Allgemeine Berichte | 27.03.2017

Fachgruppe der Akademie Schloss Raesfeld zu Besuch im Lava-Dome, Basallava-Keller und Mendiger Museumslay

Restauratoren im Handwerk zeigten sich von der Museumsinsel beeindruckt

Bei herrlichem Wetter begrüßten die Museumsführer Wolfgang Kostka (2. v.r.) und Wolfgang Riedel (3. v.r.) die Fachgruppe von der Akademie Schloss Raesfeld.  FRE

Mendig. 24 Restauratoren unterschiedlicher Handwerke sowie die Vorstandsmitglieder der Akademie Schloss Raesfeld: Eckhard Zurheide (Ausbildungsleiter sowie Geschäftsbereichsleiter der Akademie sowie Beauftragter für Innovation und Technologie), Manfred Messing , Doris Arndt und Mathias Gläser statteten der Mendiger Museumsinsel in der Brauerstraße einen Besuch ab. Organisiert wurde die Fachexkursion von dem Riedener Steinmetz und Steinbildhauermeister/Restaurator im Handwerk, Michael Pitack, der ebenfalls Mitglied der Fachgruppe ist. Nach einer Führung über das Klostergelände Maria Laach und einem rustikalen Mittagessen in der Vulkanbrauerei wurde die Besuchergruppe von den beiden fachkundigen Museumsführern Wolfgang Kostka (Geschäftsführer der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft -DVG-) und Wolfgang Riedel (Sekretär der DVG) im Lava-Dome herzlich willkommen geheißen. Gleich zu Beginn wurden alle Sinne der Besucher mit einer spektakulären, computeranimierten Show angesprochen, in der die Geschichte zweier großer Vulkanausbrüche erzählt wird. Beim Ausbruch des Wingertsberg-Vulkans floss vor 200.000 Jahren ein mächtiger Lavastrom, auf dem heute die Stadt Mendig und der Lava-Dome stehen. Noch folgenschwerer war die Explosion des Laacher See-Vulkans vor etwa 12.900 Jahren. Weite Teile der Eifel verschwanden damals unter Bims und Asche. Die Besucher wurden zu Zeitzeugen dieser Ausbrüche: Ein Vulkan speit Feuer und Rauch, glühende Lava fließt durch den Raum, man spürt das Grollen beim Ausbruch, sieht die umherfliegenden Lavabrocken und fühlt den Wind der pyroklastischen Wolken. Bilder, Klänge und Projektionen verbinden sich zu einem beeindruckenden Erlebnis. Nach dieser einmaligen Präsentation führte Wolfgang Kostka einen Teil der Gruppe durch die Vulkanwerkstatt im Obergeschoss. Hier eröffnete sich den Gästen ein großes Informationsfeld, auf dem sie ihre Kenntnisse je nach Interesse vertiefen konnten. An zehn interaktiven Versuchs- und Experimentierstationen konnten sie nachvollziehen, wie die Erdkräfte wirken und was sich unter der Oberfläche unseres Planeten so alles tut.

Sprechende Steine berichten von Vulkanausbrüchen

Zur gleichen Zeit befand die zweite Hälfte der Gruppe sich unter der Leitung von Wolfgang Riedel im Raum „Zeit der Vulkane“, wo sprechende Steine von vier großen Vulkanausbrüchen berichteten. Aktuelle seismologische Daten zu Vulkanausbrüchen und Erdbewegungen sowie aktuelle Bilder von Webcams in aller Welt können übers Internet abgerufen werden. Das stilisierte Forscherkamp vermittelte einen Eindruck davon, mit welchen Methoden die Wissenschaftler heutzutage Vulkane untersuchen. Eine fiktive Nachrichtensendung im „Rundkino“ über einen erneuten Ausbruch des Laacher See-Vulkans hielt die Besucher in Atem. Nachdem die aus ganz Deutschland angereiste Fachgruppe sich in der Realität wiedergefunden hatte, ging es unter der Leitung von Wolfgang Kostka zu dem unweit des Lava-Dome gelegenen ehemaligen Vulkanmuseum im Hof Michels, wo sich der Eingang zu den berühmten Lavakellern befindet. Kostka führte die Gruppe über etwa 140 Stufen hinab in die berühmten Mendiger Felsenkeller, um ihr - 32 Meter unter der Erdoberfläche - das weltweit einmalige Zeugnis sowohl des Vulkanismus als auch der Kulturgeschichte zu präsentieren. Mit großem Interesse nahmen die Gäste zur Kenntnis, dass die zehn Meter hohen unterirdischen Hallen allein durch Menschenhand in beklemmender Dunkelheit und feuchter Kälte geschaffen wurden und das Ergebnis schwerster körperlicher Arbeit sind. Da wegen der Verdunstungskälte des in den Höhlen herabtropfenden Wassers eine Lufttemperatur von sechs bis acht Grad Celsius herrscht, kam die Herrnhuter Brüdergemeine aus Neuwied Anfang des 19. Jahrhunderts auf die Idee, ein Bierlager in den Felsenkellern einzurichten, was zur Folge hatte, dass sich in der Folge bis zu 28 Brauereien in Mendig niederließen, um das - besonders im Sommer - sehr schnell sauer werdende rheinische Bier in den kühlen Gewölbekellern zu lagern.

Besuch der Museumslay

Nach diesem für alle Gäste beeindruckenden Erlebnis führte Wolfgang Kostka die Gruppe noch zu der unweit des Museums gelegenen Museumslay, die vor vielen Jahren von einer Fachsektion der DVG eingerichtet worden war. Hier konnten die Besucher sich am Beispiel einer originalgetreu nachgebauten Schmiede, einer Steinmetzhütte und eines Grubenkranes ein Bild davon machen, wie damals die sogenannten „Layer“ Basaltlava abgebaut, ans Tageslicht gefördert und dort weiterverarbeitet hatten. Die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld e. V. besteht seit 1952 und ist eine nach Landesrecht anerkannte Bildungsstätte. Sie hat ihren Sitz im malerischen Wasserschloss Raesfeld im westlichen Münsterland. Die Träger der Akademie sind die sieben NRW-Handwerkskammern, Fachverbände aus dem Handwerk und sonstige, dem Handwerk nahestehende Organisationen. Weitere Informationen gibt es unter: www.akademie-des-handwerks.de. FRE

Mithilfe dieses „Erdbebengerätes“ erklärte Kostka das Erdbeben von Roermond im Jahre 1992.

Mithilfe dieses „Erdbebengerätes“ erklärte Kostka das Erdbeben von Roermond im Jahre 1992.

Am Eingang des Freilichtmuseums „Museumslay“ befindet sich der sogenannte „Schläch-Express“, ein Nachbau einer alten Grubenbahn mit vier historischen Loren.

Am Eingang des Freilichtmuseums „Museumslay“ befindet sich der sogenannte „Schläch-Express“, ein Nachbau einer alten Grubenbahn mit vier historischen Loren.

Am Eingang des Freilichtmuseums „Museumslay“ befindet sich der sogenannte „Schläch-Express“, ein Nachbau einer alten Grubenbahn mit vier historischen Loren.

Am Eingang des Freilichtmuseums „Museumslay“ befindet sich der sogenannte „Schläch-Express“, ein Nachbau einer alten Grubenbahn mit vier historischen Loren.

Diese Hütte erinnert an die harte Arbeit der Steinmetze.

Diese Hütte erinnert an die harte Arbeit der Steinmetze.

An dieser Station nahmen Eckhard Zurheide (r.) und der Steinbildhauermeister Michael Pitack verschiedene Mineralien unter die Lupe

An dieser Station nahmen Eckhard Zurheide (r.) und der Steinbildhauermeister Michael Pitack verschiedene Mineralien unter die Lupe

Am Eingang des Freilichtmuseums „Museumslay“ befindet sich der sogenannte „Schläch-Express“, ein Nachbau einer alten Grubenbahn mit vier historischen Loren.

Am Eingang des Freilichtmuseums „Museumslay“ befindet sich der sogenannte „Schläch-Express“, ein Nachbau einer alten Grubenbahn mit vier historischen Loren.

Diese Hütte erinnert an die harte Arbeit der Steinmetze.

Diese Hütte erinnert an die harte Arbeit der Steinmetze.

Wolfgang Kostka erläuterte den Besuchern anhand einer Erdkugel die Geschichte der Plattentektonik.

Wolfgang Kostka erläuterte den Besuchern anhand einer Erdkugel die Geschichte der Plattentektonik.

Bei herrlichem Wetter begrüßten die Museumsführer Wolfgang Kostka (2. v.r.) und Wolfgang Riedel (3. v.r.) die Fachgruppe von der Akademie Schloss Raesfeld. Fotos: FRE

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