Politik | 09.04.2018

63. Demo gegen Bahnlärm in Neuwied

Bürgerinitiativen haben bereits viel erreicht

Bundesregierung will den Schienenverkehrslärm bis 2020 halbieren

Neuwied. In der aktuellen Lärmaktionsplanung der Bahn wurden für die Kommunen Lärmkennziffern errechnet. Viele Anlieger in unserem Rheintal werden durch den Bahnverkehr mit unterschiedlichen Lärmklassen belastet.

Bürgermeister Karsten Fehr findet es nicht gut, dass überhaupt Demonstrationen gegen den Bahnlärm stattfinden müssen. Die bisherigen 62 Demonstrationen waren nicht umsonst. Im Gegenteil: Es wurde schon einiges erreicht! Als parteiloser Bürgermeister und Politiker freut es ihn, dass sich im Bundestag im Jahr 2015 die parteiübergreifende „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ gebildet hat.

Die Bundesregierung will bis zum Jahre 2020 den Schienenverkehrslärm durch Verbot lauter Bremssysteme halbieren. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) setzt dabei auf eine Drei-Punkte-Strategie namens „Leise Schiene“. Zum einen soll Lärmschutz an der Quelle betrieben werden, deshalb wird die Umrüstung auf lärmarme Bremstechnik vom BMVI mit 152 Millionen Euro gefördert. - Ab diesem Jahr soll zudem ein bundesweites Monitoringsystem die Lärmbelastung an mehr als zwei Dritteln des gesamten Schienengüterverkehrs überwachen, denn seit 2013 gilt: Laute Züge zahlen mehr als leise. - Drittens soll durch ein Zukunftsinvestitionsprogramm der stationäre Lärmschutz an bestehenden Schienenwegen weiter reduziert werden. Wir werden kritisch beobachten, ob diese Drei-Punkte-Strategie auch tatsächlich eingehalten und dem Namen „Leise Schiene“ gerecht wird.

Der unterzeichnete Koalitionsvertrag ist zumindest hinsichtlich des Lärmschutzes grundsätzlich positiv zu sehen und geeignet, den Lärmschutz voranzubringen. So ist dort auf ausdrücklich formuliert und anerkannt, dass Lärm in unserem dicht bevölkerten Land ein großes Problem ist! Wollen wir hoffen, dass bei einer „Gesamtlärmbetrachtung“ nicht wieder unterschieden wird zwischen dem Oberen und Unterem Mittelrheintal, sondern insgesamt für das Rheintal. Wir alle leiden unter dem Bahnlärm – und das Lärm krank macht, ist zwischenzeitlich auch unstrittig. Deswegen ist es auch gut, dass wir alle gemeinsam gegen den Bahn- und Schienenlärm kämpfen. Nur so erhalten wir auch in Berlin und bei der Bahn die Aufmerksamkeit, die wir für unsere Ziele verdienen.

Das oberste Ziel bei der Bekämpfung des Bahnlärms ist für die Bürgerinitiativen der Bau einer alternativen Güterverkehrsstrecke. Man teilt die Auffassung, dass nur diese Alternativtrasse die Bevölkerung des gesamten Mittelrheintals vor gesundheitlichen Schäden schützen kann. Daher wird gefordert, dass dieses Projekt in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes hochgestuft wird und das endlich mit der Planung angefangen werden kann.

In der Zwischenzeit müssen die kurz- beziehungsweise mittelfristig umsetzbaren Ziele angegangen werden. Diese sind insbesondere die Geschwindigkeitsreduzierung bei Ortsdurchfahrten und für Gefahrguttransporte; die Fortsetzung der Machbarkeitsuntersuchung im gesamten Unteren Mittelrheintal von Koblenz bis Bonn; die Einrichtung von mindestens zwei Zugmessstationen im unteren Mittelrheintal, links- und rechtsrheinisch; die konsequente Einführung des lärmabhängigen Trassenpreissystems; die konsequente Umsetzung des Verbots lauter Güterzüge ab 2020.

Die Bürgerinitiativen zwischen Koblenz und Bonn haben sich zu dem Arbeitskreis Bahnlärm Rhein / Mosel zusammengeschlossen. Dies war und ist notwendig, um einen starken Gegenpol zur Deutschen Bahn AG zu setzen. Gemeinsam mit Ihren Mitgliedern, den Bürgermeistern, Landräten, Abgeordneten und Mitstreitern anderer Bürgerinitiativen haben Sie bereits viel erreicht.

Pressemitteilung

IG „Schutz gegen Bahnlärm und Erschütterungen“ e. V.

Bad Hönningen

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
  • K. Schmidt: Das "Sicherheitskonzept" überzeugt. Ein Polizeieinsatz, "geringe Anzahl" Rettungsdienst, keine Feuerwehr nötig. Im Haushaltsplan 2025 hatte Boppard 10.000 Euro für ein Sicherheitskonzept vorgesehen, in...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
Imageanzeige
Gesundheit im Blick
Maifest Gönnersdorf
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
21

„Saubere Flüsse bieten Schutz vor Hochwasser“ lautete die Überschrift eines Berichts in der Ausgabe 14/2026 des BLICK aktuell. Darin hieß es u.a.: „Während die Verbandsgemeinde Bad Breisig die öffentlich-rechtliche Verpflichtung zur Gewässerunterhaltung wahrnimmt, obliegt den Grundstückeigentümern die zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht für Uferbereiche und Bewuchs.“

Weiterlesen

Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
371

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Dir rote RB 30 auf Gleis 2 am Haltepunkt Ahrweiler/Markt
41

Ahrtalbahn: Elektrifizierung ab 13. Mai für beide Richtungen nutzbar

E-Züge können bald Gleis 1 und 2 zwischen Ahrweiler und Bad Neuenahr voll nutzen

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es hat eine Weile gedauert, bis die Probleme mit der Elektrifizierung der Ahrtalbahn an Gleis 1 zwischen Ahrweiler, und bis kurz vor Bad Neuenahr, bald beseitigt worden sind. Trotz dieser Einschränkung hat der Zugverkehr in beiden Richtungen in der Summe sehr gut funktioniert.

Weiterlesen

Symbolbild.
52

Koblenz. Der 2. Strafsenat – Staatsschutzsenat – des Oberlandesgerichts Koblenz hat mit Beschluss vom 24. Februar 2026 die Anklage des Generalbundesanwalts vom 5. Dezember 2025 gegen den 48jährigen syrischen Staatsangehörigen Fahad A. zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Die Hauptverhandlung startete am heutigen Montag, 27.04.2026.

Weiterlesen

Die „Jaadeporz“ von Wershofen Garten ist für ihre einzigartige Atmosphäre bekannt und beliebt. Fotos: DU
17

- Anzeige -Wershofen Garten begeistert erneut mit der „Jaadeporz“

Vielfalt rund um Garten, Genuss und Gestaltung

Ahrweiler. Wenn inspirierende Ideen für Garten, Haus und Wohnung auf Beisammensein, entspannte Atmosphäre und regionalen Genuss treffen, dann hat die „Jaadeporz“ von Wershofen Garten – Nomen es Omen – ihr (Garten)-Tor geöffnet. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit und der Besucherzuspruch aus nah und fern bestätigte einmal mehr, wie beliebt dieser einzigartige Event seit vielen Jahren ist.

Weiterlesen

Titelanzeige
Maifest Gönnersdorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Tank leer?
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
Erzieher
Gesundheit im Blick
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Verwaltung Immobilien
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest Dedenbach
Gegengeschäft
Veranstaltung
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr