Allgemeine Berichte | 18.07.2017

Cochem-Zeller gestalten 800 Seiten starkes Evangeliar

Mehr als 200 Gläubige schrieben ab

Ein dreiviertel Jahr hat die Arbeit an dem nun vorgestellten Evangeliar gedauert.privat

Kreis Cochem-Zell. In der Regel werden Schülerinnen und Schüler für das Abschreiben getadelt, doch vom Reformationstag, 31. Oktober 2016, bis kurz nach dem diesjährigen Osterfest wurden Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Cochem-Zell sogar zum Abschreiben ermuntert. Bei der Aktion „Cochem-Zell schreibt ab: Die Bibel“ haben sich neben Schülerinnen und Schülern mehr als 200 katholische und evangelische Frauen und Männer beteiligt. Das Ergebnis ist bei einem ökumenischen Gottesdienst vorgestellt worden: Die vier Evangelien auf 800 handgeschriebenen Seiten.

Der Vorschlag kam aus dem damaligen Arbeitskreis Ökumene - seit 2016 „Fachkonferenz Ökumene“ - und zwar von Rüdiger Lancelle, damals Presbyter der evangelischen Gemeinde Cochem. Nach einem ersten Treffen im Juni 2015 mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus den zwei evangelischen Gemeinden und den sieben katholischen Pfarreiengemeinschaften wuchs die Idee.

„Abschreiber“ seien schnell gefunden worden, berichtet Rudolf Zavelberg, der die Organisation im Dekanatsbüro übernahm. Der Pastoralreferent packte Mappen mit Textvorlagen aus der neuen Lutherbibel, speziellen Blättern, einem dokumentenechten Stift und einer Anleitung. Der evangelische Pfarrer von Zell, Thomas Werner, teilte die Evangelien in 300 Sinnabschnitte, die anschließend verteilt wurden.

Auch Lehrerinnen und Lehrer ließen sich von der Aktion inspirieren. „Manche übernahmen das Thema in den Kunstunterricht“, berichtet Zavelberg. Die Grundschullehrerin Verena Laux bereitete mit ihren jüngeren Schülerinnen und Schülern Schmuckbilder an, die sie mit nach Hause nehmen durften. In den Klassenstufen drei und vier war Martin Luther Thema und einige beteiligten sich auch am Abschreiben der Bibel. „Für die Kinder in den unteren Klassenstufen war das Abschreiben noch zu schwierig.“ Die Grundschüler zeigten sich beeindruckt von der Leistung der Gemeindemitglieder. „Und die Eltern waren glücklich zu hören, dass ihre Kinder bei dem Projekt dabei waren“, sagt die Pädagogin.

Verena Laux, die unter anderem katholische Religion lehrt, hat persönlich auch an dem Exemplar mitgeschrieben. „Einmal hat es mich aus einer stressigen Situation zur Ruhe gebracht. Das Abschreiben war wie eine Tankstelle für mich und die Textstelle hat mir Mut gegeben.“ Sich ganz auf den Text einzulassen, sei eine neue Erfahrung für sie gewesen, obwohl die Lehrerin viel in der Bibel liest. „Man lässt sich mehr auf die Worte ein.“

Gebunden wurden die Seiten in Maria Laach. Zuvor hatten die Organisatoren einen Blick über jedes handschriftliche Papier geworfen. „Wir hatten drei falsche Abschnitte dabei. Darunter hatte jemand aus dem Buch Habakuk aus dem Alten Testament abgeschrieben. Dabei hatten wir uns auf die vier Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes beschränkt, die sich im Neuen Testament befinden“, berichtet Zavelberg.

Evangeliar ist in Cochem zu besichtigen

Wer gerne ein „echtes Cochemer“ Evangeliar haben möchte, wird von Zavelberg enttäuscht: „Es ist ein Unikat. Wir haben bewusst auf Kopien verzichtet.“ Derzeit ist das Evangeliar in der evangelischen Gemeinde in der Oberbachstraße 59 in Cochem zu sehen. Dort können Interessierte während der Öffnungszeiten einen Blick in das Buch werfen. Pressemitteilung der

Bischöflichen Pressestelle Trier

Ein dreiviertel Jahr hat die Arbeit an dem nun vorgestellten Evangeliar gedauert.Foto: privat

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