Allgemeine Berichte | 04.09.2017

Marcus S. Theis aus Saffig will mit seinem Debütroman „Schatten ohne Licht“ den Buchmarkt erobern

Vom Couchsurfer zum Erfolgsautor?

Marcus Theis würde am liebsten mehr Zeit am Laptop verbringen und Bücher schreiben. UBU

Saffig. Die Drohgebärden zwischen Nordkorea und den USA halten die Welt in Atem und gelten derzeit wohl als der gefährlichste Konflikt. Auch Marcus Stephan Theis aus Saffig verfolgt sorgenvoll die Nachrichten und bangt um seine Freunde aus dem südkoreanischen Seoul.

Neu sind die Provokationen aus Pjöngjang zwar nicht, aber würde der kommunistische Machthaber Kim Jong Un tatsächlich einen Atomkrieg auslösen, würde das für seine Freunde den sicheren Tod bedeuten.

Letztere haben ihn, unabhängig von dem derzeitigen poltischen Konflikt, zu seinem Debütroman „Schatten ohne Licht“ inspiriert.

Der Roman des 22-jährigen Studenten aus Saffig ist im Juli erschienen und erzählt die Geschichte zweier Geschwister im diktatorischen Nordkorea, deren Alltag von Hunger, Kälte, harter Arbeit und Gewalt geprägt ist. Dennoch scheint ihr Glaube an den geliebten Führer, das Militär und den Kommunismus zunächst ungebrochen zu sein, bis schließlich ihr geliebter Großvater dem Hungertod zum Opfer fällt. Sie spielen mit dem Gedanken einer Flucht in den als paradiesisch angepriesenen Süden des Landes.

Ob ihnen die Flucht gelingt und ob sie in einem System, wo Leistungsdruck und Schönheitswahn den Alltag bestimmen eine Welt voller Freiheit vorfinden, hinterfragt der junge Autor in seinem Roman schonungslos ehrlich.

Nach dem Abitur am Kurfürst-Salentin-Gymnasium Andernach 2014 reiste er drei Monate durch Neuseeland. Dort lernte er auch seine koreanischen Freunde kennen. Interessiert lauschte er ihren Erzählungen aus deren Heimat und schnell war ihm klar, dass er ihre Geschichten in einen Roman verarbeiten wird.

Um sich ein eigenes Bild zu machen, begab sich der Student 2015 schließlich auf Recherchereise nach Südkorea.

Nicht in Hotels, sondern auf den Sofas quer durchs Land lernte er beim „Couchsurfing“ Menschen unterschiedlicher Coleur kennen.

Er wohnte bei Armen und Reichen, sowie bei jungen und alten Menschen „Die Einen waren regierungstreu – andere absolute Gegner“, erzählt Marcus Theis. „Da musste man auch schon mal aufpassen, was man sagt.“

So führte er auch Gespräche mit Flüchtlingen aus dem Norden und Überlebenden des Koreakrieges. Den Norden des Landes bereiste er nicht. „Zum einen wollte ich dieses Land nicht mit Devisen unterstützen, zum anderen hätte es mir für die Recherche kaum etwas gebracht“, sagt Theis. Als Tourist werde man dort nur gezielt an ausgewählte Ortschaften geführt und dürfe sich nicht frei im Land bewegen. Ob der Süden des Landes, tatsächlich das „gelobte Land“ sei, sieht der junge Autor kritisch. „Nord, wie Süd, das ganze Land erscheint mir surrealistisch.“ So sei in ihm eine „Hass-Liebe“ zu dem Land gewachsen. Diese Liebe gelte insbesondere den Menschen, die ihn sehr berührt hätten und der koreanischen Küche“, schwärmt Theis.

Ein Jahr harte Arbeit

Ein Jahr lang hat er an dem Buch gearbeitet, weitere Monate folgte in Zusammenarbeit mit dem Lektorat des Verlages. Die Rohfassung hat zunächst ausschließlich sein Vater gesehen. Dessen Begeisterung hat Marcus Theis dazu motiviert, das Manuskript an diverse Verlage zu schicken.

Als sein schönstes Weihnachtsgeschenk bezeichnet der junge Autor schließlich den Verlagsvertrag, der tatsächlich am 24. Dezember letzten Jahres bei ihm eintraf.

Im Esszimmer seiner Eltern in Saffig spricht Marcus Theis über sein Buch und seine Erlebnisse in Südkorea. .Eigentlich würde er am liebsten viel mehr Zeit vor dem Laptop verbringen, Romane schreiben und seine Leser mit seinen Büchern fesseln“, erzählt der 22-Jährige, der derzeit in Bonn wohnt und dort Politik und Soziologie studiert.

„Aber ich muss auch was für mein Studium tun – aktuell steht eine Hausarbeit an.“ Sein größter Traum sei es jedoch Bestsellerautor zu werden oder zumindest vom Schreiben leben zu können.

Ein neues Buch ist bereits in Planung. Die Unterstützung seiner Eltern und seines älteren Bruders sind ihm sicher. Insbesondere sein Vater, der sich um das Marketing kümmert und seine Lesungen organisiert betont: „Ich habe Marcus immer darin bestärkt an seinen Zielen festzuhalten.“

Denn schon als Jugendlicher schrieb er Gedichte, die seinen Vater nachhaltig beeindruckt haben.

Marcus Theis las unter anderem kürzlich in Hachenburg und dürfte so auch im Westerwald neue Fans gewonnen haben.

Der Roman „Schatten ohne Licht“ ist im Schardt Verlag erschienen, ISBN 978-3-96152-092-3, 218 Seiten.

Im Garten seiner Eltern in Saffig findet der Jung-Autor Entspannung.

Im Garten seiner Eltern in Saffig findet der Jung-Autor Entspannung.

Marcus Theis würde am liebsten mehr Zeit am Laptop verbringen und Bücher schreiben. Fotos: UBU

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