Lokalsport | 23.06.2017

Chess Classics 2017 in Bad Neuenahr

Schach auf internationalem Niveau

HTC richtete Meisterschaften der Senioren 50 plus und 65 plus aus

Insgesamt 163 Schach-Senioren kämpften in der beeindruckenden Kulisse des Kursaals um Punkte.  privat

Bad Neuenahr. Unlängst gingen die Chess Classics 2017 mit ihrer Siegerehrung im Steigenberger Kursaal zu Ende. Nach einjähriger Vorbereitung und Vertragsunterzeichnung gingen 163 Senioren und Seniorinnen neun Tage zuvor an den Start. Dies entsprach ungefähr den Erwartungen von Gottfried Schumacher vom HTC Bad Neuenahr, der mit den beiden Gruppen Senioren 50 plus und 65 plus Neuland in Deutschland betrat. Neuland waren auch der grandiose Kursaal und der neue Name. Man erinnert sich: Die Vorläufer der Chess Classics waren die sieben Senioren Open an anderer Stelle und die Deutschen Seniorenmeisterschaften 2014 an eben diesem großzügigen Ort unter der Verwaltung der Steigenberger Hotelgruppe. Aktuell wie damals zeigten sich der Hoteldirektor und seine Mannschaft äußerst versiert im Umgang mit Schachspielern, man kann getrost sagen: Besser war nicht möglich. Der große Kursaal im Jugendstil und der „beste“ Analyseraum in Deutschland, der „Barocksaal“ wie der Jugendstilsaal fälschlicherweise genannt wird, waren im wahrsten Sinne beeindruckend. Die Infrastruktur war getrimmt, ein Schachsenior sagte, das Internet sei das schnellste in Deutschland), ein Anspruch, der aber noch bewiesen werden müsste. Die Teilnehmer waren begeistert.

Der sportliche Blick zurück

Das Feld der Senioren erfüllte auch hinsichtlich der Spielstärke durchaus die Erwartungen der Veranstalter, immerhin sechs FIDE-Titelträger – zwei Internationale Meister (IM), drei FIDE-Meister (FM) und ein Candidate Master – sowie 25 Teilnehmer mit einer Wertungszahl von mehr als 2100 ELO-Punkten versprachen einen guten sportlichen Wettbewerb. Betrachtet man die einzelnen Runden, so sticht gleich Runde zwei hervor:

Die Führenden der Startrangliste, IM Yuri Boidman und IM Dario Doncevic, gaben gleich beide ihre Punkte ab. Runde drei zeigte wenig dramatische Ergebnisse, in Runde vier war es wiederum Boidman, der seinem Ranglisteplatz keine Ehre erwies, das Remis gegen Reinhard Walther war unvorhergesehen, genauso wie das Remis von Helmut Hassenrück gegen Hans-Peter Sailer. Ganz und gar nicht einkalkuliert war die Niederlage des späteren Siegers, FM Berthold Bartsch, und auch FM Bernd Rosen gab seinen Punkt ab. Runde sechs verlief durchaus erwartungsgemäß, bevor in Runde sieben die beiden bis dahin Führenden FM Bernd Baum und Dr. Michael Cichy verloren. Mit hervorragenden 7,5 Punkten gewann schließlich Berthold Bartsch die Meisterschaft Senioren 50 plus, und Yuri Boidman überstand schweres Fahrwasser in Runde acht gegen Pierre Blaeser bevor er mit mit einem halben Punkt Rückstand gegen FM Bartsch in die Punkteteilung einwilligen musste und somit die Klasse der Senioren 65 plus gewann. Zwei würdige Sieger am Ende zeigten sportliche Glanzpunkte, aber auch Glück und Pech gleichermaßen.

Splittung – eine gute Idee?

Die Dachorganisation FIDE entschied vor einigen Jahren, den Seniorenwettbewerb zu splitten und mit Teilnehmern der Jahrgänge 50 plus und 65 plus zu spielen. Nachdem nun vieles den Vorgaben der FIDE zu folgen schien – beispielsweise werden die FIDE-IDs (FIDE-Identifikationen) übernommen, und auch deren ELO-Ranglistenplätze werden für Auslosungszwecke herangezogen – wollte Gottfried Schumacher mit den beiden Gruppen ebenfalls den Wettbewerb in Bad Neuenahr bestreiten. So weit, so gut. Die Sache hatte allerdings einen „Haken“: Sollten sich für eine der beiden Gruppen nicht genügend Teilnehmer finden, müsste alles wieder zusammengelegt werden. Bedauerlicherweise traf genau diese Version ein, gespielt wurde sehr zum Bedauern vieler älterer Spieler der Gruppe 65 plus gegen die Jüngeren. Eine spontane Abstimmung unter den 163 Teilnehmern ergab einen Anteil von ungefähr 20 Prozent, die einer Vermischung entgegenstanden. Andererseits waren es nur 35 Teilnehmern in der Gruppe 50 plus, sogar nur 15 Teilnehmer im Alter von 50 bis 60 Jahren, also den früheren Jungsenioren. Einige zukünftige Turniere werden den gleichen Modus von FIDE und Bad Neuenahr anwenden, so beispielsweise die Deutsche Seniorenmeisterschaft 2018 in Hamburg. Man wird die Entwicklung gespannt verfolgen.

Schumacher selbst begrüßt die Splittung, muss aber für das nächste Jahr vermehrt um Teilnehmer werben und kämpfen. Eine genaue Analyse der Chancen wird mit Teilnehmern und Spielmachern durchgeführt werden in der Hoffnung, den zukunftsträchtigsten Weg zu finden.

Insgesamt 163 Schach-Senioren kämpften in der beeindruckenden Kulisse des Kursaals um Punkte. Foto: privat

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