Wirtschaft | 12.06.2017, 11:29 Uhr

- Anzeige - Mitarbeiter des Unternehmens Möbel-Müller feiert 60-jähriges Jubiläum

Drei Generationen Unternehmensführung miterlebt

Manfred Sehr feierte ein außergewöhnliches Dienstjubiläum

Manfred Sehr (75) mit den Müllerland-Geschäftsführern Christoph und Stephan Müller sowie deren Eltern Dr. Werner und Roswitha Müller. Kein anderer Mitarbeiter des Unternehmens hat jemals 60 Jahre lang ununterbrochen für die Familie gearbeitet. KER

Görgeshausen. Als Manfred Sehr 1957 seine Verkäufer-Ausbildung bei den Möbel-Brüdern Müller begann, war Konrad Adenauer Bundeskanzler und die Russen starteten mit der Sputnik-Sonde den Wettlauf der Großmächte im Weltall. Von all dem nahm der junge Manfred Sehr, der „kleine Dehrner Raab“, wie er von seinen Chefs genannt wurde, nur am Rande Notiz. Seine Welt waren die Möbel und die vielen, wahrscheinlich tausenden Schaufenster und Ausstellungen, die ihm im Verlauf seines Arbeitslebens anvertraut wurden. Und dieses Arbeitsleben dauerte lang: Für 60 Jahre Zugehörigkeit zum Unternehmen Müllerland wurde Manfred Sehr jetzt von der zweiten und dritten Generation des Familienunternehmens mit einer Feier im Müllerland in Görgeshausen geehrt.

1933 erwuchs aus einer kleinen Westerwälder Schreinerei in Alpenrod das Möbelhandelsunternehmen Müller in Limburg. Heute beschäftigt die Unternehmensgruppe Müller im Möbelhaus, einer Automobilfirma und einem Immobilienunternehmen mehr als 400 Mitarbeiter. Geführt wird das Unternehmen von den Brüdern Christoph und Stephan Müller, die beide zur Feier gekommen waren. Ebenso wir ihr Vater Dr. Werner Müller, unter dessen Federführung sich die Müller-Unternehmensgruppe zu ihrer heutigen Größe entwickelte und dessen Vater Emil Müller den Jubilar 1957 eingestellt hatte. Mit nicht allzu großen Erwartungen kann sich Manfred Sehr doch noch an den von Emil Müller ausgesprochenen Satz erinnern: „Aus dem Kleinen wird nie was!“ Wie er sich doch getäuscht hatte. Denn „der Kleine“ kämpfte sich nach oben. Durchaus auch an dem zeitgleich mit ihm eingestellten zweiten Verkäufer-Lehrling vorbei, der den Dehrner Bub um einen Kopf überragte.

Treue zum Unternehmen ist bei Müllers keine Seltenheit. An der Feier im Betriebs- und Geschäftsrestaurant des Müllerlands nahmen Mitarbeiter teil, die Manfred Sehr über 30 und fast 50 Jahre lang Weggefährten im Unternehmen waren. „Möbelhäuser sind aus Stein gebaut, Möbel austauschbar - was den Unterschied der Unternehmen ausmacht, ist die Qualität ihrer Mitarbeiter“, sagte Christoph Müller. Die Karriere von Manfred Sehr vom Lehrling bis zum Verkaufsleiter in ein und demselben Unternehmen ist ihm ein Beispiel dafür.

Vieles trägt seine Handschrift

Christoph Müller beschrieb auch die Entwicklung des Unternehmens mit der Eröffnung eines zweiten Möbelhauses in Hennef und dem Start des e-Commerce-Internethandels vor eineinhalb Jahren. Bei allen diesen Entwicklungen war Manfred Sehr nicht nur dabei, sondern maßgeblich beteiligt. „Es gibt nichts, was ich wüsste, was er nicht gemacht hat“, sagte Dr. Werner Müller in seiner Ansprache. Menschlich habe ihn besonders beeindruckt, wie Manfred Sehr eine gesundheitlich schwere Zeit mit Bravour überstanden habe. In dieser Zeit hätten die beiden Weggefährten oft miteinander telefoniert. Im Unternehmen schätzte Dr. Werner Müller Manfred Sehrs „enorme Kreativität bei der Ausstellungsgestaltung“ und versicherte: „Vieles im Haus trägt seine Handschrift.“

Dann sprach der Jubilar: „Das Unternehmen Müller ist ein familiärer Betrieb, das ist auch ein Grund, warum man so lange hier tätig sein kann. Man gehört zu dieser Familie dazu!“ Manfred Sehr beschrieb die Anfangsjahre seiner einzigartigen Karriere, in der er auch mal die Straße kehren oder die Aschenbecher lehren musste. Für Erheiterung sorgte eine Episode, die er mit den Unternehmensgründern Karl, Gustav und Emil Müller erlebt hatte: „1962 wurde ich zur Bundeswehr nach Sonthofen eingezogen. Ich hatte meine Lehre abgeschlossen. Karl Müller nahm mich zur Seite und steckte mir fünf Mark zu. Ich sollte es aber auf keinen Fall seinem Bruder Gustav erzählen. Kurze Zeit später überreichte mir Gustav Müller zehn Mark, verbunden mit dem Versprechen, es auf keinen Fall seinem Bruder Emil zu erzählen. Auch der gab mir fünf Mark mit auf den Weg, was ich aber vor seinen Brüdern verschweigen sollte.“ An diese Versprechen hat sich Manfred Sehr gehalten, bis heute.

2007 hatte er das Rentenalter erreicht. Doch von Ruhestand sollte keine Rede sein. Einen Tag nach Ablauf der Vertragszeit, unterschrieb Manfred Sehr seinen neuen Arbeitsvertrag als Minijobber im Müllerland. Er sagt: „Die letzten zehn Jahre als Minijobber haben mir gutgetan, ich war in Bewegung. Das ist mir im letzten halben Jahr sehr zugutegekommen“, versichert der rüstige Unruheständler. Es hat ihm geholfen, die schwere Krankheit zu überstehen. Jetzt will er allerdings etwas kürzer treten. Nicht nur was die Arbeit betrifft, auch im Privaten. 30 Jahre lang war er Vorsitzender des Tennisvereins Dehrn, im Männergesangverein hat er seinen Platz als Bariton-Solist weitergegeben. Er habe durch die Krankheit gelernt, die einfachsten Dinge des Lebens zu schätzen - auf dem Balkon sitzen, lesen, kochen. Fügt aber gleich hinzu: „Nur, irgendwann wird es langweilig…“ Wer weiß, was diesem Kraftwerk für die nächsten Jahre noch einfällt. Gefragt, was er der heutigen, jungen Generation empfiehlt, einmal auf ein ähnlich erfülltes und erfolgreiches Berufsleben zurückblicken zu können, sagt er: „Geduldig sein, nicht nach zwei oder drei Jahren hinschmeißen und eine neue Stelle suchen. Wenn mal was schlecht läuft, nicht gleich aufgeben!“

„Vieles hier trägt seine Handschrift!“ hatte Dr. Werner Müller über seinen langjährigsten Mitarbeiter Manfred Sehr (hier in einem Ausstellungsraum im Müllerland Görgeshausen) gesagt.

„Vieles hier trägt seine Handschrift!“ hatte Dr. Werner Müller über seinen langjährigsten Mitarbeiter Manfred Sehr (hier in einem Ausstellungsraum im Müllerland Görgeshausen) gesagt.

Manfred Sehr (75) mit den Müllerland-Geschäftsführern Christoph und Stephan Müller sowie deren Eltern Dr. Werner und Roswitha Müller. Kein anderer Mitarbeiter des Unternehmens hat jemals 60 Jahre lang ununterbrochen für die Familie gearbeitet. Fotos: KER

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Daueranzeige 2026
Holz Loth-Entsorgung
Imageanzeige
Ausbildung Ratiodata Koblenz
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, September 2026
Empfohlene Artikel
Das „Moonlight Concert“ verbindet Rhythmus, Pop, Lyrik und klassische Musik zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis. Foto: MIRO LIVE UG
18

Andernach. Das „Moonlight Concert“ verbindet Rhythmus, Pop, Lyrik und klassische Musik zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis. Sechs Musiker entführen das Publikum in eine Welt großer Gefühle und bewegender Poesie. Gesang, Saxophon, Piano, Gitarre, Bass und Percussion treffen aufeinander. Das Programm reicht von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel bis zu Heinz Rudolf Kunze und „UNHEILIG“. Vertonungen lyrischer Klassiker von Rainer Maria Rilke ergänzen die musikalische Reise.

Weiterlesen

Gemeinsam 125 Jahre Moses feiern: Das Moses-Team beim Jubiläumsabend im „Schönherr’s am Köhlerhof“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler.
41

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ein Unternehmen kann nur dann auf eine 125-jährige Geschichte zurückblicken, wenn es Menschen gibt, die es mit Engagement, Treue und Herzblut tragen. Deshalb standen beim Jubiläumsabend der Moses AG am Samstag, 5. September, vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Winkler TV
405

Am 20. Oktober 2024 wurden am Rodder Maar zwei verbrannte Leichen gefunden:

Mord am Rodder Maar: BGH bestätigt Urteil

Kreis Ahrweiler. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Verurteilung eines Mannes wegen zweifachen Mordes im Zusammenhang mit den im Oktober 2024 am Rodder Maar im Kreis Ahrweiler gefundenen Leichen weitgehend bestätigt. Die Revision des Angeklagten war lediglich in einzelnen Punkten erfolgreich. Das Landgericht Koblenz hatte den Mann im Oktober 2025 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, die besondere Schwere der Schuld festgestellt und Sicherungsverwahrung angeordnet.

Weiterlesen

Dagernova Marketing Direktor Christoph Dreßen überreichte im Kreis der Vorstandsmitglieder WeinKulturDorf Dernau die Pokale an die designierte Weinkönigin Nadine Laukat(4 v Links) und ihre Prinzessinnen Sahra Laukat (5 v. links) und Lara Heimermann (fehlte auf dem Foto)
732

Dernau. Wenn am Samstag, 26. September, in Dernau die neue Weinkönigin proklamiert wird, stoßen die Weinfreunde und Gäste mit einem besonderen Weinpokal an. Die Dagernova Weinmanufaktur aus Dernau hat erneut die Ehrenpokale für die Weinmajestäten gestiftet – eine bewährte Tradition beim Dernauer Winzerfest, das vom 25. bis 27. September stattfindet.

Von Ingrid Näkel-Surges aus Dernau

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
288

Rettungsdienst, Notarzt und Feuerwehr im Einsatz

17.09.: Grafschaft: Eine Schwerverletzte nach schweren Unfall auf der B257

Gelsdorf. Am Donnerstag, den 17.09.2026, kam es gegen 19:40 Uhr auf der B257 in Höhe Grafschaft-Gelsdorf zu einem Verkehrsunfall mit einem alleinbeteiligten PKW. Die 58-jährige Fahrzeugführerin wurde durch den Verkehrsunfall nach Einschätzung des Rettungsdienstes vor Ort schwer, jedoch nicht lebensbedrohlich, verletzt. Nach ersten Erkenntnissen kam die Fahrzeugführerin aus bislang unbekannten Gründen nach rechts von der Fahrbahn ab.

Weiterlesen