Allgemeine Berichte | 20.01.2020

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel lobte die bemerkenswerte Leistung der Mendiger Seniorenwerkstatt

Neues Eingangstor für den Judenfriedhof

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel (5.v.r.) bedankte sich bei den Männern der Seniorenwerkstatt für die hervorragende Arbeit. Fotos: FRE

Mendig. Der Jüdische Friedhof unweit der Anne-Frank-Straße in Niedermendig wurde nach bisherigen Kenntnissen Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. Die letzte Bestattung erfolgte 1938. Nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden „Alemannia Judaica“ wurde der Friedhof während der NS-Zeit erheblich zerstört. Im Denkmalverzeichnis des Kreises Mayen-Koblenz wird der „Jüdische Friedhof“ als ‚geschützte Denkmalzone‘ aufgeführt.

Nachdem Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel die Mitglieder der Seniorenwerkstatt im vergangenen Jahr auf das inzwischen stark in Mitleidenschaft gezogene Eingangstor des Judenfriedhofs aufmerksam gemacht hatte, demontierten die fachkundigen Männer das Tor und schafften es zunächst in ihre Werkstatt, um es hier unter der Leitung von Gerd Montermann von Grund auf zu renovieren beziehungsweise zu restaurieren. So wurden neue Holme eingeschweißt, das verbogene Torgitter begradigt, das gesamte Tor entrostet, mehrfach grundiert und zum Abschluss mit einer sattgrünen Farbe gestrichen.

Dr. Robert Diensberg, der ebenfalls zu der engagierten Truppe der Seniorenwerkstatt zählt, hatte sich zuvor mit dem Friedhofsbeauftragten der Jüdischen Gemeinde in Koblenz in Verbindung gesetzt, um mit diesem über den besorgniserregenden Zustand der über 35 Grabsteine auf dem 400 qm umfassenden Areal des von einer Ligusterhecke umgebenen Friedhofs zu sprechen. Der Friedhofsbeauftragte riet ihm, die Grabsteine im Hinblick auf die jüdischen Begräbnisriten im jetzigen Zustand zu belassen, da die aus Sandstein bestehenden Grabstelen einer Reinigung nicht standhielten.

Nachdem die Senioren das in neuem Glanz erstrahlende Tor vor Ort installiert hatten, packten sie ihren eigens mitgebrachten Picknick-Korb aus und genossen den herrlichen Sonnenschein bei einer guten Tasse Kaffee. Bei dieser Gelegenheit bedankte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel sich für die hervorragende Arbeit der fachkundigen Männer.

Als zehn aktive Rentner ihre Arbeit in der bundesweit ersten Seniorenwerkstatt der Mendiger Kolpingfamilie und der Stadt Mendig auf dem Gelände des Städtischen Bauhofes in der Jahnstraße im Jahr 2003 aufnahmen, stand bereits der Spaß an kreativer und solider Handwerksarbeit sowie das gesellige Miteinander im Focus ihres wöchentlichen Treffens.

Ein Jahr später wurde die Seniorenwerkstatt im Rahmen einer Feier des Städtischen Bauhofs von Pastor Manfred Plunien eingesegnet. Die damalige Vorsitzende der Mendiger Kolpingfamilie Renate Plitzko, die am 13. März 2015 im Alter von 57 Jahren verstarb, nahm aus den Händen des seinerzeit amtierenden Stadtbürgermeisters Achim Diensberg eine Urkunde folgenden Wortlauts entgegen: „Abkommen der Stadt Mendig und der Kolpingfamilie über die Nutzung der Räumlichkeiten einer Seniorenwerkstatt zur Förderung der integralen Seniorenarbeit in der Stadt Mendig“. Selbstverständlich stellt die Stadt auch die Nutzung von Strom und Wasser zur Verfügung.

Heute umfassen die Räumlichkeiten der Seniorenwerkstatt einen Arbeitsraum, ein Lager, in dem diverse Maschinen, Werkzeuge und vor allem Arbeitsmaterialien, wie zum Beispiel Holz untergebracht sind sowie einen Aufenthaltsraum, den die Mitglieder ebenfalls in Eigenleistung liebevoll gestalteten. Schließlich geht’s den Senioren bei ihrem wöchentlichen Treffen nicht nur um die gemeinsame Arbeit, sondern auch um die Geselligkeit. Schließlich sind die Männer alle noch relativ fit und auch das „Feierabendbierchen“ wollen sie sich in keinem Fall entgehen lassen.

Da es wirklich schade wäre, wenn die Seniorenwerkstatt in Ermangelung eines interessierten Nachwuchses irgendwann einmal ihre Pforten schließen müsste, würden die Männer sich über jedes neue Mitglied ganz besonders freuen. Obwohl zu den aktiven Mitgliedern der Werkstatt derzeit zum Beispiel Schlosser und Elektriker sowie Kaufleute und kreative Köpfe zählen, ist jeder herzlich willkommen, der - in welcher Form auch immer - mitmachen möchte und auch die Geselligkeit liebt. „Bei uns herrscht immer eine freundliche Atmosphäre und wenn sich jemand einer Arbeit widmen möchte, bei der ihm die entsprechenden Vorkenntnisse fehlen, steht jeder von uns mit Rat und Tat zur Verfügung“, so Gerd Montermann, der die Seniorenwerkstatt bereits seit dem 15. August 2004 leitet.

FRE

Das Eingangstor zum jüdischen Friedhof in Niedermendig war in keinem guten Zustand.

Das Eingangstor zum jüdischen Friedhof in Niedermendig war in keinem guten Zustand. Foto: Sonja

Da die Mitglieder der Seniorenwerkstatt auch großen Wert auf Geselligkeit legen, machten sie nach der Installation des in neuem Glanz erstrahlenden Tores eine Kaffeepause.

Da die Mitglieder der Seniorenwerkstatt auch großen Wert auf Geselligkeit legen, machten sie nach der Installation des in neuem Glanz erstrahlenden Tores eine Kaffeepause.

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel (5.v.r.) bedankte sich bei den Männern der Seniorenwerkstatt für die hervorragende Arbeit. Fotos: FRE

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