Lokalsport | 13.03.2018

Bundestrainer Hans-Peter Born referierte bei der Mitgliederversammlung des Tennisverbands Rheinland

„Vom Talent zur Weltklasse“

Gerd Porz (links) und Norbert Strehle (rechts) wurden Verbandspräsident Ulrich Klaus ausgezeichnet.privat

Koblenz. Trotz der winterlichen Verhältnisse mit Schnee, Eis und glatten Straßen war der Bundestrainer Hans-Peter Born aus Köln angereist und hielt bei der Mitgliederversammlung des Tennisverbands Rheinland (TVR) sein spannendes Referat „Vom Talent zur Weltklasse“ vor einem kleinen Kreis interessierter Zuhörer.

381 Vereine mit 853 Stimmen waren eingeladen worden, nur 25 Vereine mit 83 Stimmen nebst Ehrenmitglieder (zwei Stimmen) kamen trotz des schlechten Wetters und bildeten den Rahmen der intimen Versammlung in der Aula des Gymnasiums auf der Koblenzer Karthause.

Ehe der Cheftrainer des Deutschen Tennis Bunds (DTB) zu Wort kam, absolvierte DTB-Präsident Ulrich Klaus eine angenehme Pflicht.

„Es ist nicht mehr so einfach, Ehrenamtler zu finden“, stellte er bei der Ehrung verdienter Vereinsvertreter fest. „Ohne sie würden weder Sport noch Gesellschaft funktionieren, Ehrenamtlichkeit ist ein wichtiger Baustein unserer Demokratie und unseres Staates.“ Mit der Silbernen Ehrennadel des TVR ausgezeichnet wurden Norbert Strehle (Vorsitzender des TC 04 Metternich seit der Vereinsgründung nach Fusion) und Gerd Porz, seit nun bald 17 Jahren Vorsitzender des TC Nörtershausen-Udenhausen.

Ebenfalls geehrt wurde der TC Oberwerth für die eindrucksvolle Steigerung der Mitgliederzahl von 242 im Jahr 2007 auf aktuell 444 (6,2 Prozent Zuwachs von 2017 auf 2018). Und das in einer Zeitspanne, während der es einen durchschnittlichen Rückgang von etwa 20 Prozent gab. Mittlerweile ist der TCO nach dem TC Trier zweitgrößter Tennisverein im Rheinland.

Klaus lobte „Atmosphäre, Stimmung und Angebot“ bei den Koblenzern, für die der Vorsitzende Marc Börsch und sein Stellvertreter Lucas Bolten als Lohn für diese Leistung einen Karton Bälle entgegennehmen durften. Börsch schilderte in knappen Worten die Entwicklung im Verein, der im Vorjahr 125 Jahre alt geworden ist. „Die Struktur stimmt, bei uns spielen 115 Kinder im Alter zwischen sieben und 14 Jahren“, so Börsch, der zusammen mit seinem Kompagnon bestes Beispiel für einen jungen Vorstand ist. Und noch einen wichtigen Hinweis gab er: Potenzielle neue Mitglieder schauen sich erst mal auf dem Vereinsgelände um, das fängt bei den Toiletten an.

Was ebenfalls für den TCO spricht: Das von den Oberwerthern ausgerichtete U12-Turnier „Koblenz Junior Open“ wurde von Tennis Europe bei einer Konkurrenz von 400 internationalen Tennis-Veranstaltungen zum besten Turnier 2017 gewählt.

„Das ist eine tolle Werbung, auch im Hinblick auf die Gewinnung von Sponsoren“, freute sich Turnierdirektor Bolten. In diesem Jahr (16. bis 22. Juli) wird das Open-Turnier bereits zum neunten Mal vom TC Oberwerth ausgerichtet, und es werden wieder junge deutsche Spielerinnen und Spieler dabei sein, die Bundestrainer Born schon auf dem Schirm hat.

Der erfahrene Cheftrainer, in Höhr-Grenzhausen geboren und dort zur Schule gegangen, sammelte erste Erfahrungen beim TC RW Höhr-Grenzhausen. Er lebt jetzt in Köln und ist seit 26 Jahren beim DTB. Am Beispiel von Angelique Kerber und Sascha Zverev beschrieb er den Zuhörern auf der Karthause, wie sich ein Talent entwickelt. Das beginnt im Verein, dort werde das Pflänzchen gesetzt. Talent aber, worunter Born die genetische Disposition in Wechselwirkung mit soziokulturellen Einwirkungen durch Eltern, Freunde und Trainer sowie das Vereinsleben versteht, ist zu wenig: „Ohne Arbeit geht es nicht.“ Und der Wunsch nach höherer Trainingsintensität wie -qualität muss vom Spieler beziehungsweise der Spielerin kommen. Es ist ein langwieriger Prozess der Förderung in mehreren Stufen, wobei die Basis, das heißt Motorik und Begeisterung für die neue Sportart, sowie die Grundlagen (Technik, Taktik, Wettkampf) in den Vereinsbereich fallen. „Dort wird spielend gelernt.“

Besonders dieser Teil der Bornschen Ausführungen war von großem Interesse für die TVR-Delegierten. „Wenn jemand Weltklasse werden will, muss viel zusammenkommen“, lässt sich der vom Bundestrainer beschriebene weitere Weg zusammenfassen. Zum Schluss präsentierte Born noch seine Top Ten, die zum Erfolg führen: Talent, Grundlagen lernen, nur wenige Schwächen, der Wille, sich in jedem Training verbessern zu wollen, Selbstdisziplin, Selbstständigkeit, Erfahrung, Siegermentalität, Eltern einbeziehen, Umfeld inklusive Finanzen.

Um Geld ging es auch am Ende der Versammlung beim Kassenbericht von Schatzmeister Wolfgang Jung und seiner Aussage zum Haushaltsvoranschlag: „2018 wird nicht mehr so rosig aussehen.“ Dazu passte auch die bei zwei Enthaltungen einstimmig beschlossene Einführung eines Mindest-Mitgliedsbeitrags. Verbandspräsident Klaus mit Blick auf die Inanspruchnahme der Rücklagen für den Haushalt 2018: „Das ist eine neue Situation, mit der wir umgehen müssen.“

Wenn sich nächstes Jahr wieder getroffen wird zur Ordentlichen Mitgliederversammlung, wird absehbar die Notwendigkeit einer „moderaten Beitragserhöhung“ Thema sein.

Thomas Wächtler

Einen Karton Bälle durften Lucas Bolten (links) und Marc Börsch (Mitte) vom Verbandspräsidenten Ulrich Klaus entgegennehmen.

Einen Karton Bälle durften Lucas Bolten (links) und Marc Börsch (Mitte) vom Verbandspräsidenten Ulrich Klaus entgegennehmen.

Gerd Porz (links) und Norbert Strehle (rechts) wurden Verbandspräsident Ulrich Klaus ausgezeichnet.Fotos: privat

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