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Wählergruppe Remagen e.V. (WGR)

Was ist das für ein Gefühl, wenn ein leerer Bus vorfährt ...?

Was ist das für ein Gefühl,
wenn ein leerer Bus vorfährt ...?

Ein alltägliches Bild: Buslinie 841 ohne Fahrgäste auf der Fahrt durch Oedingen.Foto: Privat

12.09.2018 - 08:18

Remagen. Zum 1. Juli wurde im Kreis Ahrweiler das Liniennetz des Bahn- und Busverkehrs grundlegend umgestellt. Seitdem gibt es im gesamten Kreis Probleme im Busverkehr insbesondere für Pendler, am schlimmsten aber sind Schüler betroffen. Schüler, Eltern und Lehrer berichten von haarsträubenden Qualitätsmängeln bei der Buslinie 841 auf der Fahrt von Remagen über Oberwinter und Unkelbach bis Oedingen. Es gab und gibt viele Verspätungen, oft sind Busse auch komplett ausgefallen. Einige Fahrer haben offenbar nur unzureichende Einweisungen erhalten, denn sie kennen ihre neuen Fahrstrecken nicht.

In einem besonders skurrilen Fall ließ sich ein Fahrer von einem mitfahrenden Kind per Smartphone-Navi leiten, um die richtige Route zu finden. Manchmal werden Haltestellen gar nicht angefahren, es werden also Schüler nicht mitgenommen oder - noch schlimmer - ungeplant an ganz anderen Haltestellen aus dem Bus gelassen.

Holger Kowalewski, für die Wählergruppe Remagen WGR Mitglied im Ortsbeirat Oedingen: „Schon mehrfach haben Mütter ihre Kinder nach der Schule vermisst und mussten voller Sorge die umliegenden Dörfer mit dem Auto abfahren, um sie aufzusammeln. Ich bin nicht bereit, diese Situation zu akzeptieren.“

Es gab schon viele Beschwerden einzelner Betroffener an den Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM), zu dem auch der in Remagen zuständige Betreiber DB Regio Bus Rhein-Mosel GmbH (ein Tochterunternehmen der Deutsche Bahn AG) gehört. In der Presse wurden Reaktionen vom Geschäftsführer des VRM, Herrn Stephan Pauly, veröffentlicht. Die Stellungnahmen von Herrn Pauly haben bei den betroffenen Eltern allerdings für zusätzliche Verärgerung gesorgt, besonders seine Handlungsempfehlung, die Schüler doch einfach an andere Schulen, zum Beispiel in NRW, zu schicken, um die Probleme zu vermeiden.

In Oedingen haben sich nun Eltern organisiert und werden gemeinsam mit weiteren Betroffenen aus dem Stadtgebiet Remagen versuchen, die Situation nachhaltig zu verbessern. Marcus Westen aus Oedingen, Elternsprecher der 1A der Grundschule Oberwinter und Vater von zwei Kindern, führt dazu aus: „Es gab und gibt schwerwiegende Qualitätsmängel, es gibt aber auch Mängel bei der Planung der Routen und Fahrzeiten. Manche Verbindungen liegen zeitlich so ungünstig, dass sich Fahrzeiten stark erhöhen oder auch zu normalen Schulzeiten gar kein Bus mehr fährt. Andererseits kann man auch beobachten, dass die Busse der Linie 841 oft komplett ohne Fahrgäste unterwegs sind, hier passt also offensichtlich das Angebot nicht zur Nachfrage.“

Der Umstellung des Liniennetzes ging ein umfangreiches Planungs- und Beteiligungsverfahren voraus, aber es stellt sich die Frage, ob dieses Verfahren überhaupt vollständig durchgeführt worden ist. Es gibt Aussagen von Remagener Schulen, die nach eigenem Bekunden an dem Verfahren nicht beteiligt und nun von der Neuplanung komplett überrascht wurden.

Und welche Rolle spielt das neue Gewerbegebiet Grafschaft-Ringen mit dem prominenten Arbeitgeber Haribo? Die Linie 841 fährt nun vom Bahnhof Remagen bis nach Ringen, aber wird diese - je nach Tageszeit 50 bis 70 Minuten dauernde - Verbindung von Haribo-Mitarbeitern überhaupt genutzt? Wurde bei der Planung vielleicht Haribo zu viel Priorität eingeräumt und darüber Bedürfnisse der Schüler übersehen? Sicher ist, dass die politischen Vertreter der Stadt Remagen mehrmals die Möglichkeit hatten, an der Neuplanung aktiv mitzuwirken. Sicher ist leider auch, dass diese Chancen ungenutzt vertan wurden, wie so oft in Remagen wurden die vorformulierten Vorlagen vom Kreis durch die gefühlte große Stadtrats-Koalition aus CDU, SPD, FDP, Grüne und FBL einfach übernommen und abgenickt - immer getreu dem Motto: Wer nichts tut, kann auch nichts falsch machen. Einzig die Wählergruppe Remagen WGR hat zu den verschiedenen Aspekten der Nahverkehrsplanung wiederholt konkrete Punkte erarbeitet und benannt. Die WGR hatte bereits in 2012 im Ortsbeirat Unkelbach eine detaillierte Bestandsaufnahme der Situation des ÖPNV vorgelegt und Verbesserungen gefordert, leider wurde dies von der politischen Mehrheit nicht mitgetragen. Im Zuge des Planungsverfahrens hatte die WGR Anfang 2016 wieder auf konkrete Risiken im Linienverkehrskonzept öffentlich hingewiesen, auch bezüglich der Linienführung der 841. Ebenfalls in 2016 hatte die WGR Vorschläge zur Verbesserung der Regionalbahnlinie RE5 veröffentlicht, aber wieder wurde von den im Bauausschuss der Stadt Remagen vertretenden Parteien kein konstruktiver Beitrag dazu erbracht.

WGR Stadtratsmitglied Peter Wyborny hat das Thema auch schon im Stadtrat kritisiert, wie immer passierte nichts. Der WGR geht es jetzt nicht um die Suche nach Schuldigen, es geht allein darum, die offensichtlichen Missstände so schnell wie möglich abzustellen. Dazu gehört auch zu erkennen, wo die Ursachen liegen und wie diese abgestellt werden können. Das Weiterschieben der Verantwortung an Betreiber oder Eltern wird als Lösung nicht genügen.

Noch eine besonders Stilblüte als Ergebnis der Planumstellung: In einem Fall hatte ein mit Schülern besetzter Bus keinen Kraftstoff mehr und musste von der Route abweichen, um zeitaufwendig an einer normalen Tankstelle zu tanken. Vielleicht wird das Thema auch vom neuen Bürgermeister Ingendahl zur Chefsache erklärt und schnell gelöst, so zumindest die Hoffnung der betroffenen Eltern, die gerade in Oedingen Björn Ingendahl mit großer Mehrheit ins Amt gewählt haben.

Pressemitteilung

WGR

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17.09.2018 02:52 Uhr
juergen mueller

Gefühl? Hat man gegenüber einem Bus ein Gefühl? Man ärgert sich, wenn ein Bus leer oder "befüllt" an seiner Haltestelle vorbeifährt. Das ist "Alltag", was ebenso auf die unzutreffende Freundlichkeit/Zuvorkommenheit der Busfahrer zutrifft.
Wen interessiert es, wie teuer ein Bus ist, was Fahrer, Kraftstoff oder Strassennutzung kosten - NIEMANDEN.
Es gibt wichtigere Dinge, über die man sich aufregen kann.



13.09.2018 16:57 Uhr
Marianne Wilsberg

Wer hat diesen teuren Bus (Fahrer, Kraftstoff, Straßenabnutzung) losgeschickt? Eine Bedarfsermittlung würde mit Sicherheit das neue hohe Volumen an nicht genutzten Bussen herabsenken können und erkennen lassen, wo BEDARF besteht, auch zu unserem angrenzenden Bundesland NRW - hier spreche ich nicht nur von Schülern, sondern auch Berufstätigen und Mitbürgern, die nicht in die beiden vorgenannten Kategorien fallen.



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Kommentare
juergen mueller:
Mit was sich die SPD auf einmal beschäftigt u.für was sie sich (angeblich) stark macht ist schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es sich um Themen handelt, die mittlerweile bereits Moos angesetzt haben. Das passiert, wenn einem der Arsch mit Grundeis geht und einem die Felle davon schwimmen. Diese kommunal-, landes- u. bundesweit grassierende Seuche ist das Ergebnis einer Politik, die mit "sozial" schon lange nichts mehr zu tun hat u.das Scheitern einer Partei offenbart, die an ihrer eigenen Verlogenheit zugrunde geht. Wenn ich mir unter diesem Aspekt die Arbeit der SPD-Fraktion in meinem Heimatort Koblenz Revue passieren lasse,dann wundert mich nichts mehr,egal,ob es die Stadt selbst betrifft oder die umliegenden,eingemeindeten Ortsteile,einschliesslich Rübenach,dem ich angehöre,der,obwohl Ratsangehörige hier ansässig,sich anstehenden Problemen quasi verschließen,anstatt die hier rührige Bürgerinitiative zu unterstützen u.mit ihr an einer Lösung zu arbeiten.
Rolf Horstkamp:
weltneuheit 31. 4. Aber immer ein schöner Ausflug
Uwe Klasen:
Es sprach die Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne): "Als Null-Emissions-Landkreis ..." und bewies wieder einmal das Sie von Sachkenntnis noch weit entfernt ist. Das sie dabei in ihrer Partei damit nicht allein ist beweisen eindrucksvoll die Führungskader der Grünen immer wieder auf's neue in den Medien oder auf Veranstaltungen!
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