Politik | 27.04.2020

AfD kritisiert Muezzin-Ruf in Neuwied:

Stadtratsfraktionen wurden nicht einbezogen!

Neuwied. Das muslimische Ramadan-Fest findet in diesem Jahr unter Corona-Auflagen statt. Die Stadt Neuwied hat deshalb erlaubt, dass die Gläubigen einmal täglich durch den sogenannten Muezzin-Ruf zum Gebet gerufen werden dürfen. Die Stadtverwaltung begründet ihre Entscheidung damit, dass schließlich „seit einigen Wochen regelmäßig die Glocken der christlichen Kirchen“ erklingen. Die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat kritisiert die Entscheidung der Stadt, bei der der Stadtrat außen vor blieb: „Die Entscheidung der Stadt war nach unserer Auffassung keine Routineangelegenheit, deshalb hätte die Stadt die politischen Gremien mit einbeziehen müssen“, kritisiert Bringezu.

„Es ist kein guter Stil, in einer solchen Angelegenheit die Ratsfraktionen noch nicht einmal im Vorfeld zu konsultieren oder auch nur zu informieren, sondern den Stadtrat komplett zu umgehen. Wir erwarten, dass der Stadtrat in dieser Frage beteiligt wird!“

Bringezu weiter: „Der Vergleich des Muezzinrufs mit dem Läuten von Glocken ist überaus unpassend. Das Läuten von Glocken ist nur ein Klangsignal oder zeigt die Uhrzeit an und findet wortlos statt. Dagegen übermittelt der Muezzin-Ruf eine explizite religiöse Botschaft. In unserem Kulturkreis, im christlich geprägten Deutschland, gehört das Läuten von Kirchenglocken seit weit über einem Jahrtausend zum Alltag der Menschen und ist im Gegensatz zum Muezzin-Ruf Teil unseres kulturellen Erbes. Selbstverständlich soll jeder sein grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Religionsausübung ausleben können. Dies ist Muslimen aber auch ohne einen Muezzin-Ruf möglich.“

Pressemitteilung

AfD-Fraktion im

Stadtrat von Neuwied

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Kommentare
04.05.202012:54 Uhr
Helmut Gelhardt

Herr Seligmann, seit gut 35 Jahren befasse ich mit u.a. mit der
Historisch-kritischen Bibelforschung und dem Jüdisch-christlichen Dialog. Dabei habe ich u.a. die jüdischen Religions-Forscher/ Wissenschaftler Martin Buber, Schalom Ben-Chorin, Leo Baeck, Pinchas Lapide, Walter Homolka, Leo Trepp mit großem Erkenntnisgewinn für mich gelesen. Bei keinem dieser von mir hochgeschätzten Autoren habe ich je Sätze gelesen, die Ihrem überheblichen und auch intoleranten Zitat: "Der Ruf des Muezzins als auch das kirchliche Glockengeläut ..." (vom 28.04.2020 / 07.20 h) auch nur ansatzweise gleichkommen.

03.05.202008:24 Uhr
Jean Seligmann

Herr Helmut Gelhardt, mein Kommentar war eine Meinungsäußerung, diese muss nicht unbedingt Ausdruck meiner Toleranz darstellen, welche sie nicht kennen können und somit einem Fehlschluss unterliegen. Wie schrieb mal jemand hier zu ihnen? "Nicht von sich selbst auf andere Schließen" oder so ähnlich.

28.04.202013:38 Uhr
Helmut Gelhardt

Herr Seligmann, Ihr Statement ist kein Beitrag der Toleranz.
Und meine Bewertung Ihres Statements ist bestimmt nicht
antisemitisch.

28.04.202012:09 Uhr
Helmut Gelhardt

Ich teile die Bewertung/Einschätzung von Siegfried Kowallek in der Sache 'Ruf des Muezzins' vollumfänglich. Einzig und allein wichtig ist für mich, dass die Abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) für Frieden, Nächstenliebe, Menschenwürde, Menschlichkeit, Toleranz, Soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Bewahrung der Schöpfung - ohne WENN und ABER eintreten. Im Übrigen soll jede und jeder nach ihrer/seiner Fasson selig werden!

Siegfried Kowallek ist auch um Fairness gegenüber dem AfD-Protagonisten Joachim Paul bemüht. Das zeichnet Siegfried Kowallek aus! Aber - da könnte Siegfried Kowallek im Ergebnis zu optimistisch sein. Für mich hat Herr Joachim Paul den Demokratiebeweis bisher nicht erbracht. Und ich gehe davon aus, dass Joachim Paul dazu strukturell als führender AfD-Mann auch nicht in der Lage ist.

28.04.202007:20 Uhr
Jean Seligmann

Der Ruf des Muezzins als auch das kirchliche Glockengeläut, sind Töne von anmaßenden Religionen. Wie wohltuend ist doch Stille mit der wir Juden unserer Religion nachgehen.

27.04.202013:31 Uhr
Siegfried Kowallek

Sowohl der Ruf des Muezzins als auch das kirchliche Glockengeläut gehören einerseits zur Religionsausübungsfreiheit, können jedoch andererseits wegen ihrer Lautstärke und ihrer religiösen Ausrichtung von manchen Bürgern als Belästigung angesehen werden. AfD-Chef Jörg Meuthen erklärte vor vier Jahren auf dem Bundesparteitag, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, also auch nicht der Ruf des Muezzins. Dieser dürfe nicht die Selbstverständlichkeit wie das Geläut von Kirchenglocken haben. Meuthen sagte somit ganz klar, warum der Muezzin-Ruf auch für die AfD in Neuwied eine Belästigung ist. Der Staatskirchenrechtler Ansgar Hense stellt indes die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes erklärend heraus, es gebe keinen allgemeinen Konfrontationsschutz, dass man im öffentlichen Raum nicht von religiöser Symbolik behelligt werde. Der Ruf des Muezzins und Kirchenglocken könnten somit nicht allein wegen ihres religiösen Gehalts verhindert werden. Damit ist es nachvollziehbar, dass es sich im Gegensatz zu René Bringezus Auffassung bei der Entscheidung der Stadtverwaltung Neuwied, dass die Muslime angesichts des Ramadan-Fests unter Corona-Auflagen einmal täglich durch den Muezzin-Ruf zum Gebet gerufen werden dürfen, um eine Routineangelegenheit handelt. Statt eine Bühne für sich im Stadtrat zu fordern, sollte die AfD, wenn es wieder möglich sein wird, das Gesprächsangebot der Neuwieder Ahmadiyya-Gemeinschaft aufgreifen, und bei dieser gerne öffentlichen Diskussion würde ich dann auch dabei sein wollen. Der AfD-Landtagsabgeordnete Joachim Paul, auch Stadtratsmitglied in Koblenz, nahm sogar an einer von der Ahmadiyya-Gemeinschaft Koblenz veranstalteten Podiumsdiskussion in der Lützeler Kulturfabrik teil. Man kann den Auftritt eines Politikers auch dann als respektabel bewerten, wenn man nicht seiner Meinung ist. Das tue ich hiermit. Statt die Stadtratsbühne zu suchen, sollte die AfD Neuwied die Ahmadiyya-Einladung annehmen. Und wenn sie sich das nicht zutraut, kann sie ja Joachim Paul miteinbeziehen. Er ist nach meinem in der Kulturfabrik gewonnenen Eindruck kompetent genug, um bei einer derartigen Veranstaltung eine Totalblamage seiner Neuwieder Parteifreunde zu verhindern.

Siegfried Kowallek, Neuwied

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