Politik | 26.11.2021

Bundesministerin Julia Klöckner übergab 180.000 Euro

Kreis Neuwied steuert drohendem Ärztemangel entgegen

Achim Hallerbach nimmt den Förderbescheid entgegen,um dem Ärztemangel auf dem Land zu begegnen. Foto: FF

Kreis Neuwied. „50 Prozent unserer Ärzte gehen in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand“, verkündete Landrat Achim Hallerbach im Raiffeisen-Saal im Neuwieder Kreishaus. Dem tatenlos zusehen möchte die Kreisverwaltung nicht. Deshalb hatte sich der Kreis vor rund drei Jahren am Projekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft „Smarte.Land.Regionen“ beworben. Mit Erfolg: Bundesministerin Julia Klöckner war nach Neuwied gekommen, um einen Förderbescheid in Höhe von 180.921,46 Euro zu überreichen. Damit ist Neuwied einer von 14 Landkreisen, die mit einer Summe dieser Größenordnung unterstützt werden. Bei Smarte.Land.Regionen geht es darum, gleichwertige Lebensbedingungen im ländlichen Raum zu schaffen. Während sich andere Kreise den Themen Ehrenamt oder ÖPNV verschrieben haben, geht es in Neuwied um die ärztliche Versorgung. „Die Hälfte der 61 Gemeinden im Kreis haben schon heute keinen Hausarzt. Die zukünftige Frage lautet, ob jemand überhaupt einen Arzt hat, nicht seinen Arzt“, unterstrich Julia Klöckner die Richtigkeit des Themas. Neuwied sei mit der Problematik nämlich nicht allein. „Mit der Vergabe der Fördermittel wird Neuwied zur Blaupause für Deutschland, um mithilfe von Digitalisierung dem Ärztemangel auf dem Land zu begegnen“, verlautbarte die Ministerin. Gleichzeitig lobte sie den Landrat für dessen Beharrlichkeit und Ausdauer. Die Bewerbung um Fördermittel sei nämlich alles andere als pragmatisch und bedürfe eines langen Atems. In der ersten Wettbewerbsstufe hatten sich lediglich 22 der insgesamt 68 bewerbenden Landkreise für das Modellvorhaben qualifiziert. Achim Hallerbach wiederum verwies auf die Teamleistung seines Hauses im Zusammenspiel mit verschiedenen Institutionen. Gegen den Ärztemangel zieht der Kreis gemeinsam mit dem Gesundheitsamt, den Landfrauen und den Krankenhäusern sowie der Gesundheitsregion Köln/Bonn, weiteren Akteuren und natürlich den niedergelassenen Ärzten ins Feld. Gerade die Corona Zeit habe den Kreis und die Ärzte zusammen geschweißt, wie Achim Hallerbach berichtete. Bei aller Sorge um die Zukunft hob der Landrat hervor, dass es um die medizinische Grundversorgung noch recht gut bestellt sei. Immerhin verfüge man über zwei Krankenhäuser in der Stadt und darüber hinaus über drei im Landkreis. Achim Hallerbach verwies darauf, dass es um die gesundheitliche Grundversorgung von Jung und Alt gehe. Besonders im nördlichen Bereich erfreue sich der Kreis Neuwied nämlich über den Zuzug junger Familien aus Nordrhein-Westfalen. Im Kreis Neuwied seien Immobilien selbst auf dem Land kaum zu bekommen. Was genau der Kreis Neuwied mit den 180.000 Euro anfängt erklärte Kerstin Schwanbeck-Stephan. Mit dem Geld werden zu Beginn des nächsten Jahres zwei zusätzliche halbe Stellen, eine mit medizinischen und eine mit sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt geschaffen, die in drei Jahren Lösungsvorschläge erarbeiten sollen. Zunächst werden die Bedarfe in der Bevölkerung mittels moderner Beteiligungsformate ermittelt. Auf der Online-Plattform („meinegesundheit-neuwied.de“) sollen sich die Bürgerinnen und Bürger online informieren und zwischen den regionalen gesundheitsbezogenen Versorgungsangeboten selbstbestimmt entscheiden können. Später sollen junge Ärzte und Ärztinnen motiviert werden, sich im Kreis Neuwied niederzulassen. Dass die Bundesministerin in ihren letzten Amtstagen ausgerechnet die Heimat ihres Lebensgefährten beglückte, hatte nichts mit dieser persönlichen Verbindung zu tun. Dass es der Ministerin, die häufig zwischen ihrer Heimat und Neuwied hin und her pendelt, durchaus eine besondere Freude war, behielt sie nicht für sich. „Heute Abend habe ich es nicht weit nach Hause“, beschloss sie den förmlichen Teil des Abends, bevor sie es sich nicht nehmen ließ, mit den beteiligten Akteuren auf das freudige Ereignis anzustoßen. FF

Achim Hallerbach nimmt den Förderbescheid entgegen, um dem Ärztemangel auf dem Land zu begegnen. Foto: FF

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Anlagenmechaniker
First Friday Anzeige März
Angebotsanzeige (April)
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
22

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2298

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Kreishandwerkerschaft
Container Anzeige
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige
Imageanzeige - Ostern