2. Bundesliga Damen: Englische Woche mit Spielen in Duisburg und gegen Leipzig sowie Wolfsburg II verläuft sehr positiv

Mit 8:3 Toren erlebten die Bäckermädchen eine Traumhafte Woche

25.04.2022 - 11:24

Andernach. „Sind wir jetzt unabsteigbar?“, fragte unter der Woche „Außenbahn-Kämpferin“ Karla Engels, nach dem überzeugenden 5:0 Sieg gegen Rasenballsport Leipzig fast ungläubig den BLICK aktuell Reporter. Alleine diese Frage zeigt, wie bodenständig, sympathisch und bescheiden das Team von Florian Stein und Isabelle Hawel nach wie vor ist. Dabei stellen sich mittlerweile ganz andere Fragen, für den nach acht Spielen der Rückrunde, gemeinsam mit Nürnberg, souverän führenden Tabellenführer der zweiten Halbserie. Bereits jetzt, fünf Spiele vor Ende der Saison, hat man nur ein Punkt weniger als in der kompletten Hinrunde! Seit Monaten überzeugen die Bäckermädchen mit starken Spielen, tollen Toren, viel Fleiß und guten Teamgeist. Und selbst bei den wenigen Punktverlusten in diesem Jahr, war man seltenst wirklich unterlegen, sondern scheiterte entweder am Spielglück oder der fehlenden Effizienz vor dem Tor. Nur manchmal, auch an einen wirklich besseren Gegner. Auch ein Blick ins „Lazarett“ lässt vermuten, dass bei mehr gesunden bzw. verfügbaren Spielerinnen noch mehr drin gewesen wäre, für das nach Torverhältnis (+18) drittbeste Team der Liga. Trotz allem: Stolze 37 Punkte nach 21 Spieltagen sind natürlich Vereinsrekord.


Aus der Corona- und Länderspielpause, ging es direkt in eine ziemlich schwierige englische Woche mit Spielen in Duisburg sowie zuhause gegen Rasenballsport Leipzig und den VfL Wolfsburg II. Den Auftakt dieser Serie von drei Spielen innerhalb einer Woche, bildete das mit drei Kleinbusen angefahrene Auswärtsspiel, in der für die Zweite Bundesliga der Frauen beeindruckende „Schauinsland-Reisen-Arena“ mit 31.500 Plätzen, an Ostersonntag. Die 5-3-2 Aufstellung wurde mit den gleichen Spielerinnen, wie beim Sieg in Henstedt-Ulzburg besetzt. Also Laura Van der Laan im Tor, Beseta Hisenaj, Zoe Brückel, Magdalena Schumacher, Carolin Dillenburg (82. Min, Weißenfels) wie Karla Engels in der Abwehr, Kapitänin Lisa Umbach, Kathrin Schermuly gemeinsam mit Vanessa Zilligen im Mittelfeld so wie Julia Schermuly und Antonia Hornberg (27. Min, Asteroth) im Angriff. Nachdem die Gäste, in dieser ungewohnten, mit 137 Zuschauern besetzten „Geisterspiel-Großstadion“-Kulisse, was zaghaft ins Spiel gekommen sind, dominierten Sie, trotz der verletzungsbedingten Auswechslung von Toni Hornberg (schwere Fußprellung) nach rund 30 Minuten förmlich das Spiel. Man gewann nicht nur fast jeden Zweikampf, sondern strahlte auch körperlich absolutes Selbstvertrauen aus, was wiederum die Zebrainnen verunsicherte. So kamen diese, bis zur eigenen, überraschenden Führung in der 35 Minute durch Meret Günster, nur einmal wirklich zu einer Chance, als Van der Laan in der zehnten Minute ein Abschlag misslang. Die sonst sichere Schlussfrau aus Andernach, konnte sich jedoch mit einer großartigen Parade direkt wieder auszeichnen und diesen Fehler vergessen machen.

Nach dem Seitenwechsel kam die SG99 gut aus der ebenfalls für Andernacher Gewohnheiten beeindruckenden Kabine. Man war wieder das deutlich bessere Team. In der 57. Minute hatte man eine große Chance durch Julia Schermuly, die den Ball an den Pfosten setze. Dabei hätte es Sekunden vorher schon einen Elfmeter geben müssen, als es ein offensichtliches Handspiel durch eine Duisburgerin gab. Trainer Stein ist überzeugt: „Hätten wir in unserer stärksten Phase den Strafstoß bekommen, wäre das ganze Spiel hier anders ausgegangen“. So kam es, wie es kommen musste. Die Zebras erzielten mit Ihrer ersten wirklichen Chance der zweiten Hälfte, in der 72. Minute, das 2:0. Auch hier stand Schiedsrichterin Nadine Westerhoff im Mittelpunkt. Nicht wenige, sahen hier Abseits! Geendet ist das Spiel, gegen den Tabellenzweiten, letztlich für alle Beobachter viel zu hoch mit 3:0. Trotzdem, waren alle in Andernach sehr zufrieden, wie gut man gegen diese Spitzenmannschaft, welche sehr wahrscheinlich Aufsteigen wird, mithalten konnte.


Höchster Sieg des Jahres: 5:0 gegen Leipzig


Nach dieser dennoch unglücklichen Niederlage empfing man mittwochs zum Nachholspiel auf dem heimischen Rassenplatz, bei schönstem Frühlingswetter, die Rasenballsportlerinnen aus Leipzig, welche man bereits in der Hinrunde mit 0:1 geschlagen hat. Die Gäste aus Sachsen, reisten, trotz Top-Torjägerin Marlene Müller (zwölf Saisontore) mit einer ebenfalls dünnen Personaldecke an. Immerhin fehlten Trainerin Katja Greulich acht potenzielle Stammspielerinnen. Aber auch den Kollegen auf der anderen Seite, fehlten wichtige Spielerinnen. Vorneweg natürlich Toni Hornberg und Maren Weingarz. Weswegen das SG99-Trainer-Duo abermals auf die gleiche, fast selbe Startelf, wie gegen die Zebras setze. Außer das gegen die Bullen, die verletzte Hornberg durch Carolin Asteroth ersetzt werden musste.

Die ersten Minuten verschlief RB komplett. Viele Fehlpässe und sehr starke Andernacherinnen, sorgten dafür, dass die Roten Bullen in den ersten Minuten kaum aus der eigenen Hälfte kamen. Die SG99-Führung, erzielt durch eine an jenem Mittwoch bombastischen Lisa Umbach für die Sportgemeinschaft in der neunten Minute, war daher keine große Überraschung. Das Spiel fand vor allem vor dem Tor der Leipzigerinnen statt! Dabei hatte RB-Torfrau Gina Schüller alle Mühe, dass es bis zur Halbzeit nicht noch mehr Gegentore hagelte.

Die Sächsinnen konnten den Schalter vor rund 100 Zuschauern, darunter eine übers ganze Spiel mit Trommeln und Gesang lautstarke eigene Fangruppierung, nicht mehr umdrehen. Zumal Lisa Umbach in der 53. Minute für das wichtige 2:0 sorgte. Nur um zehn Minuten später, bei einer Ecke, mithilfe der Leipziger Hüterin Gina Schüller den Ball auch noch zum 3:0 in den Kasten zu befördern. RB konnte keine eigenen Akzente setzen und besaß keine Optionen, um mit einem Anschlusstreffer das Spiel zu drehen. Hierfür steht sinnbildlich ein längerer Teamkreis einer resignierten Mannschaft nach dem dritten Gegentor. Nach einem klaren Foulspiel an Schwester Julia, verwandelte Kathrin Schermuly in der 82. Minute einen Elfmeter selbstsicher zum 4:0. Joker Laura Weißenfels, die ebenfalls wieder lieferte, erhöhte für Andernach in der 89. Minute noch zum verdienten Endstand von 5:0.


Nach Zebras und Bullen, folgten noch die Wölfe!


Vor dem letzten Spiel in dieser Woche, besuchte privat noch eine Abordnung aus Spielerinnen und Verantwortliche der SG99, den Rheinland-Pokal-Kracher SC13 Bad-Neuenahr gegen 1. FFC Montabauer in Mayen. Solche Momente zeigen, dass in Andernach noch mehr als anders wo, der Gedanke von „Elf Freundinnen müsst ihr sein“, funktioniert. Dies ist sicher auch ein Grund, wieso es auch zum dritten Mal in Folge, mit dem gleichen Personal, jedoch teils anders Positioniert, abermals funktionierte. Wolfsburg II war der wie erwartet, noch schwerer Gegner. Was man gerade auch in der ersten Halbzeit merkte. Nach einem zähen beginn, stand es zur Halbzeit nach Torchancen 6:3 für Andernach. Glänzte gegen Leipzig Karla Engels mit viel Fleiß auf der Außenbahn, lieferte dieses Mal Zoe Brückel eine beeindruckende Leistung ab. Was diese mit zwei sehr guten Verteidigungsaktionen gegen VfL-Bundesliga Spielerin Shanice van de Sanden zusätzlich untermauerte. Auch Vanessa Zilligen überzeugte, wie Ihre Kolleginnen im Mittelfeld, mit starken Zweikämpfen. Unter dem Strich „war der Star, die Mannschaft“ wie Trainer Stein abermals betont, der ungern einzelne Spielerinnen hervorhebt.

„Ich sagte in der Halbzeit zur Mannschaft, wenn wir hier kein Gegentor bekommen, gewinnen wir das Ding“, so Trainer Stein weiter. Was dann auch so kommen sollte. Während Laura Van der Laan hinten zum zweiten Mal in Folge gegentorlos blieb und somit alles richtig machte, war es abermals Lisa Umbach, die in Ihrer Sahnewoche für die Führung sorgte. Der Strich ins Lange Eck öffnete das Spiel jetzt noch mehr. Zwar musste Laura Van der Laan noch einmal richtig fliegen, aber danach kam von den Grünen aus Niedersachsen nichts mehr.

70. Minute, Kathrin Schermuly gibt einen langen Ball auf Schwester Julia. Tor und 2:0. Nur sieben Minuten später, folge noch das mittlerweile durchaus verdiente 3:0, nach einer perfekten Flanke von Lisa Umbach. Kopfball durch Julia Schermuly im fünf Meterraum und der elfte Sieg der Saison war Fix.

Ausblick: Das nächste Spiel, für die natürlich nicht mehr absteigbaren Bäckermädchen, findet nächsten Sonntag statt. Dann geht es für den derzeit Tabellen fünften ab 14 Uhr in Sinsheim gegen die U20 der TSG Hoffenheim. Wer nicht zum Duell gegen den neunten der Tabelle mitreisen kann oder will, findet den Livestream der Partie des 22. Spieltag wie gewohnt auf www.soccerwatch.tv. Es könnte spannend werden. Immerhin möchte hier Andernach Revanche nehmen für die Niederlage in der Hinserie.

Roland Schäfges -

www.myfoto24.eu

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