Allgemeine Berichte | 23.06.2022

Workshop „Hochwasserübungen“ in Ahrweiler

Workshop macht Kommunen fit für Hochwasserübungen

Übungen sind für Krisenmanagement unverzichtbar

Workshop der HWNG Rhein bei der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) in Ahrweiler.  Foto: privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler.Extremhochwasser wie im vergangenen Jahr an der Ahr und in der Eifel sind jederzeit auch am Rhein möglich. Mithilfe von Hochwasserübungen können Kommunen ihr Hochwassermanagement verbessern, um Schäden gering zu halten. Wie man eine solche Übung plant und durchführt, darüber informierte der Workshop „Hochwasserübungen – Sensibilisierung und Training“ vom 7. bis 8. Juni in der BABZ in Ahrweiler.

Vor dem Hintergrund zunehmender extremer Hochwasser- und Starkregenereignisse hat die Hochwassernotgemeinschaft Rhein e. V. (HWNG) gemeinsam mit dem Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge (IBH), den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB Köln) und dem HochwasserKompetenzCentrum (HKC) vom 7. bis 8. Juni 2022 den Workshop „Hochwasserübungen – Sensibilisierung und Training“ in der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) in Ahrweiler veranstaltet. Ziel war es, das Verständnis für diesen Bereich des Hochwasserschutzes zu vertiefen.

„Die Flutkatastrophe an der Ahr und in der Eifel im Sommer 2021 hat deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, für den Ernstfall gerüstet zu sein“, betonte Dr. Karl-Heinz Frieden, Geschäftsführer der HWNG und geschäftsführender Vorstand des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz (GStB), in seiner Begrüßungsrede. Trotz Rückhaltemaßnahmen ließen sich Schäden durch Hochwasser und Sturzfluten nicht zu 100 Prozent vermeiden. „Vor dem Hintergrund der neuen Dimensionen steht die bisherige Arbeit auf dem Prüfstand!“ Regelmäßigen Hochwasserübungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Sie zeigen den Stand der Vorbereitung, decken Defizite im Hochwassermanagement auf und sensibilisieren für die Gefahren. „Zur Vorbereitung auf potentielle Ereignisse ist ein integriertes Risiko- und Krisenmanagement notwendig, um die Kompetenz zu erreichen, in Katastrophenlagen zu reagieren“, verdeutlichte Katrin Stolzenburg von der BABZ die Wichtigkeit von Übungen aus der Sicht des Bundes.

Die Möglichkeit, von den Erfahrungen kompetenter Fachleute zu profitieren, lockte 44 Teilnehmer:innen aus Kommunen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – darunter Wehrleiter*innen der Feuerwehr, Bürgermeister*innen, Beigeordnete und Vertreter*innen von Bauämtern, Deichverbänden sowie Wirtschaftsbetrieben – nach Ahrweiler. So berichtete Volker Lüdicke von den StEB detailliert über die Erkenntnisse aus Übungen zum Aufbau von mobilen Schutzanlagen in Köln. Alexander Kern, Leiter der hauptamtlichen Feuerwehr Erftstadt, ließ die Anwesenden an der dramatischen Evakuierung des Krankenhauses in Eftstadt während der Flutkatastrophe 2021 teilhaben. „Die Stadt war durch die Fluten in zwei Teile geteilt und das Krankenhaus mit normalen Fahrzeugen nicht mehr erreichbar“, so Kern. Ein Jahr nach der Katastrophe stehe man im engen Austausch mit dem Krankenhaus, um einen Evakuierungsplan zu erarbeiten und die Infrastruktur des Gebäudes hochwasserfrei zu gestalten.

Stephan Roth von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD) referierte über die Neufassung des Rahmen-Alarm- und Einsatzplans (RAEP) „Hochwasser“ für Rheinland-Pfalz, der in Absprache mit den kommunalen Spitzenverbänden erarbeitet wurde. Das Risiko-Analyse-Tool Wasser (RAWAS), das der Einsatzplanung, der Übungsvorbereitung sowie als Grundlage von Stellungnahmen dient und mit dem u. .a. für bestimmte Szenarien mögliche Schadenshöhen für einzelne Gebäude ermittelt werden können, wurde von Sabine Siegmund von den STEB Köln vorgestellt. Auch das wichtige Thema Sensibilisierung und Einbindung der Bevölkerung wurde thematisiert. „Für die Vorsorge bezüglich der Folgen von extremen Starkregenereignissen sind die Objekteigentümer verantwortlich“, betonte Jutta Lenz vom HKC. Staatliche Hilfe bei entstandenen Schäden sei nicht selbstverständlich. „Die Versicherung gegen Elementarschäden ist daher angesichts der Klimawandelfolgen wichtig!“, so Lenz.

In Arbeitsgruppen hatten die Teilnehmer*innen dann die Möglichkeit, in die Praxis einzusteigen. Unter der Leitung von Ulf Krüger von der BABZ und Volker Lüdicke (StEB Köln) wurden Fragen zur Planung und Durchführung von Stabsübungen sowie kommunalen Hochwasserübungen intensiv bearbeitet und geklärt. „Die Zusammenarbeit des Stabs muss geübt werden, um Abläufe zu verinnerlichen. Das Szenario ist egal! Übungsziel ist die Methodenkompetenz für das Krisenmanagement und die Stabsarbeit“, so Krüger. Und Lüdicke betonte: „Die innerkommunale Diskussion über Hochwasserübung ist wichtig. Wir müssen über den Tellerrand sehen, um neue Ideen zu entwickeln.“

Pressemitteilung

Hochwassernotgemeinschaft Rhein e. V.

Workshop der HWNG Rhein bei der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) in Ahrweiler. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
  • K. Schmidt: Das "Sicherheitskonzept" überzeugt. Ein Polizeieinsatz, "geringe Anzahl" Rettungsdienst, keine Feuerwehr nötig. Im Haushaltsplan 2025 hatte Boppard 10.000 Euro für ein Sicherheitskonzept vorgesehen, in...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
Imageanzeige
Gesundheit im Blick
Maifest in Gönnersdorf
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Erzieher
Biker Segnung
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest Dedenbach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die Weinmajestäten von Altenahr, Rech und Dernau (von links) eröffneten gemeinsam mit Ingrid Näkel-Surges und Helmut Fischer (WeinKulturDorf Dernau e.V.) auf dem Dernauer Weinfestplatz den Weinfrühling Mittelahr. Fotos: DU
43

Dernau/Rech/Mayschoß/Altenahr. Was einst als „Dernauer Weinfrühling“ begann und am vergangenen Wochenende seine 17. Auflage erlebte, hat sich als erweitertes Gemeinschaftswerk der Mittelahr-Orte Dernau, Rech, Mayschoß und Altenahr längst auch als „Weinfrühling Mittelahr“ fest etabliert. Eben jener findet 2026 schon zum vierten Mal statt und ist ein unbestrittener Frequenzbringer, auch über die Mittelahr...

Weiterlesen

Das Team des Freibads Andernach freut sich darauf, allen Besucherinnen und Besuchern eine schöne und erlebnisreiche Freibadsaison zu bereiten.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
35

Andernach. Mit dem 1. Mai 2026 startet das Freibad Andernach in die neue Saison und lädt alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste herzlich zum Schwimmen, Entspannen und gemeinsamen Erleben ein. Auch in diesem Jahr soll das Freibad wieder ein Ort der Begegnung für Jung und Alt sein – ein Platz, an dem Freizeit, Bewegung und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Dir rote RB 30 auf Gleis 2 am Haltepunkt Ahrweiler/Markt
25

Ahrtalbahn: Elektrifizierung ab 13. Mai für beide Richtungen nutzbar

E-Züge können bald Gleis 1 und 2 zwischen Ahrweiler und Bad Neuenahr voll nutzen

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es hat eine Weile gedauert, bis die Probleme mit der Elektrifizierung der Ahrtalbahn an Gleis 1 zwischen Ahrweiler, und bis kurz vor Bad Neuenahr, bald beseitigt worden sind. Trotz dieser Einschränkung hat der Zugverkehr in beiden Richtungen in der Summe sehr gut funktioniert.

Weiterlesen

Symbolbild.
33

Koblenz. Der 2. Strafsenat – Staatsschutzsenat – des Oberlandesgerichts Koblenz hat mit Beschluss vom 24. Februar 2026 die Anklage des Generalbundesanwalts vom 5. Dezember 2025 gegen den 48jährigen syrischen Staatsangehörigen Fahad A. zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Die Hauptverhandlung startete am heutigen Montag, 27.04.2026.

Weiterlesen

Die „Jaadeporz“ von Wershofen Garten ist für ihre einzigartige Atmosphäre bekannt und beliebt. Fotos: DU
14

- Anzeige -Wershofen Garten begeistert erneut mit der „Jaadeporz“

Vielfalt rund um Garten, Genuss und Gestaltung

Ahrweiler. Wenn inspirierende Ideen für Garten, Haus und Wohnung auf Beisammensein, entspannte Atmosphäre und regionalen Genuss treffen, dann hat die „Jaadeporz“ von Wershofen Garten – Nomen es Omen – ihr (Garten)-Tor geöffnet. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit und der Besucherzuspruch aus nah und fern bestätigte einmal mehr, wie beliebt dieser einzigartige Event seit vielen Jahren ist.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Maifest Gönnersdorf
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Maifest in Dedenbach
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Save the Dates
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Gesundheit im Blick
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 17
Gegengeschäft