Politik | 02.04.2019

Kreistag Cochem – Zell beriet über die Zukunft der Eifelquerbahnstrecke Kaisersesch-Gerolstein

Bald neue Radwegtrasse für die Eifel?

Reaktivierung der Strecke wurde als unwirtschaftlich abgelehnt

Die Fahrten mit der Eifelquerbahn sind längst Geschichte. Eine Reaktivierung seitens der DB AG wurde sowohl für den Personenverkehr als auch für die touristische Nutzung als unwirtschaftlich abgelehnt. Der Kreistag sprach sich jetzt für den Erwerb der Strecke nach der Entwidmung aus, um sie als Radweg umzugestalten.Foto: Archiv/red.

Kreis Cochem – Zell. In der letzten Sitzung des Kreistages wurde über das weitere Schicksal der Eifelquerbahnstrecke zwischen Kaisersesch und Gerolstein beraten. Diese liegt seit 2012 brach, und trotz vieler Bemühungen der Anrainerkommunen und Kreisverwaltungen sowie Anträge an Land und Bund konnte eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zur Aufrechterhaltung bzw. Reaktivierung der Bahnstrecke nicht gefunden werden.

Obwohl die Anbindung der Bahn an die ländliche Struktur der Eifel als sehr wichtig betrachtet wird, gibt es wohl keine Rettung mehr für diese Schienenstrecke. Weder eine Personen- noch Güterbeförderung gemeinsam mit einer touristischen Nutzung, noch jedes für sich, hat eine Zukunft. Daher beschloss der Kreistag jetzt einstimmig, einer Nutzung als Radweg und dem dafür notwendigen Kauf der Strecke zuzustimmen. Bevor das geschehen kann, muss die Strecke jedoch entwidmet werden, d.h. in einem offiziellen Verfahren muss die Nutzung als Bahnstrecke erlöschen, da diese Grundstücke sonst nicht anders genutzt werden dürfen.

Zur Geschichte

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Kaisersesch-Gerolstein wurde bereits im Jahr 1991 eingestellt. Bis 2012 gab es noch einen Güterverkehr, der dann jedoch auch eingestellt wurde.

Ebenfalls eingestellt wurde zu diesem Zeitpunkt der Betrieb der touristischen Fahrten mit Dampfloks und Schienenbussen, die die Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft mbh angeboten hatte. Seitdem wird die Strecke nicht mehr genutzt.

Verschiedene Gutachten belegten, dass ein Schienenbetrieb weder zur Personenbeförderung durch die Bahn, noch für die Güterbeförderung noch für touristische Zwecke allein rentabel und kostentragend sein kann. Die SPNV Nord hatte bereits im Jahr 2009 einen Grundsatzbeschluss zur Reaktivierung der Eifelquerbahn zwischen Kaisersesch und Gerolstein beschlossen. Ziel war damals, eine durchgehende Zugverbindung zwischen Andernach und Gerolstein sicherzustellen. Nachdem bereits bei der ersten Entwurfsplanung ein Instandsetzungsvolumen von 40 Mio Euro errechnet worden war, wurde zunächst auf Wunsch des Landes Rheinland-Pfalz, das grundsätzlich im Bereich der Schieneninfrastruktur 85 Prozent der Maßnahmen fördert, eine Nutzen-Kosten-Untersuchung durchgeführt. Die Untersuchung zeigte jedoch kein positives Ergebnis, so dass die Verbandsversammlung im Dezember 2012 beschloss, eine Reaktivierung der Strecke nicht weiter zu verfolgen. Im Anschluss beauftragte das Land Rheinland-Pfalz ein Beratungsbüro, eine Machbarkeitsstudie für die touristische Ertüchtigung und Nutzung der Strecke zwischen Kaisersesch und Gerolstein vorzulegen. Beabsichtigt war, dass das Land bei positiver Beurteilung eine Förderrichtlinie erlässt und sich die Anrainerkommunen die nicht durch Zuschüsse gedeckten Kosten teilen. Das im März 2014 erstellte Gutachten ging von einem Investitionsvolumen von 24 Mio Euro aus. Zudem wären die Erwerbskosten in Höhe von 1,6 Mio Euro oder alternativ ein Pachtzins von 15.000 Euro/Jahr hinzugekommen.

Im März 2014 wurde unter Vorsitz von Landrat Thiel eine interkommunale Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den Möglichkeiten und Chancen einer Reaktivierung der Eifelquerbahn beschäftigen sollte, ins Leben gerufen. Im Rahmen der Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der fünf Verbandsgemeinden sowie den MdLs Astrid Schmitt, Jutta Blatzheim-Roegler Herbert Schneiders und Dietmar Johnen zusammensetzte, fanden eine Informationsaustausch, Gespräche zur Abklärung des touristischen Mehrwertes mit den Touristikern der betroffenen Kommunen sowie Überlegungen zur Reaktivierung des Schienennahverkehrs statt.

Die Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft mbH kündigte im Juni 2014 gegenüber der DB Netz AG den bestehenden Pachtvertrag zum 31.12.2014.

Förderungen von Land und Bund zur Reaktivierung wurden abgelehnt

In der Folge wurden durch Land und Bund eine Förderung der Reaktivierung der Bahnstrecke abgelehnt mit der Begründung, dass ein Betrieb der Strecke – ob für den Personen- oder Güterverkehr – volkswirtschaftlich nicht zu vertreten sei. Beiden Landkreisen wurde 2017 ebenso die Förderung der rein touristischen Nutzung der Bahn von der ADD Trier verwehrt mit Blick auf deren damals angespannte Haushaltslage und dem Hinweis, dass diese Förderung eine freiwillige Leistung darstelle.

Wie geht es jetzt weiter?

Da die öffentliche Hand kein Interesse am Weiterbetrieb der Strecke hat, kann das Gelände nach der Entwidmung eine andere Nutzung erhalten. Vorher haben jedoch private Eisenbahnbetreiber die Möglichkeit, die Strecke zu kaufen. Das wäre zum Beispiel eine Gesellschaft, wie sie sich im nahen Brohltal vor vielen Jahren gründete, die dortige Schmalspurbahn erwarb und heute als „Vulkanexpress“ betreibt.

Erst wenn sich innerhalb einer dreimonatigen Frist niemand findet, der das Gelände als Bahnstrecke weiterbetreiben will, wird es entwidmet und zum Kauf für andere Nutzer freigegeben.

Für letzteres – in Verbindung mit der dann erforderlichen Gründung eines Zweckverbandes - hat der Kreistag jetzt grünes Licht gegeben.

Die Fahrten mit der Eifelquerbahn sind längst Geschichte. Eine Reaktivierung seitens der DB AG wurde sowohl für den Personenverkehr als auch für die touristische Nutzung als unwirtschaftlich abgelehnt. Der Kreistag sprach sich jetzt für den Erwerb der Strecke nach der Entwidmung aus, um sie als Radweg umzugestalten. Foto: Archiv/red.

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