kindern tatsächlich geben konnten, ist nicht zu messen. Ebenso unser Zeiteinsatz, der unbezahlbar ist, weil es sich beim Ehrenamt tatsächlich um ein Geschenk der Freizeit handelt“. Es war ihr eine große Ehre, zu diesem Jubiläum zu sprechen.


„Weh von Aggressionen und von Schlägen“


Unter dem Titel „Wenn Frauen nicht viel wert sind, wenn Frauen zu wenig wert sind“ hielt Prof. Ingeborg Henzler, Präsidentin a.D. der (Fach-) Hochschule Koblenz, ihren interessanten wissenschaftlichen Vortrag zu dem Thema „Frauen und Gewalt“. Sie lobte auch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Bewältigung dieser Aufgabe und fand es beachtlich, dass dies kostenlos, überkonfessionell, überparteilich und höchst kreativ gemeistert wird, immer mit dem Motto „Weg von Aggressionen und von Schlägen“ und nicht nur Hilfe bietend, sondern die Gewalt wird gleichzeitig öffentlich gemacht. Als Wertschätzung und als Geschenk unterschrieb sie die 256. Mitgliedschaft im Förderverein Frauenhaus Koblenz e.V. Weitere Informationen zum Förderverein finden Interessierte unter www.foerderverein-frauenhaus-koblenz.de.

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Kommentare
Uwe Klasen :
Zitat Jörg Zschimmer: "...aber daran kann man ja dann den Flüchtlingen die Schuld geben..." --- Noch unterirdischer kann ein Mensch kaum Argumentieren. Die Vertreter, Befürworter und Anhänger der sogenannten Energiewende und des, angeblich durch den Menschen verursachten, Klimawandels agieren fast wie Sektierer, Gegenargumente werden Bestenfalls angehört aber Abgelehnt!
Jörg Zschimmer:
Im Gegensatz zur zum Beispiel Braunkohlesubvention, werden die genannten Vereine nicht subventioniert. Das CO2 zur Photosynthese wichtig ist, ist nur bis zu bestimmten Konzentrationen richtig, danach geh der Ertrag rabide zurück - aber daran kann man ja dann den Flüchtlingen die Schuld geben...
Uwe Klasen :
Die Subventionsabgreifer und unsozialen Energieverteurer diskutieren wohl darüber wie sie die Verbraucher noch mehr schröpfen können! P.S. Kohlenstoffdioxid ist elementar Wichtig für die Photosynthese!
Uwe Klasen :
Ein Termin an einem Wochenende wäre vielleicht von Vorteil gewesen, so sind Berufstätige Radfahrer im Nachteil und gerade deren Erfahrungen und Kenntnisse könnten zusätzliche Informationen erbringen.
juergen mueller:
Das weiss man längst,dass die Stadt auf Radfahrer nicht eingestellt ist u.sich als TOP-Stadt mit der höchsten Arbeitsdichte in Rhld-Pfalz,damit verbunden eine Verkehrsdichte,Tendenz steigend,die mit der vielgepriesenen Attraktivität u.einer positiven Wahrnehmung nicht mehr viel gemein hat ... u.das Ende der Gier nach noch mehr Arbeitsplätzen ist nicht abzusehen, im Gegenteil.Dafür muss ein Stadtteil wie RÜBENACH bluten unter der Last einer unzumutbaren Verkehrsdichte mit all ihren negativen Folgen,auch gesundheitliche u.einem Entzug von Freizeit-/Erholungswert durch Flächennachfrage zur weiteren Ansiedlung von Gewerbe u.Industrie.Die neue Pfaffendorfer Brücke wird "natürlich mit einem breiten Radweg ausgestattet?" Ja,weiss man ebenfalls - mit unzureichenden 30 cm!Dieser angelaufene Paradigmenwechsel (besonders wichtig gehaltene Entwicklungen,Umbrüche) hat sich damit spätestens erledigt.Die Politik hat halt die Macht Vertrautheit zu zerstören.
Olaf Erdmann:
Der sich rsant vollziehende Wandel in unserer Gesellschaft ist weder eine Laune noch Verlust von Pietät, sondern Teil des Gesamtgesellschaftslichen Veränderungsprozesses. Friedhöfe z.B. markieren für mich die unüberbrückbare Linie zwischen "Sein und Nichtsein", zwischen "Leben und Tod", zwischen "Zeit und Ewigkeit". Alle Menschen kennen diese Grenze, die das Leben vom Tod, die die Lebenden von den Toten trennt und deutlich unterscheidet. Ein offener Dialog in unserer Gesellschaft zu diesem Thema ist daher ein hohes GUT.
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