Politik | 15.08.2022, 09:35 Uhr

Nahe Monreal wurden dutzende tote Forellen gefunden - Behörden erstellen Gutachten

Elzbach: Tote Fische beschäftigen Behörden

Monreal. Für Herbert Schäfer bot sich am Mittag des 5. August kein schöner Anblick: Tote Fische lagen überall in seinem gepachteten Abschnitt des Elzbachs im Wasser. Schäfer sammelte die Tiere ein, insbesondere Bachforellen, aber auch Schmerlen fand er verendet vor. Und das nicht zum ersten Mal. Vor zwei Jahren gab es bereits ein Fischsterben in der Elz. Die klimatischen Bedingungen des 5. August ähnelten den von 2020 sehr. Über Tage gab es keinen Niederschlag und dann regnete es nicht zu knapp. Schäfer bekam einen Tipp von einem Bekannten, der die meteorologischen Verhältnisse korrekt einordnete und ein erneutes Fischsterben vermute. Schäfer schaute nach und wurde tatsächlich wieder fündig.

Ähnlicher Vorfall im Jahr 2020

Bei dem Vorfall vor zwei Jahren wurden bereits Gewässerproben aus dem Elzbach genommen. Ein anschließend angefertigtes Gutachten derSGD Nord wies auf erhöhte Werte von Ammonium und Nitrit hin. Beide Stoffe sind für Fische giftig. Das auch heute jener Stoff für den Tod der Tiere verantwortlich sein könnte, liegt für Herbert Schäfer nahe. Die toten Fische trieben nicht im Elzbach, sondern lagen tot am Grund. Dies wertet er als wichtiges Indiz. „Ist es zu heiß, suchen Fische tiefere Wasserschichten, da diese kühler sind, auf“, sagt Schäfer. Das sei ganz normal, denn bei bei höheren Temperaturen ist die Sauerstoffsättigung in kühleren Wasserschichten höher. Eine erhöhte Konzentration von Ammonium und Nitrit führt schließlich dazu, dass die Tiere trotzdem ersticken.

Kläranlage als Auslöser?

Der Fischereipächter hegt einen Verdacht und vermutet die nahe Kläranlage bei Monreal als Auslöser des Fischsterbens. Denn bei starken Regenfällen fließe das Wasser schneller durch die Anlage, meint Schäfer. Folglich gelangen auch mehr Schad- und Giftstoffe in den Bach. Nun stelle sich die Frage, ob die Anlage, die laut Schäfer nicht mehr allzu gut in Schuss sei und eine Sanierung vertragen könnte, überhaupt den heutigen Ansprüchen gerecht werde. Folglich informierte Schäfer die Behörden. Ob und wie die Kläranlage mit dem Fischsterben in einem Zusammenhang stehe, möchte nun die Unter Wasserbehörde klären. Am 5. August war bereits ein Gutachter vor Ort und hat Proben entnommen. Das Ergebnis steht allerdings noch aus, wie die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz auf Nachfrage mitteilte. Auch die Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel hat eine Stellungnahme angekündigt.

Nun wartet auch Herbert Schäfer mit Spannung auf das Ergebnis der Analyse. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass eine saubere Wasserqualität der Elz für die Zukunft der Lachse eine große Rolle spielt. Denn der Bach wird regelmäßig als einziger Moselzufluss von der SGD Nord mit Lachsen besetzt. ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
HWS-Syndrom
Aktionstag am 24.10.26
Anzeige KW 42
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Los gehts! Die Ehrenamtlichen des foodsharing-Bezirks Mayen machen sich auf, die übrigen Lebensmittel der Lukasmarktstände vor dem Wegwurf zu bewahren.
806

Mayen. Wenn die Lichter des traditionellen Lukasmarkts ausgehen und das Abschlussfeuerwerk verklungen ist, beginnt für ein ganz besonderes Team die wichtigste Schicht. Auch in diesem Jahr – und damit bereits im vierten Jahr in Folge – waren die Ehrenamtlichen von **foodsharing Mayen** am Sonntagabend im Einsatz, um übrig gebliebene Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren.

Von foodsharing Mayen Lebensmittelrettung aus Mayen

Weiterlesen

Jürgen B. Hausmann (links) und Harald Classen begeisterten das Publikum in der Mendiger Laacher See-Halle.
1395

Jürgen B.Hausmann gastierte in der Laacher See-Halle

Der „dritte Anlauf“ passte

Mendig. „Wie das Leben so spielt…“ aus 27 Jahren Kabarett und fast 62 Jahren Leben: Geschichten zum Totlachen, zum Schmunzeln und zum gerührt sein. Jürgen B. Hausmann begeisterte das Publikum in der ausverkauften Laacher See-Halle mit einer kabarettistischen Retrospektive von 1964 bis heute.

Von Stefan Pauly aus Mendig

Weiterlesen