Wandern in der Grafschaft
Auf der Schwallhüll durch die Geschichte reisen
Lantershofen. In Lantershofen, im Süden der Gemeinde Grafschaft, gibt es einen Weg, der von der breiten Masse von Wanderfreunden und Ahrtal-Besuchern noch weitestgehend verborgen blieb. Schwallhüll heißt er und dieser Weg besitzt eine reichhaltige Geschichte. Die Schwallhüll läuft auf die Rebhänge der Ahrberge zu und bot so in früheren Zeiten eine Möglichkeiten, den vergleichsweise steilen Anstieg in die Höhen angenehm zu bewerkstelligen. Diesen Weg nahmen auch Reisende vom Rhein, die nach Rheinbach oder Euskirchen wollten. Die Schwallhüll ist ein Teil des Birnenrundweg. Letzterer führt einmal weitläufig durch die Felder der Grafschaft bis nach Karweiler und von dorthin zur Schwalhüll zurück, die von der L 83 leicht zu entdecken ist. Folgt man dem Weg, kommen einige sehenswerte Punkte. Da ist zum einen das „Fliegende Dach“, dass immer wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen ist: Ist das Dach nun schick oder total hässlich? Der Betrachter darf dies gerne selbst entscheiden. Von da aus geht es weiter zur „Futterkripp“ und der „Spirituellen Tankstelle“ zum Aufladen der eigenen Energie. Kurz vor Karweiler kommt der Rundwanderer zur „Z-Bank“, die einen super Ausblick bereithält. Lässt man die Bank in modernem Design hinter sich, wird der Weg südöstlicher von Lantershofen wieder zur Schwallhüll.
Ein besonderer Name
Die Namensgebung erklärt sich übrigens wie folgt: In den Zeiten von Napoleon Bonaparte ließen die französischen Besatzer des Rheinlandes einige neue Straßen bauen, so auch die Heerstraße, die auch heute noch eine der wichtigsten Verkehrswege Bad Neuenahrs ist. Der Name rührt daher, dass die Straße strategisch hervorragend lag und sich so leicht Soldaten, das Heer also, von A nach B verschieben ließen. Seinerzeit soll auch der Vorgänger der heutigen L83 gebaut worden sein. Das war für die Ahrtaler von damals recht praktisch, war der vorherige Straße doch eher ein Pfad als eine echte Straße, genauer ein Hohlweg. Ein Hohlweg entsteht durch die jahrhundertelange Benutzung von Mensch, Vieh und Fuhrwerk sowie abfließendes Regenwasser und hat eine Tiefe von bis zu zehn Metern. Im Dialekt heißt dies „Hüll“. Somit ist die zweite Silbe schon einmal geklärt. Und woher stammt das Schwall? Ein Hohlweg hat erhöhte Wegesränder bzw. liegt der Tief durch das Austreten tiefer als der Rand. Die so entstandenen Erhöhung bot Schutz gegen Wind und Wetter, sowohl für Mensch und Tier. Tiere wie zum Beispiel das Pferd, das im Französischen Cheval heißt und gerne von den Franzosen im Hohlweg geparkt wurden. So wurde der Weg „Cheval-Hüll“ genannt und - nach einigen Jahrzehnten im rheinischen Sprachgebrauch - irgendwann zur heutigen Schwallhüll wurde. Sicherlich eine interessante Geschichte, die am besten vor Ort erkundet wird.
Weg lädt zur Erkundung ein
Der Weg ist übrigens 8,1 Kilometer lang. Am besten starten Wanderer über den gleichnamigen Wanderparkplatz Schwallhüll.
ROB
Die „Z-Bank“ ist eine der kleinen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Foto: ROB
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